Hiob 20 | Hoffnung für alle Einheitsübersetzung 2016

Hiob 20 | Hoffnung für alle

Zofar: Unrecht Gut gedeiht nicht!

1 Nun fiel ihm Zofar aus Naama ins Wort: 2 »Jetzt muss ich dir etwas sagen, Hiob! Ich kann nicht länger warten! 3 Dein Gerede beleidigt mich, doch ich bin klug genug, dir die passende Antwort zu geben! 4 Seit Urzeiten, seit Gott den Menschen auf die Erde setzte, gilt dieses eine Gesetz: Die Freude des Gottlosen ist nicht von Dauer; sein Glück währt nur für kurze Zeit! Weißt du das nicht? 6 Steigt er auch in seinem Stolz bis in den Himmel auf und reicht er mit dem Kopf bis an die Wolken, 7 wird er doch für immer vergehen, genauso wie sein eigener Kot. Wer diesen Menschen kannte, wird sich fragen: ›Wo ist er nur geblieben?‹ 8 Er wird spurlos verschwinden wie ein Traum, verfliegen wie ein flüchtiger Gedanke; wo er wohnte, wird ihn keiner mehr erblicken. 10 Seine Söhne werden bei den Armen betteln gehen, weil er sein Hab und Gut zurückerstatten musste. 11 Noch strotzt er vor Kraft, doch bald wird er im Staube liegen. 12 Böses tun ist ihm ein Vergnügen, ein Leckerbissen, den er sich auf der Zunge zergehen lässt, den er lange im Mund behält, um den Geschmack nicht zu verlieren. 14 Doch sobald er ihn verzehrt hat, wird der Leckerbissen zu Schlangengift. 15 Das unrechte Gut, das er verschlingt, muss er wieder erbrechen, weil Gott ihn dazu zwingt! 16 Was er so gierig in sich aufsaugt, stellt sich als Schlangengift heraus; ein Biss der Viper bringt ihn um. 17 Er wird nicht im Überfluss leben; Ströme von Milch und Honig fließen nicht für ihn. 18 Was er sich mühevoll erworben hat, muss er zurückgeben; er darf es nicht genießen, an seinem großen Gewinn kann er sich niemals freuen. 19 Denn er unterdrückt und beraubt die Armen; Häuser, die er selbst nicht baute, reißt er an sich. 20 Seine Habgier, sie kennt keine Grenzen, doch mit seinen Schätzen wird er nicht entkommen! 21 Nichts ist seiner Fressgier je entgangen, doch wird sein Wohlstand nur von kurzer Dauer sein. 22 Auf der Höhe seiner Macht wird ihm angst und bange, das Unglück trifft ihn mit voller Wucht. 23 Soll er sich doch den Bauch vollschlagen! Irgendwann kommt Gottes Zorn auf ihn herab; er lässt seine Schläge auf ihn niederregnen. 24 Wenn er dann um sein Leben läuft, weil er dem Schwert entkommen will, wird ihn einer mit dem Bogen niederstrecken. 25 Der Bogenschütze zielt auf ihn und schießt: Ein Pfeil durchbohrt sein Herz und tritt am Rücken wieder aus; so stirbt er, voller Angst. 26 Seine angehäuften Schätze hat Gott fürs Unglück aufbewahrt; ein Feuer wird sie verzehren, das nicht von Menschenhand entzündet wurde. Und wer in seinem Zelt noch überlebt, dem wird es schlecht ergehen. 27 Der Himmel wird seine ganze Schuld enthüllen und die Erde gegen ihn als Zeuge auftreten. 28 Was er im Laufe seines Lebens erworben hat, wird in nichts zerrinnen, wenn Gott in seinem Zorn Gericht hält. 29 Wer sich Gott widersetzt, hat dieses Ende verdient. Dieses unheilvolle Erbe hat Gott ihm zugedacht.«

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Einheitsübersetzung 2016

ZWEITE REDE ZOFARS

Ijobs unbegründeter Vorwurf

1 Da antwortete Zofar von Naama und sprach: 2 Darum drängt mich meine Erregung zur Antwort / und deswegen stürmt es in mir. 3 Schmähende Rüge muss ich hören, / doch der Geist meiner Einsicht lässt mich entgegnen.

Schicksal des Frevlers

4 Weißt du das nicht von Urzeit her, / seit er Menschen auf die Erde gesetzt hat: 5 dass kurz nur währt der Frevler Jubel, / einen Augenblick nur des Ruchlosen Freude? 6 Steigt auch sein Übermut zum Himmel / und rührt sein Kopf bis ans Gewölk, 7 wie sein Kot vergeht er doch für immer; / die ihn gesehen haben, werden fragen: Wo ist er? 8 Wie ein Traum verfliegt er / und ist nicht mehr zu finden, / wird weggescheucht wie ein Gesicht der Nacht. 9 Das Auge, das ihn sah, erblickt ihn nicht wieder, / seine Stätte schaut ihn nie mehr. 10 Seine Söhne müssen die Armen günstig stimmen, / seine Hände müssen seine Habe zurückgeben. 11 Strotzen von Jugendkraft auch seine Glieder, / sie betten sich doch mit ihm in den Staub. 12 Schmeckt süß das Böse in seinem Mund, / birgt er es unter seiner Zunge, 13 spart er es auf und will nicht von ihm lassen, / hält er es auch tief in seinem Gaumen fest, 14 in seinem Innern verwandelt sich die Speise, / sie wird in seinem Leib zu Natterngift. 15 Das Gut, das er verschlungen hat, speit er aus; / aus seinem Leib treibt Gott es heraus. 16 Das Gift von Nattern saugt er ein, / es tötet ihn der Viper Zunge. 17 Nicht darf er Bäche schauen, / nicht Flüsse, die von Honig und Rahm fließen. 18 Zurückgeben muss er seinen Gewinn, / genießen darf er ihn nicht, / darf sich nicht freuen am ertauschten Gut. 19 Denn Arme schlug er nieder, ließ sie liegen, / raubte das Haus, das er nicht gebaut. 20 Denn kein Genug kennt er in seinem Bauch, / drum entkommt er nicht mit seinen Schätzen. 21 Nichts entgeht seinem Fraß, / darum hält sein Glück auch nicht stand. 22 Trotz vollen Überflusses kommt er in Not, / die ganze Wucht des Elends fällt ihn an. 23 Und so geschieht es: Um des Frevlers Bauch zu füllen, / lässt Gott auf ihn die Gluten seines Zornes los, / lässt auf ihn regnen seine Schläge. 24 Flieht er vor dem Eisenpanzer, / durchbohrt ihn der Bogen aus Bronze. 25 Er zückte das Schwert und es kam heraus aus seinem Rücken, / ein Blitz aus seiner Galle. / Schrecken gehen über ihn hinweg. 26 Nur finsteres Unheil ist für ihn aufbewahrt, / Feuer, von niemand entfacht, verzehrt ihn, / frisst noch den letzten Mann in seinem Zelt. 27 Der Himmel enthüllt seine Schuld, / die Erde bäumt sich gegen ihn auf. 28 Weggeführt wird der Ertrag seines Hauses, / dahingerafft am Tag seines Zorns. 29 Das ist des Frevlers Anteil von Gott, / das Erbe, das Gott ihm zuspricht.