Hiob 11 | Menge Bibel Einheitsübersetzung 2016

Hiob 11 | Menge Bibel
1 Da nahm Zophar von Naama das Wort und sagte: 2 »Soll (dieser) Wortschwall ohne Antwort bleiben und dieser Zungenheld recht behalten? 3 Dein Gerede sollte Männer zum Schweigen bringen, und du solltest höhnen dürfen, ohne von jemand widerlegt zu werden?!« 4 Du hast ja doch behauptet: ›Meine Darlegung ist richtig‹, und: ›Ich stehe unsträflich in deinen Augen da!‹ 5 Ach, möchte Gott doch reden und seine Lippen gegen dich auftun 6 und dir die verborgenen Tiefen der Weisheit offenbaren, daß sie allseitig an wahrem Wissen sind! Dann würdest du erkennen, daß Gott dir einen Teil deiner Sündenschuld noch zugute hält. 7 Kannst du den Urgrund der Gottheit erreichen oder bis zur Vollkommenheit des Allmächtigen vordringen? 8 Himmelhoch ist sie – was kannst du denn erreichen? Tiefer als das Totenreich ist sie – wie weit reicht denn dein Wissen? 9 Länger als die Erde ist ihr Maß und breiter als das Meer. 10 Wenn er daherfährt und in Verhaft nimmt und zur Gerichtsverhandlung ruft – wer will ihm da wehren? 11 Denn er kennt die nichtswürdigen Leute und nimmt das Unrecht wahr, ohne besonderer Aufmerksamkeit zu bedürfen.« 12 »Da muß selbst ein Hohlkopf zu Verstand* kommen und ein Wildeselfüllen zum Menschen umgeboren werden. 13 Wenn du nun dein Herz in die rechte Verfassung setzen und deine Hände zu ihm* ausbreiten wolltest – 14 klebt eine Schuld an deiner Hand, so entferne sie und laß in deinen Zelten kein Unrecht wohnen! –: 15 ja, dann könntest du dein Angesicht vorwurfsfrei erheben und würdest wie aus Erz gegossen* dastehen, frei von aller Furcht; 16 ja, dann würdest du dein Leiden vergessen, würdest daran zurückdenken wie an Wasser, das sich verlaufen hat. 17 Heller als der Mittag würde das Leben dir aufgehen; mag auch einmal Dunkel dich umgeben, wie lichter Morgen würde es werden. 18 Du würdest dich dessen getrösten, daß noch Hoffnung vorhanden sei, und wenn du Umschau hieltest, getrost dich zum Schlafen niederlegen; 19 du würdest dich lagern, ohne von jemand aufgeschreckt zu werden, und viele würden sich um deine Gunst bemühen. 20 Dagegen die Augen der Frevler erlöschen: für sie ist jede Möglichkeit zum Entfliehen verloren, und ihre (einzige) Hoffnung ist – die Seele* auszuhauchen!«

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Einheitsübersetzung 2016

ERSTE REDE ZOFARS

Größe Gottes

1 Da antwortete Zofar von Naama und sprach: 2 Soll dieser Wortschwall ohne Antwort bleiben / und soll der Maulheld recht behalten? 3 Bringt dein Geschwätz Männer zum Schweigen, / darfst du spotten, ohne dass einer dich beschämt? 4 Du sagtest: Rein ist meine Lehre / und lauter war ich stets in deinen Augen. 5 O, dass Gott doch selber spräche, / seine Lippen öffnete gegen dich. 6 Er würde dich der Weisheit Tiefen lehren, / dass sie wie Wunder sind für den klugen Verstand. / Du würdest erkennen, dass Gott von deiner Schuld noch manches übersieht.* 7 Die Tiefen Gottes willst du finden, / bis zur Vollkommenheit des Allmächtigen vordringen? 8 Höher als der Himmel ist sie, was machst du da? / Tiefer als die Unterwelt, was kannst du wissen?* 9 Weiter als die Erde ist ihr Maß, / breiter ist sie als das Meer. 10 Wenn er daherfährt und gefangen nimmt, / wenn er zusammentreibt, wer hält ihn ab? 11 Denn er kennt die falschen Leute, / sieht das Unrecht und nimmt es wahr. 12 Kommt denn ein Hohlkopf zur Besinnung, / wird ein Wildesel als ein Mensch geboren?

Aufgabe des Menschen

13 Wenn du selbst dein Herz in Ordnung bringst / und deine Hände zu ihm ausbreitest - 14 wenn Unrecht klebt an deiner Hand, entferne es / und lass nicht Schlechtigkeit in deinen Zelten wohnen! -, 15 dann kannst du ohne Makel dein Angesicht erheben, / fest stehst du da und brauchst dich nicht zu fürchten. 16 Dann wirst du auch das Ungemach vergessen, / du denkst daran wie an Wasser, das vorüberfloss. 17 Heller als der Mittag erhebt sich dann dein Leben, / die Dunkelheit wird wie der Morgen sein. 18 Du fühlst dich sicher, weil noch Hoffnung ist; / du schaust dich um und kannst sicher schlafen. 19 Du lagerst dich und niemand schreckt dich auf / und viele mühen sich um deine Gunst. 20 Doch der Frevler Augen verschmachten, / jede Zuflucht schwindet ihnen; / ihre Hoffnung ist, das Leben auszuhauchen.