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Zürcher Bibel

Fünfter Teil (Spr 30; 31)Die Worte Agurs

1 Die Worte Agurs, des Sohns des Jake, von Massa, der Ausspruch des Mannes: Ich bin erschöpft, o Gott, ich bin erschöpft, o Gott, und ich bin am Ende.1
2 Ich bin zu töricht, um ein Mann zu sein, und habe keinen Menschenverstand.
3 Und ich habe keine Weisheit erworben und keine Erkenntnis des Heiligen gewonnen.
4 Wer ist hinaufgestiegen in den Himmel und wieder herab? Wer hat mit seinen Händen den Wind eingefangen? Wer hat das Wasser in ein Gewand gebunden? Wer hat alle Enden der Erde festgesetzt? Wie ist sein Name und wie der Name seines Sohnes? Weisst du das?
5 Jedes Wort Gottes ist im Feuer geläutert. Ein Schild ist er denen, die bei ihm Zuflucht suchen.
6 Füge seinen Worten nichts hinzu, damit er dich nicht zurechtweist und du nicht als Lügner dastehst.
7 Zwei Dinge erbitte ich von dir, verwehre sie mir nicht, bevor ich sterbe:
8 Halte Falschheit und Lüge fern von mir, gib mir weder Armut noch Reichtum, gib mir zu essen, soviel ich brauche,
9 damit ich nicht satt werde und dich verleugne und sage: Wer ist der HERR?, und damit ich nicht verarme und stehle und den Namen meines Gottes nicht missbrauche.
10 Verleumde nicht einen Knecht bei seinem Herrn, sonst verflucht er dich, und du musst es büssen.
11 Eine Generation, die ihren Vater verflucht und ihre Mutter nicht segnet,
12 eine Generation, die sich selbst für rein hält, obwohl von ihrem Schmutz nichts abgewaschen ist,
13 eine Generation mit so hochmütigen Augen und stolzen Wimpern,
14 eine Generation mit Zähnen wie Schwertern, mit einem Gebiss wie aus Messern, um die Elenden auf der Erde zu verschlingen und die Armen unter den Menschen.
15 Der Blutegel hat zwei Töchter: Gib her, gib her! Drei sind es, die nicht satt werden, Vier, die nie sagen: Es ist genug!
16 Das Totenreich und der verschlossene Mutterleib, die Erde, die nicht satt wird von Wasser, und das Feuer, das nie sagt: Es ist genug!
17 Ein Auge, das den Vater verspottet und der Mutter nicht gehorchen will, das werden die Raben am Bach aushacken, und die jungen Geier werden es fressen.
18 Drei Dinge sind es, die mir zu wunderbar sind, und vier, die ich nicht begreife:
19 den Weg des Geiers am Himmel, den Weg der Schlange auf dem Felsen, den Weg des Schiffs auf hoher See und den Weg des Mannes bei der jungen Frau.
20 Dies ist der Weg einer Ehebrecherin: Sie isst und wischt sich den Mund ab und sagt: Ich habe kein Unrecht getan.
21 Unter dreien erzittert die Erde2, und vier kann sie nicht ertragen:
22 einen Sklaven, der König wird, einen Toren, der sich satt essen kann,
23 eine Verstossene, die wieder geheiratet wird, eine Sklavin, die ihre Herrin verdrängt.
24 Vier sind die Kleinsten auf der Erde, und doch sind sie äusserst gewitzt:
25 Die Ameisen sind kein starkes Volk, und doch sorgen sie im Sommer für ihr Futter.
26 Die Klippschliefer sind kein mächtiges Volk, und doch legen sie im Felsen ihre Wohnung an.
27 Die Heuschrecken haben keinen König, und doch ziehen sie alle geordnet aus.
28 Die Eidechse kannst du mit den Händen fangen, und doch ist sie in Königspalästen.
29 Drei sind es, die stattlich schreiten, und vier, die stattlich einhergehen:
30 Der Löwe, das mächtigste unter den Tieren, der vor niemandem zurückweicht.
31 Der stolze Hahn und der Ziegenbock und der König vor seinen Leuten.3
32 Ob du töricht und überheblich gehandelt hast oder ob du Pläne gemacht hast im Geheimen - lege die Hand auf den Mund!
33 Denn Druck auf die Milch erzeugt Butter, und Druck auf die Nase erzeugt Blut, und Druck auf den Zorn erzeugt Streit.
1 Die Übersetzung "... der Ausspruch des Mannes: ... am Ende." beruht auf einer Korrektur des Massoretischen Texts und ist unsicher; der Massoretische Text lautet übersetzt: "..., der Ausspruch des Mannes an Itiel, an Itiel und Uchal."
2 Möglich ist auch die Übersetzung: "Unter dreien erzittert das Land, ..."
3 Die Übersetzung "und der König vor seinen Leuten" ist unsicher.
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