Hiob 32 | Menge Bibel Einheitsübersetzung 2016

Hiob 32 | Menge Bibel

VII. Die Reden Elihus (Kap. 32-37)

1 Als nun jene drei Männer es aufgegeben hatten, dem Hiob (darauf) zu antworten, daß er sich selbst für gerecht hielt, 2 da entbrannte der Zorn des Busiters Elihu, des Sohnes Barachels, aus dem Geschlechte Ram. Gegen Hiob war er in Zorn geraten, weil dieser Gott gegenüber im Recht zu sein behauptete; 3 und gegen dessen drei Freunde war er deshalb in Zorn geraten, weil sie nicht die (rechte) Antwort gefunden hatten, um Hiob als schuldig zu erweisen. 4 Elihu hatte aber mit einer Entgegnung an Hiob an sich gehalten, weil jene älter an Jahren waren als er. 5 Als Elihu aber sah, daß im Munde der drei Männer keine Widerlegung sich fand, geriet er in Zorn.

Elihu begründet sein bisheriges Schweigen

6 So nahm denn der Busiter Elihu, der Sohn Barachels, das Wort und sagte: Noch jung bin ich an Tagen, und ihr seid Greise; darum habe ich mich gescheut und an mich gehalten, euch mein Wissen kundzutun. 7 Ich dachte: ›Das Alter mag reden und die Menge der Jahre Weisheit an den Tag legen!‹ 8 Jedoch der Geist ist es in den Menschen und der Hauch* des Allmächtigen, der ihnen Einsicht verleiht. 9 Nicht die Bejahrten sind die weisesten, und nicht die Greise (an sich) verstehen sich auf das, was Recht ist. 10 Darum sage ich: ›Hört mir zu! Laßt auch mich mein Wissen euch kundtun.‹ 11 Seht, ich habe auf eure Reden geharrt, habe nach einsichtigen Darlegungen von euch hingehorcht, bis ihr die rechten Worte ausfindig machen würdet, 12 ja, ich habe aufmerksam auf euch achtgegeben; doch seht: keiner hat Hiob widerlegt, keiner von euch auf seine Reden die (rechte) Antwort gegeben. 13 Wendet nur nicht ein: ›Wir sind (bei ihm) auf Weisheit gestoßen: nur Gott kann ihn aus dem Felde schlagen, nicht ein Mensch!‹ 14 Gegen mich hat er ja noch keine Beweisgründe ins Treffen geführt, und nicht mit euren Reden werde ich ihm entgegentreten.«

Elihu erklärt, daß sein Geist sich zur unparteiischen Kundgebung seiner Einsicht getrieben fühle

15 »Bestürzt stehen sie da, finden keine Antwort mehr; die Worte sind ihnen ausgegangen! 16 Und da sollte ich warten, weil sie nicht mehr reden, weil sie dastehen, ohne zu antworten? 17 Nein, auch ich will mein Teil erwidern, auch ich will mein Wissen kundtun! 18 Denn voll bin ich von Worten; der Geist drängt und beengt mich in meinem Inneren, zu reden. 19 Seht, meiner Brust geht es wie dem Wein, dem man nicht Luft schafft: sie droht zu bersten wie neugefüllte Schläuche. 20 Reden will ich, um mir Luft zu schaffen, will meine Lippen auftun und entgegnen! 21 Ich will dabei für niemand Partei nehmen und keinem Menschen zu Gefallen reden; 22 denn ich verstehe mich nicht darauf, zu Gefallen zu reden: gar bald würde mein Schöpfer mich sonst hinwegraffen.«

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Einheitsübersetzung 2016

ERSTE REDE ELIHUS

Einführung Elihus

1 Nun hörten jene drei Männer auf, Ijob zu entgegnen, weil er gerecht war in seinen eigenen Augen. 2 Da entbrannte der Zorn Elihus, des Sohnes Barachels, des Busiters aus dem Geschlecht Ram. Gegen Ijob entbrannte sein Zorn, weil er sich für gerechter hielt als Gott. 3 Auch gegen seine drei Freunde entbrannte sein Zorn, weil sie keine Antwort mehr gefunden und Ijob schuldig gesprochen hatten. 4 Elihu aber hatte Ijob gegenüber mit Worten gezögert, weil jene älter waren als er. 5 Doch als Elihu sah, dass die drei Männer keine Antwort mehr wussten, entbrannte sein Zorn.

Elihus Selbstvorstellung

6 Da ergriff Elihu, der Sohn Barachels, der Busiter, das Wort und sprach: Noch bin ich jung an Jahren, / doch ihr seid hochbetagt; / deshalb hielt ich mich zurück und scheute mich, / euch mein Wissen zu beweisen. 7 Ich dachte: Mag erst das Alter reden, / der Jahre Fülle Weisheit künden. 8 Jedoch, es ist der Geist im Menschen, / des Allmächtigen Hauch, der ihn verständig macht. 9 Nicht viele sind weise / noch Greise stets des Rechten kundig. 10 Darum sage ich: Hört mich an! / Beweisen will auch ich mein Wissen. 11 Seht, gewartet habe ich auf eure Worte, / gelauscht auf eure klugen Sprüche, / bis ihr die rechten Worte fändet. 12 Ich bin euch aufmerksam gefolgt, / doch seht, keiner hat Ijob widerlegt, / keiner von euch ihm zu entgegnen vermocht. 13 Sagt nicht: Wir haben die Weisheit gefunden. / Gott wird ihn vertreiben, nicht ein Mensch. 14 Nicht gegen mich richten sich seine Reden, / nicht mit euren Worten werde ich ihm entgegnen. 15 Besiegt sind sie, geben keine Antwort mehr, / die Worte sind ihnen ausgegangen. 16 Soll ich nun warten, wenn sie nicht reden, / wenn sie dastehen, nichts mehr zu sagen wissen? 17 So will auch ich nun meinen Teil erwidern, / beweisen will auch ich mein Wissen. 18 Denn angefüllt bin ich mit Worten, / mich drängt der Geist in meiner Brust. 19 Mein Inneres ist wie Wein, der keine Luft hat, / wie neue Schläuche muss es bersten. 20 Reden will ich, dann wird mir leichter, / ich öffne meine Lippen und entgegne. 21 Ich will für niemanden Partei ergreifen / und keinem Menschen schmeicheln. 22 Denn ich verstehe mich nicht aufs Schmeicheln, / sonst raffte mich mein Schöpfer bald hinweg.