Baruch 4 | Gute Nachricht Bibel 2018
1Eben diese Weisheit ist das Gesetz Gottes, das in Ewigkeit besteht; im Buch der Gebote Gottes ist sie aufgeschrieben. Alle, die sich an sie halten, gewinnen das Leben; aber wer sich von ihr abwendet, verfällt dem Tod.2Kehrt um, ihr Nachkommen Jakobs, nehmt sie in eure Herzen auf! Stellt euch in das Licht, das von ihr ausstrahlt!3Darin findet ihr eure Ehre – lasst euch nicht von anderen Völkern übertreffen und beschämen!4Wir Israeliten dürfen uns freuen; denn uns hat Gott gezeigt, was ihm gefällt.
Baruch spricht Israel Mut zu
5Fasse Mut, mein Volk; denn du trägst den Namen Israel!6An fremde Völker wurdet ihr Israeliten verkauft, aber das sollte nicht euer Untergang sein. Gott gab euch nur deshalb euren Feinden preis, weil ihr ihn zum Zorn gereizt habt.7Ihr habt ihn beleidigt, weil ihr nicht ihm, sondern den Dämonen Opfer brachtet.
Die Witwe Jerusalem beklagt das Schicksal ihrer Kinder
8Den ewigen Gott, der euch mit allem Guten versorgte, habt ihr vergessen; aber auch Jerusalem, der Mutter, die euch aufzog, habt ihr Schmerzen bereitet.9Sie musste mit ansehen, wie der Zorn Gottes sich über euch zusammenballte und seine Strafe euch ereilte, und klagend rief sie: »Hört, ihr Völker, ihr Nachbarinnen der Zionsstadt, Gott hat schweres Leid über mich verhängt!10Ich muss mit ansehen, wie der ewige Gott meine Söhne und Töchter in die Gefangenschaft führen lässt!11Mit Freude habe ich sie großgezogen, mit Weinen und Klagen muss ich sie nun von mir lassen.12Niemand soll in Schadenfreude ausbrechen, wenn er mich als vereinsamte Witwe sieht, die so viele Kinder verloren hat! Ich musste meine Kinder hergeben, weil sie Gott nicht gehorcht und sein Gesetz nicht befolgt hatten.13Sie kümmerten sich nicht um seine Anordnungen und gingen nicht den Weg, den er ihnen mit seinen Geboten gewiesen hatte. Von einem Leben, das vor ihm bestehen kann, wollten sie nichts wissen und ließen sich nicht zurechtweisen.14Kommt, ihr Nachbarinnen der Zionsstadt, und betrauert mit mir die Wegführung meiner Söhne und Töchter, die der ewige Gott über sie verhängt hat!15Er führte aus der Ferne ein Volk gegen sie heran, ein Volk mit rauen Sitten und fremder Sprache. Es hatte keine Achtung vor dem Greis und kein Erbarmen mit dem Säugling.16Es führte meine geliebten Söhne hinweg und raubte mir meine Töchter; als einsame Witwe blieb ich zurück.17Ach, meine Kinder, wenn ich euch doch helfen könnte!18Nur der, der das Unheil über euch gebracht hat, kann euch aus der Gewalt eurer Feinde retten.19Lebt wohl, meine Kinder, lebt wohl! Einsam und verlassen bleibe ich zurück.20Das Festkleid habe ich abgelegt und mich in Trauer gehüllt. Für den ganzen Rest meines Lebens muss ich trauern und klagen vor dem ewigen Gott!«
Die Witwe Jerusalem macht ihren gefangenen Kindern Mut
21»Fasst Mut, meine Kinder, ruft zu Gott um Hilfe! Er wird euch aus der Macht und Gewalt eurer Feinde befreien.22Ich vertraue fest darauf, dass der ewige Gott euch retten wird. Er hat mein Herz schon mit Freude erfüllt; ich bin gewiss, es dauert nicht mehr lange, dann wird er sich über euch erbarmen. Er, der ewige Gott, ist euer Retter und Befreier.23Unter Weinen und Klagen musste ich euch ziehen lassen; mit Freude und Wonne werde ich euch für immer von ihm zurückerhalten.24Die Nachbarvölker der Zionsstadt haben mit angesehen, wie ihr weggeführt worden seid – bald werden sie sehen, wie ihr zurückkommt, wenn der ewige Gott sich in seiner großen, strahlenden Herrlichkeit zeigt und euch rettet.25Meine Kinder, tragt in Geduld die Strafe, die Gott in seinem Zorn über euch verhängt hat! Der Feind hat euch niedergeworfen, aber bald werdet ihr seinen Untergang erleben und den Fuß auf seinen Nacken setzen.26Meine zarten Kinder, ihr musstet raue Wege gehen; ihr wurdet weggetrieben wie eine Herde, die Räubern in die Hände fällt.27Fasst nur Mut, Kinder, und ruft zu Gott um Hilfe! Er, der dies alles herbeigeführt hat, wird euer Rufen hören.28Wie ihr darauf bedacht wart, euch von ihm abzukehren, so seid nun zehnfach darauf bedacht, ihn wieder zu suchen.29Dann wird er, der das Unheil über euch gebracht hat, euch retten und euch damit eine Freude schenken, die nie mehr aufhört.«
Baruch kündigt der Witwe Jerusalem die Schicksalswende an
30Fasse Mut, Jerusalem! Gott, der dich bei deinem Namen gerufen hat, wird dir beistehen.31Unglück wird alle treffen, die über deinen Sturz gejubelt und dir Böses angetan haben.32Unglück wird über die Städte kommen, denen deine Kinder als Sklaven dienen mussten – aber vor allem über die Stadt, die sie in die Sklaverei geführt hat.33Wie sie gejubelt und sich gefreut hat über deine Zerstörung, so wird sie über die eigene Verwüstung trauern müssen.34Die Menge ihrer Bewohner, die ihre ganze Freude sind, wird ihr genommen; ihr Übermut verkehrt sich in tiefe Trauer.35Der ewige Gott schickt Feuer in ihre Mauern, das sie vernichtet für alle Zeiten; nur noch Dämonen werden in den Ruinen hausen.36Sieh dorthin, wo die Sonne aufgeht, Jerusalem! Was für eine Freude lässt Gott dich erleben!37Deine Söhne, die du wegziehen sahst, kommen wieder! Der heilige Gott hat sie zusammengerufen von Osten und Westen und sie kommen voll Freude über die Herrlichkeit ihres Gottes.
Einheitsübersetzung 2016
1Sie ist das Buch der Gebote Gottes, / das Gesetz, das ewig besteht.
Alle, die an ihr festhalten, finden das Leben; / doch alle, die sie verlassen, verfallen dem Tod.2Kehr um, Jakob, ergreif sie! / Geh in ihrem Glanz den Weg zum Licht!3Überlass deinen Ruhm keinem andern / und deinen Vorzug keinem fremden Volk!4Glücklich sind wir, das Volk Israel; / denn wir wissen, was Gott gefällt.
JERUSALEM, MUTTER ISRAELS
Rückblick und Zuspruch
5Hab Vertrauen, mein Volk, du trägst den Namen Israel.6Ihr wurdet verkauft an die Völker, doch nicht zur Vernichtung. Weil ihr Gott erzürnt habt, wurdet ihr den Feinden preisgegeben.7Denn ihr habt euren Schöpfer zum Zorn gereizt, da ihr den Dämonen und nicht Gott Opfer darbrachtet.8Euren Ernährer habt ihr vergessen, den ewigen Gott. Ihr habt auch Jerusalem betrübt, die euch aufzog.
Jerusalems Klage und Hoffnung
9Denn sie hat mit angesehen, wie Gottes Zorn über euch hereinbrach; da sprach sie:
Hört, ihr Nachbarinnen Zions! Gott hat große Trauer über mich gebracht.10Denn ich musste sehen, dass meine Söhne und Töchter verschleppt wurden, wie es der Ewige über sie verhängt hat.11Mit Freude habe ich sie großgezogen, / mit Weinen und Trauerklage musste ich sie ziehen lassen.12Keiner juble, dass ich Witwe bin und von so vielen verlassen; / der Sünden meiner Kinder wegen bin ich vereinsamt, / denn sie sind abgewichen vom Gesetz Gottes.13Seine Satzungen haben sie nicht anerkannt. / Sie gingen nicht die Wege der Gottesgebote. / Die Pfade der Erziehung in Gerechtigkeit beschritten sie nicht.14Kommt, ihr Nachbarstädte Zions! Bedenkt die Gefangenschaft, die der Ewige über meine Söhne und Töchter verhängt hat!15Denn er ließ ein Volk von weit her über sie kommen, / ein rohes Volk mit fremder Sprache;
es hatte keine Scheu vor Greisen, / kein Mitleid mit Kindern.16Es führte die Lieblinge der Witwe weg, / raubte der Vereinsamten die Töchter.17Ich aber, wie könnte ich euch helfen?18Nur er, der das Unheil über euch brachte, kann euch der Hand eurer Feinde entreißen.19Geht fort, meine Kinder, geht fort! Ich bleibe ja einsam zurück.20Abgelegt habe ich das Gewand des Friedens, angezogen das Bußkleid meines Flehens. Zum Ewigen will ich rufen, solange ich lebe.21Habt Vertrauen, meine Kinder, schreit zu Gott! Er wird euch der Gewalt entreißen, den Händen der Feinde.22Denn ich erhoffe vom Ewigen eure Rettung; schon wurde mir vom Heiligen Freude zuteil wegen der Erbarmung, die bald zu euch kommt vom Ewigen, eurem Retter.23In Trauer und in Tränen ließ ich euch ziehen, doch wird mir Gott euch wiederschenken zur Freude und zum Jubel für immer.24Wie jetzt die Nachbarstädte Zions eure Gefangenschaft vor Augen haben, so werden sie bald die Rettung sehen, die von eurem Gott kommt; mit großer Herrlichkeit kommt sie zu euch und mit dem Glanz des Ewigen.25Meine Kinder, ertragt geduldig den Zorn, der von Gott her über euch kam! Der Feind hat dich verfolgt, bald aber wirst du seinen Untergang sehen und den Fuß auf seinen Nacken setzen.26Meine zarten Kinder mussten auf rauen Wegen ziehen. Sie wurden fortgeschleppt wie eine Herde, von Feinden geraubt.27Habt Vertrauen, meine Kinder, schreit zu Gott! Denn er, der es verhängt hat, wird wieder an euch denken.28Wie euer Sinn auf den Abfall von Gott gerichtet war, so zeigt nun zehnfachen Eifer, umzukehren und ihn zu suchen!29Er, der über euch das Unheil gebracht hat, wird mit eurer Rettung euch ewige Freude bringen.
Ermutigung und Trost
30Hab Vertrauen, Jerusalem! Der dir den Namen gab, er wird dich trösten.31Unglück über jene, die dir Böses taten und über deinen Sturz sich freuten!32Unglück über die Städte, zu deren Sklaven deine Kinder wurden! Unglück über jene Stadt, die deine Nachkommen als Sklaven aufgenommen hat!33Wie sie sich freute über deinen Sturz, frohlockte über deinen Fall, so wird sie ihre eigene Verwüstung betrauern müssen.34Ich nehme ihr den Jubel der Volksmenge; / ihr Prahlen wandelt sich in Trauerklage.35Denn Feuer vom Ewigen wird über sie kommen für viele Tage / und Dämonen werden dort hausen für lange Zeit.36Blick nach Osten, Jerusalem! Schau die Freude, die von Gott zu dir kommt.37Siehe, deine Nachkommen, die du einst fortziehen ließest, kehren zurück; sie kommen, vom Aufgang der Sonne bis zum Untergang, gesammelt durch das Wort des Heiligen; sie freuen sich über die Herrlichkeit Gottes.
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