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Zürcher Bibel

1 Wenn du dich setzt, um mit einem Herrscher zu essen, so achte darauf, wen du vor dir hast,
2 und setze dir ein Messer an die Kehle, wenn du hungrig bist.
3 Begehre nicht seine Leckerbissen, denn sie sind eine trügerische Speise.
4 Mühe dich nicht ab um Reichtum, da spar dir deine Klugheit!
5 Lässt du deine Augen darüber gleiten, ist er schon weg; denn er macht sich Flügel, wie ein Adler entfliegt er zum Himmel.
6 Iss nicht das Brot eines Missgünstigen, und begehre nicht seine Leckerbissen.
7 Er ist einer, der bei sich nachrechnet. Iss und trink!, sagt er zu dir, aber sein Herz ist nicht mit dir.
8 Den Bissen, den du gegessen hast, musst du erbrechen, und deine schönen Worte hast du vergeudet.
9 Rede nicht in die Ohren eines Dummen, denn er wird deine klugen Worte verachten.
10 Verrücke nicht die uralte Grenze, und dring nicht ein in die Felder der Waisen.
11 Denn ihr Anwalt ist stark, er wird ihren Rechtsstreit gegen dich führen.
12 Öffne dein Herz für die Unterweisung und dein Ohr für die Worte der Erkenntnis.
13 Du sollst dem jungen Mann die Unterweisung nicht vorenthalten. Er wird nicht sterben, wenn du ihn mit dem Stock schlägst.
14 Du schlägst ihn zwar mit dem Stock, aber du rettest sein Leben vor dem Totenreich.
15 Mein Sohn, wenn dein Herz weise ist, freut sich auch mein Herz,
16 und meine Nieren jubeln, wenn deine Lippen reden, was recht ist.
17 Dein Herz eifere nicht gegen die Sünder, sondern jederzeit nach der Furcht des HERRN.
18 Denn sie haben keine Zukunft, aber deine Hoffnung wird nicht zerschlagen werden.
19 Höre, mein Sohn, und werde weise, und leite dein Herz auf geradem Weg!
20 Sei nicht einer, der Wein säuft, der unmässig Fleisch isst.
21 Denn Säufer und Schlemmer verarmen, und Schläfrigkeit kleidet in Lumpen.
22 Höre auf deinen Vater, der dich gezeugt hat, und verachte deine Mutter nicht, wenn sie alt geworden ist.
23 Erwirb Wahrheit, und gib nicht preis Weisheit und Unterweisung und Verstand.
24 Der Vater eines Gerechten hat allen Grund zum Jubeln, wer einen Weisen gezeugt hat, der kann sich über ihn freuen!
25 Dein Vater und deine Mutter sollen sich freuen, und jubeln soll, die dich geboren hat.
26 Mein Sohn, gib mir dein Herz, und meine Wege mögen deinen Augen gefallen.
27 Denn eine tiefe Grube ist die Hure und ein enger Brunnen die fremde Frau.
28 Wie ein Räuber liegt sie auf der Lauer und macht noch mehr Menschen abtrünnig.
29 Wer hat Ach, wer hat Weh, wer hat Streit, wer hat Klage? Wer hat Wunden ohne Grund, wer hat trübe Augen?
30 Die spät noch beim Wein sitzen, die kommen, um den Mischwein zu kosten.
31 Schau nicht hin, wie der Wein rot schimmert, wie er funkelt im Becher. Sanft rinnt er hinunter,
32 aber am Ende beisst er wie eine Schlange und sticht wie eine Viper.
33 Deine Augen sehen seltsame Dinge, und dein Herz redet verworren.
34 Und du bist wie einer, der schläft auf hoher See, wie einer, der im Mastkorb schläft.
35 Sie haben mich geschlagen, es hat mir nicht wehgetan, sie haben mich geprügelt, ich habe es nicht gespürt. Wann wache ich auf? Ich will noch mehr haben!
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