Hilfe

Zürcher Bibel

Vier Warnungen

1 Mein Sohn, wenn du für deinen Nächsten eine Bürgschaft geleistet hast, dich durch Handschlag verpflichtet hast für einen anderen,
2 wenn du dich gebunden hast durch die Worte deines Mundes, durch die Worte deines Mundes gefangen bist,
3 dann tu dies, mein Sohn, und rette dich so, denn du bist in die Gewalt deines Nächsten geraten: Geh eilends und bestürme deinen Nächsten.
4 Gönne deinen Augen keinen Schlaf und deinen Wimpern keinen Schlummer.
5 Rette dich wie eine Gazelle aus seiner Gewalt und wie ein Vogel aus der Gewalt des Fängers.
6 Geh zur Ameise, du Fauler, sieh dir ihre Wege an, und werde weise.
7 Obwohl sie keinen Anführer hat, keinen Aufseher und Herrscher,
8 sorgt sie im Sommer für ihr Futter, sammelt sie in der Erntezeit ihre Nahrung.
9 Wie lange, du Fauler, willst du liegen bleiben, wann willst du aufstehen von deinem Schlaf?
10 Noch ein wenig schlafen, noch ein wenig schlummern, noch ein wenig die Hände ineinander legen und liegen bleiben -
11 da kommt wie ein Räuber die Armut über dich und wie ein bewaffneter Mann der Mangel.
12 Ein nichtsnutziger Mensch, ein Frevler ist, wer Verkehrtheit im Mund führt,
13 wer mit den Augen zwinkert, mit den Füssen Zeichen gibt, mit den Fingern deutet.
14 Mit falschem Herzen plant er Böses, allezeit entfacht er Streit.
15 Darum wird plötzlich das Unglück über ihn kommen, im Nu wird er zerschmettert, ohne Heilung.
16 Sechs Dinge hasst der HERR, und sieben sind ihm ein Abscheu:
17 hochmütige Augen, eine verlogene Zunge und Hände, die das Blut Unschuldiger vergiessen,
18 ein Herz, das tückische Pläne entwirft, Füsse, die eilends zum Bösen laufen,
19 wenn einer Lügen vorbringt als falscher Zeuge und wenn einer Streit entfacht zwischen Brüdern.

Warnung vor Ehebruch

20 Bewahre, mein Sohn, das Gebot deines Vaters, und verwirf nicht die Weisung deiner Mutter.
21 Binde sie für immer auf dein Herz, lege sie dir um den Hals.
22 Wenn du gehst, leitet sie dich, wenn du dich niederlegst, wacht sie über dir, und wachst du auf, spricht sie mit dir.
23 Denn das Gebot ist eine Leuchte und die Weisung ein Licht, und die Ermahnungen der Unterweisung sind ein Weg zum Leben,
24 Sie bewahren dich vor der bösen Frau, vor der glatten Zunge der Fremden.
25 Begehre in deinem Herzen nicht ihre Schönheit, und lass nicht zu, dass sie dich fängt mit ihren Wimpern.
26 Denn eine Hure kostet nicht mehr als einen Laib Brot, die Frau eines anderen Mannes aber trachtet nach dem kostbaren Leben.
27 Kann einer Feuer tragen in den Falten seines Gewandes, ohne sich die Kleider zu verbrennen?
28 Oder kann man auf glühenden Kohlen gehen, ohne sich die Füsse zu versengen?
29 So ist es bei dem, der zur Frau seines Nächsten geht, wer sie berührt, bleibt nicht ungestraft.
30 Man verachtet den Dieb nicht, wenn er stiehlt, um sein Verlangen zu stillen, weil er Hunger hat.
31 Und wird er ertappt, muss er es siebenfach ersetzen, den ganzen Besitz seines Hauses muss er geben.
32 Wer aber Ehebruch begeht mit einer Frau, dem fehlt der Verstand, wer sein Leben zerstören will, der tut das.
33 Schaden und Schande handelt er sich ein, und nie wird seine Schmach getilgt.
34 Voll Eifersucht glüht der Zorn des Mannes, und am Tag der Rache kennt er keine Schonung.
35 Er nimmt kein Sühnegeld an und gibt auch nicht nach, wenn du ihn grosszügig beschenkst.
© 2018 ERF Medien