4.Mose 24 | Menge Bibel Einheitsübersetzung 2016

4.Mose 24 | Menge Bibel
1 Da Bileam aber erkannte, daß es der Wille des HERRN war, Israel zu segnen, ging er nicht, wie die vorigen Male, auf Wahrzeichen aus, sondern wandte sein Gesicht nach der Wüste hin.

Bileam segnet Israel vom Berge Peor herab

2 Als er nun seine Augen aufschlug und Israel nach seinen Stämmen gelagert sah, da kam der Geist Gottes über ihn, 3 und er trug seinen Spruch folgendermaßen vor: »So spricht Bileam, der Sohn Beors, und so spricht der Mann, dessen Auge geschlossen ist; 4 so spricht der, der Gottes Worte vernimmt und die Gedanken des Höchsten kennt, der die Offenbarungen des Allmächtigen schaut, der hingesunken ist und dessen Augen enthüllt sind: 5 Wie schön sind deine Zelte, Jakob, deine Wohnungen, Israel! 6 Wie Täler, die sich weithin dehnen, wie Gärten an einem Strom, wie Aloebäume, die der HERR gepflanzt, wie Zedern am Wasser! 7 Wasser rinnt aus seinen Eimern, und seine Saat ist reichlich getränkt. Sein König ist mächtiger als Agag, und sein Königtum steigt stolz empor. 8 Gott, der aus Ägypten es geführt, ist ihm wie die Hörner eines Wildstiers. Es frißt die ihm feindlichen Völker und zermalmt ihre Gebeine, es zerschmettert sie mit seinen Pfeilen (?). 9 Es hat sich hingestreckt, liegt da wie ein Leu und wie eine Löwin: wer will* es aufstören? Wer dich segnet, ist gesegnet, und wer dir flucht, ist verflucht!«

Balaks Zorn und Bileams Entschuldigung

10 Da geriet Balak in Zorn gegen Bileam, so daß er die Hände zusammenschlug. Dann sagte Balak zu Bileam: »Um meine Feinde zu verfluchen, habe ich dich holen lassen, und nun hast du sie sogar gesegnet, nun schon dreimal! 11 Kehre jetzt nur sofort in deine Heimat zurück! Ich hatte gedacht, dich hoch zu ehren*; doch nun hat der HERR dich um die Ehre* gebracht!« 12 Da antwortete Bileam dem Balak: »Habe ich nicht schon deinen Boten, die du an mich gesandt hattest, ausdrücklich erklärt (22,18): 13 ›Wenn Balak mir auch sein ganzes Haus voll Silber und Gold geben wollte, so vermöchte ich doch den Befehl des HERRN nicht zu übertreten, um nach eigenem Belieben etwas zu tun, sei es zum Guten oder zum Bösen; sondern nur, was der HERR mir eingäbe, das würde ich kundtun‹? 14 Weil ich denn jetzt zu meinem Volk zurückkehre, so komm: ich will dir verkünden, was dieses Volk deinem Volk in künftigen Zeiten antun wird!«

Der vierte Spruch Bileams: der Stern aus Jakob; dessen Sieg über Moab und Edom

15 Hierauf trug er seinen Spruch folgendermaßen vor: »So spricht Bileam, der Sohn Beors, und so spricht der Mann, dessen Auge geschlossen ist; 16 So spricht der, welcher Gottes Worte vernimmt und die Gedanken des Höchsten kennt, der die Offenbarungen des Allmächtigen schaut, der hingesunken ist und dessen Augen enthüllt sind: 17 Ich sehe ihn, doch nicht schon jetzt, ich gewahre ihn, doch noch nicht in der Nähe; es geht ein Stern aus Jakob auf, und ein Herrscherstab ersteht* aus Israel, der zerschmettert die Schläfen Moabs, den Scheitel aller Söhne Seths. 18 Und Edom wird sein* Eigentum werden und Seir sein Eigentum, sie, seine Feinde; Israel aber wird große Taten verrichten. 19 Von Jakob wird der Herrscher ausgehn und Entronnene* vertilgen aus den Städten.«

Die Sprüche über die Amalekiter, Keniter und Assur (nebst Eber); Schluß der Bileamgeschichte

20 Als er dann die Amalekiter erblickte, trug er seinen Spruch folgendermaßen vor: »Der Völker erstes ist Amalek, doch sein Ende fällt dem Untergang anheim!« 21 Als er dann die Keniter (1.Sam 15,6) erblickte, trug er seinen Spruch folgendermaßen vor: »Fest ist dein Wohnsitz, (Kain,) und auf Felsen gebaut dein Nest; 22 gleichwohl ist Kain dem Untergang geweiht: wie lange noch, so führt Assur dich in Gefangenschaft!« 23 Dann trug er nochmals seinen Spruch folgendermaßen vor: »Wehe! Wer wird* am Leben bleiben, wenn Gott dies eintreten läßt? 24 Denn Schiffe kommen vom Strand der Kittäer*, die demütigen Assur und demütigen Eber; doch auch der wird dem Untergang verfallen!« 25 Hierauf machte Bileam sich auf den Weg und kehrte in seine Heimat zurück; und auch Balak ging seines Weges.

Public Domain

Einheitsübersetzung 2016
1 Bileam aber sah, dass es gut war in den Augen des HERRN, Israel zu segnen. Da ließ er sich nicht wie die vorigen Male auf Zaubereien ein, sondern wandte sein Gesicht der Wüste zu. 2 Als Bileam aufblickte, sah er Israel im Lager, nach Stämmen geordnet. Da kam der Geist Gottes über ihn, 3 er begann mit seinem Orakelspruch und sagte: Spruch Bileams, des Sohnes Beors, / Spruch des Mannes mit geöffnetem Auge, / 4 Spruch dessen, der Gottesworte hört, / der eine Vision des Allmächtigen sieht, / der niedersinkt mit entschleierten Augen: / 5 Jakob, wie schön sind deine Zelte, / deine Wohnungen, Israel! / 6 Wie Bachtäler ziehen sie sich hin, / wie Gärten an einem Strom, / wie Aloebäume, vom HERRN gepflanzt, / wie Zedern am Wasser. / 7 Von seinen Schöpfeimern rinnt das Wasser, / reichlich Wasser hat seine Saat. / Sein König möge Agag überlegen sein / und seine Königsherrschaft sich erheben. / 8 Ja, Gott hat ihn aus Ägypten herausgeführt. / Er hat Hörner wie ein Wildstier. / Er frisst die Nationen, die ihm Feind sind, / er zermalmt ihre Knochen und zerbricht ihre Pfeile. / 9 Er duckt sich, liegt da wie ein Löwe, / wie eine Löwin. Wer wagt es, sie aufzujagen? / Wer dich segnet, ist gesegnet, / und wer dich verflucht, ist verflucht. 10 Da wurde Balak zornig auf Bileam. Er schlug die Hände zusammen und sagte zu Bileam: Ich habe dich gerufen, damit du meine Feinde verwünschst, siehe, du aber hast sie schon dreimal gesegnet. 11 Und jetzt flieh dorthin, woher du gekommen bist! Ich habe versprochen, dir einen hohen Lohn zu geben, doch siehe, der HERR hat dich daran gehindert, ihn zu erhalten. 12 Bileam antwortete Balak: Habe ich nicht schon zu deinen Boten, die du zu mir geschickt hast, gesagt: 13 Auch wenn mir Balak sein Haus voll Silber und Gold gibt, kann ich dem Befehl des HERRN nicht zuwiderhandeln und nach eigenem Gutdünken Gutes oder Böses bewirken. Ich muss sagen, was der HERR sagt. 14 Siehe, ich gehe jetzt zu meinem Volk zurück. Ich will dir aber noch verraten, was dieses Volk deinem Volk in der Zukunft antun wird. 15 Und er begann mit seinem Orakelspruch und sagte: Spruch Bileams, des Sohnes Beors, / Spruch des Mannes mit geöffnetem Auge, / 16 Spruch dessen, der Gottesworte hört / und die Kunde des Höchsten kennt, / der eine Vision des Allmächtigen sieht, / der niedersinkt mit entschleierten Augen: / 17 Ich sehe ihn, aber nicht jetzt, / ich erblicke ihn, aber nicht in der Nähe: / Ein Stern geht in Jakob auf, / ein Zepter erhebt sich in Israel. / Er zerschlägt Moab die Schläfen / und allen Söhnen Sets den Schädel. / 18 Edom wird Eigentum, / Seïr wird Eigentum seiner Feinde / und Israel wird Starkes tun. / 19 Aus Jakob steigt einer herab / und richtet zugrunde, was aus der Stadt entkam. 20 Dann sah er Amalek; er begann mit seinem Orakelspruch und sagte: Die erste unter den Nationen war Amalek, / doch seine Zukunft ist Untergang. 21 Dann sah er die Keniter; er begann mit seinem Orakelspruch und sagte: Dein Wohnsitz ist sicher und fest, / dein Nest ist auf Felsen gebaut; / 22 doch Kain wird fortgeschafft werden. / Nicht mehr lange, dann führt Assur dich gefangen weg. 23 Er begann mit seinem Orakelspruch und sagte: Weh, wer wird am Leben bleiben, wenn Gott das tut? / 24 Schiffe kommen von den Kittäern, / sie demütigen Assur, sie demütigen Eber. / Doch auch er endet im Untergang. 25 Dann stand Bileam auf, ging und kehrte in seine Heimat zurück und auch Balak zog seines Weges.