1Hiob sagte:2»Auch heute muss ich bitter klagen, schwer lastet Gottes Hand auf mir, ich kann nur noch stöhnen!3Wenn ich doch wüsste, wo ich ihn finden könnte und wie ich zu seinem Thron gelange!4Ich würde ihm meinen Fall darlegen und alle Gründe nennen, die zu meinen Gunsten sprechen!5Ich wollte wissen, was er mir zur Antwort gibt, und verstehen, was er mir dann sagt.6Würde er wohl alle Kraft aufbieten, um mit mir zu streiten? Nein! Er würde mir Beachtung schenken!7So könnte ich meine Unschuld beweisen, und Gott würde mich endgültig freisprechen.8Doch ich kann ihn nirgends finden! Ich habe ihn im Osten gesucht – er ist nicht dort, und auch im Westen entdecke ich ihn nicht.9Wirkt er im Norden, oder wendet er sich zum Süden hin, sehe ich doch keine Spur von ihm; nirgends ist er zu erblicken!10Doch er kennt meinen Weg genau; wenn er mich prüfte, wäre ich rein wie Gold.11Unbeirrbar bin ich dem Weg gefolgt, den er mir zeigte, niemals bin ich von ihm abgeirrt.12Ich habe seine Gebote nicht übertreten; seine Befehle zu beachten, war mir wichtiger als das tägliche Brot.13Aber Gott allein ist der Herr. Was er sich vornimmt, das tut er auch, und niemand bringt ihn davon ab.14So wird er ausführen, was er über mich beschlossen hat; und dieser Plan ist nur einer von vielen, die er bereithält.15Darum habe ich Angst vor ihm; wenn ich darüber nachdenke, packt mich die Furcht!16Ja, Gott hat mir jeden Mut genommen; der Gewaltige versetzt mich in Angst und Schrecken!17Doch die Dunkelheit bringt mich nicht zum Schweigen, diese tiefe Finsternis, die mich jetzt bedeckt.«
Einheitsübersetzung 2016
IJOBS GEGENREDE
Ruf nach Gott, dem Richter
1Da antwortete Ijob und sprach:2Auch heute ist meine Klage Widerspruch; / schwer lastet seine Hand auf meinem Seufzen.*3Wüsste ich doch, wie ich ihn finden könnte, / gelangen könnte zu seiner Stätte.4Ich wollte vor ihm den Rechtsfall ausbreiten, / meinen Mund mit Beweisen füllen.5Ich möchte wissen, mit welchen Worten er mir Antwort gibt, / möchte erfahren, was er mir zu sagen hat.6Würde er in der Fülle der Macht mit mir streiten? / Nein, gerade er wird auf mich achten!7Dort würde ein Redlicher mit ihm rechten / und ich käme für immer frei von meinem Richter.8Seht, gehe ich nach Osten, so ist er nicht da, / nach Westen, so bemerke ich ihn nicht,9nach Norden, sein Tun erblicke ich nicht; / biege ich nach Süden, sehe ich ihn nicht.*10Doch er kennt den Weg, den ich gehe; / prüfte er mich, ich ginge wie Gold hervor.11Mein Fuß hielt fest an seiner Spur, / seinen Weg hielt ich ein und bog nicht ab.12Das Gebot seiner Lippen gab ich nicht auf; / seines Mundes Worte barg ich in meinem Inneren.*13Doch er bleibt der Eine, wer stimmt ihn um? / Wonach seine Seele verlangte, das machte er.14Ja, er vollendet, was er mir bestimmt hat; / und Ähnliches hat er noch viel im Sinn.15Darum erschrecke ich vor seinem Angesicht; / denke ich daran, gerate ich in Angst vor ihm.16Gott macht mein Herz verzagt, / der Allmächtige versetzt mich in Schrecken.17Denn bin ich nicht von Finsternis umschlossen, / bedeckt nicht Dunkel mein Angesicht?
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