Hiob 38 | Menge Bibel Einheitsübersetzung 2016

Hiob 38 | Menge Bibel

VIII. Gottes Offenbarung und Hiobs Demütigung (38,1-42,6)

1 Da antwortete der HERR dem Hiob aus dem Wettersturme heraus folgendermaßen: 2 »Wer ist’s, der da den Heilsplan Gottes verdunkelt mit Worten ohne Einsicht? 3 Auf! Gürte dir die Lenden wie ein Mann, so will ich dich fragen, und du belehre mich*!« 4 »Wo warst du, als ich die Erde baute? Sprich es aus, wenn du Einsicht besitzest*! 5 Wer hat ihre Maße bestimmt* – du weißt es ja! –, oder wer hat die Meßschnur über sie ausgespannt? 6 Worauf sind ihre Grundpfeiler eingesenkt worden, oder wer hat ihren Eckstein* gelegt, 7 während die Morgensterne allesamt laut frohlockten und alle Gottessöhne* jauchzten? 8 Und wer hat das Meer mit Toren verschlossen, als es hervorbrach, aus dem Mutterschoß heraustrat? 9 Als ich Gewölk zu seinem Kleide machte und dunkle Nebel zu seinen Windeln? 10 Als ich ihm das von mir bestimmte Gebiet absteckte und ihm Riegel und Tore herstellte 11 und sprach: ›Bis hierher darfst du kommen, aber nicht weiter, und hier soll sich der Stolz deiner Wellen brechen!‹ 12 Hast du jemals, seitdem du lebst, das Morgenlicht bestellt? Hast du dem Frührot seine Stätte angewiesen, 13 daß es die Säume der Erde erfasse und die Frevler von ihr verscheucht werden? 14 Sie (die Erde) verwandelt sich alsdann wie Wachs unter dem Siegel, und alles stellt sich dar wie ein Prachtgewand; 15 den Frevlern aber wird ihr Licht entzogen, und der zum Schlagen schon erhobene Arm zerbricht. 16 Bist du bis zu den Quellen des Meeres gekommen, und hast du die tiefsten Tiefen des Weltmeers durchwandelt? 17 Haben sich vor dir die Pforten des Todes aufgetan, und hast du die Pforten des Schattenreichs gesehen? 18 Hast du die weiten Flächen der Erde überschaut? Sage an, wenn du dies alles weißt! 19 Wo geht denn der Weg nach der Wohnung des Lichts, und die Finsternis, wo hat sie ihre Heimstätte, 20 daß du sie in ihr Gebiet hinbringen könntest und daß die Pfade zu ihrem Hause dir bekannt wären? 21 Du weißt es ja, denn damals wurdest du ja geboren, und die Zahl deiner Lebenstage ist groß! 22 Bist du zu den Vorratskammern des Schnees gekommen, und hast du die Speicher des Hagels gesehen, 23 den ich aufgespart habe für die Drangsalszeiten, für den Tag des Kampfes und des Krieges? 24 Wo ist der Weg dahin, wo das Licht sich teilt und von wo der Ostwind sich über die Erde verbreitet? 25 Wer hat der Regenflut Kanäle gespalten und einen Weg dem Donnerstrahl gebahnt, 26 um regnen zu lassen auf menschenleeres Land, auf die Steppe, wo niemand wohnt, 27 um die Einöde und Wildnis reichlich zu tränken und Pflanzengrün sprießen zu lassen? 28 Hat der Regen einen Vater, oder wer erzeugt die Tropfen des Taues? 29 Aus wessen Mutterschoße geht das Eis hervor, und wer läßt den Reif des Himmels entstehen? 30 Wie zu Stein verhärten sich die Wasser, und der Spiegel der Fluten schließt sich zur festen Decke zusammen. 31 Vermagst du die Bande des Siebengestirns zu knüpfen oder die Fesseln* des Orion zu lösen? 32 Läßt du die Bilder des Tierkreises zur rechten Zeit hervortreten, und leitest du den Großen Bären samt seinen Jungen? 33 Kennst du die für den Himmel gültigen Gesetze, oder bestimmst du seine Herrschaft über die Erde? 34 Kannst du deine Stimme hoch zu den Wolken dringen lassen, daß strömender Regen dich bedecke? 35 Entsendest du die Blitze, daß sie hinfahren und zu dir sagen: ›Hier sind wir‹? 36 Wer hat Weisheit in die Wolkenschichten gelegt oder wer dem Luftgebilde Verstand verliehen? 37 Wer zählt die Federwolken mit Weisheit ab, und die Schläuche des Himmels, wer läßt sie sich ergießen, 38 wenn das Erdreich sich zu Metallguß verhärtet hat und die Schollen sich fest zusammenballen? 39 Erjagst du für die Löwin die Beute, und stillst du die Gier der jungen Leuen, 40 wenn sie in ihren Höhlen kauern, im Dickicht auf der Lauer liegen? 41 Wer verschafft dem Raben sein Futter, wenn seine Jungen zu Gott schreien und wegen Mangels an Nahrung umherirren?

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Einheitsübersetzung 2016

ERSTE REDE DES HERRN

Frage und Herausforderung

1 Da antwortete der HERR dem Ijob aus dem Wettersturm und sprach: 2 Wer ist es, der den Ratschluss verdunkelt / mit Gerede ohne Einsicht? 3 Auf, gürte deine Lenden wie ein Mann: / Ich will dich fragen, du belehre mich!

Schöpfung und ihre Ordnung

4 Wo warst du, als ich die Erde gegründet? / Sag es denn, wenn du Bescheid weißt! 5 Wer setzte ihre Maße? Du weißt es ja. / Wer hat die Messschnur über sie gespannt? 6 Wohin sind ihre Pfeiler eingesenkt? / Oder wer hat ihren Eckstein gelegt, 7 als alle Morgensterne jauchzten, / als jubelten alle Gottessöhne? 8 Wer verschloss das Meer mit Toren, / als schäumend es dem Mutterschoß entquoll, 9 als Wolken ich zum Kleid ihm machte, / ihm zur Windel dunklen Dunst, 10 als ich ihm ausbrach meine Grenze, / ihm Tor und Riegel setzte 11 und sprach: Bis hierher darfst du und nicht weiter, / hier muss sich legen deiner Wogen Stolz? 12 Hast du je in deinem Leben dem Morgen geboten, / der Morgenröte ihren Ort bestimmt, 13 dass es der Erde Säume fasse / und die Frevler von ihr abgeschüttelt werden? 14 Sie wandelt sich wie Siegelton, / steht da wie ein Gewand. 15 Den Frevlern wird ihr Licht entzogen, / zerschmettert der erhobene Arm. 16 Bist du zu den Quellen des Meeres gekommen, / hast du des Urgrunds Tiefe durchwandert? 17 Haben dir sich die Tore des Todes geöffnet, / hast du die Tore des Todesschattens geschaut? 18 Hast du der Erde Weiten überblickt? / Sag es, wenn du das alles weißt! 19 Wo ist der Weg zur Wohnstatt des Lichts? / Die Finsternis, wo hat sie ihren Ort, 20 dass du sie einführst in ihren Bereich, / die Pfade zu ihrem Haus kennst? 21 Du weißt es ja; du wurdest damals ja geboren / und deiner Tage Zahl ist groß! 22 Bist du zu den Kammern des Schnees gekommen, / hast du die Kammern des Hagels gesehen, 23 den ich für Zeiten der Drangsal aufgespart, / für den Tag des Kampfes und der Schlacht? 24 Wo ist der Weg dorthin, wo das Licht sich verteilt, / der Ostwind sich über die Erde zerstreut? 25 Wer grub der Regenflut eine Rinne, / einen Weg für das Donnergewölk, 26 um Regen zu senden auf unbewohntes Land, / auf die Steppe, darin niemand wohnt, 27 um zu sättigen die Wildnis und Öde / und frisches Gras sprossen zu lassen? 28 Hat der Regen einen Vater / oder wer zeugte die Tropfen des Taus? 29 Aus wessen Schoß ging das Eis hervor, / des Himmels Reif, wer hat ihn geboren? 30 Wie unter einem Stein verbergen sich die Wasser / und wird fest die Fläche der Flut. 31 Knüpfst du die Bande des Siebengestirns / oder löst du des Orions Fesseln? 32 Führst du heraus Sterne des Tierkreises zu seiner Zeit, / lenkst du die Löwin samt ihren Jungen? 33 Kennst du die Satzungen des Himmels, / setzt du auf der Erde seine Herrschaft durch? 34 Erhebst du zu den Wolken deine Stimme, / dass dich die Woge des Wassers bedeckt? 35 Entsendest du die Blitze, dass sie eilen / und dir sagen: Wir sind da? 36 Wer verlieh dem Ibis Weisheit / oder wer gab Einsicht dem Hahn? 37 Wer zählt in Weisheit die Wolken / und die Schläuche des Himmels, wer schüttet sie aus, 38 wenn der Erdboden hart wird, als sei er gegossen, / und Erdschollen zusammenkleben?

Gott als Herr der Tiere

39 Erjagst du Beute für die Löwin, / stillst du den Hunger der jungen Löwen, 40 wenn sie sich in Höhlen ducken, / im Dickicht auf der Lauer liegen? 41 Wer bereitet dem Raben seine Nahrung, / wenn seine Jungen schreien zu Gott und umherirren ohne Futter?