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Zürcher Bibel

Frau Weisheit und Frau Torheit

1 Die Weisheit hat ihr Haus gebaut, ihre sieben Säulen hat sie aufgerichtet1.
2 Sie hat ihr Vieh geschlachtet, ihren Wein gemischt, auch ihren Tisch hat sie gedeckt.
3 Ihre jungen Frauen hat sie ausgesandt, sie ruft oben auf den Höhen der Stadt:
4 Wer einfältig ist, kehre hier ein! Zu dem, dem es an Verstand fehlt, spricht sie:
5 Kommt, esst von meiner Speise und trinkt vom Wein, den ich gemischt habe.
6 Lasst ab von der Einfalt, so werdet ihr leben, und geht auf dem Weg des Verstandes.
7 Wer einen Spötter zurechtweist, trägt Schande davon, und einen Makel, wer den Frevler rügt.
8 Rüge nicht einen Spötter, sonst wird er dich hassen, rüge einen Weisen, und er wird dich lieben.
9 Gib dem Weisen, und er wird noch weiser, belehre den Gerechten, und er lernt dazu.
10 Der Anfang der Weisheit ist die Furcht des HERRN, und das Erkennen des Heiligen ist Verstand.
11 Durch mich werden deine Tage zahlreich, und deine Lebensjahre mehren sich.
12 Bist du weise, so bist du weise für dich selbst, und bist du ein Spötter, musst du allein es tragen.
13 Frau Torheit ist unruhig, einfältig und versteht nichts.
14 Sie sitzt an der Tür ihres Hauses auf einem Sessel auf den Höhen der Stadt
15 und ruft jene, die auf dem Weg vorüberziehen, die auf geraden Pfaden gehen:
16 Wer einfältig ist, kehre hier ein! Und zum Unvernünftigen spricht sie:
17 Gestohlenes Wasser ist süss, und im Verborgenen schmeckt das Brot köstlich.
18 Er aber weiss nicht, dass dort die Schatten wohnen, in den Tiefen des Totenreichs sind, die sie gerufen hat.
1 Die Übersetzung "aufgerichtet" beruht auf den antiken Übersetzungen; der Massoretische Text lautet übersetzt: "ausgehauen".
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