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Zürcher Bibel

Noomi und ihre moabitische Schwiegertochter Rut

1 Und zu der Zeit, als die Richter für Recht sorgten und eine Hungersnot im Land war, zog ein Mann aus Betlehem in Juda mit seiner Frau und seinen beiden Söhnen fort, um sich als Fremder auf dem Land von Moab niederzulassen.
2 Und der Name des Mannes war Elimelech, der Name seiner Frau war Noomi, und die Namen seiner beiden Söhne waren Machlon und Kiljon, Efratiter aus Betlehem in Juda. Und sie kamen auf das Land von Moab und blieben dort.
3 Und Elimelech, der Mann der Noomi, starb, und sie blieb zurück mit ihren beiden Söhnen.
4 Und diese nahmen sich moabitische Frauen: Der Name der einen war Orpa, und der Name der anderen war Rut. Und sie blieben um die zehn Jahre dort.
5 Und auch die beiden, Machlon und Kiljon, starben, und die Frau blieb zurück, ohne ihre beiden Kinder und ohne ihren Mann.
6 Und sie machte sich auf mit ihren Schwiegertöchtern und kehrte zurück aus dem Land von Moab, denn sie hatte im Gebiet Moabs gehört, dass der HERR sich seines Volks angenommen und ihm Brot gegeben hatte.
7 Und sie verliess den Ort, wo sie gewesen war, und ihre beiden Schwiegertöchter waren bei ihr. Und als sie unterwegs waren, um ins Land Juda zurückzukehren,
8 sagte Noomi zu ihren beiden Schwiegertöchtern: Geht, kehrt zurück, jede in das Haus ihrer Mutter. Der HERR möge euch Güte erweisen, wie ihr sie den Verstorbenen und mir erwiesen habt.
9 Der HERR gebe euch, dass ihr Ruhe findet, jede im Haus ihres Mannes. Und sie küsste sie, und sie begannen laut zu weinen
10 und sagten zu ihr: Nein, wir wollen mit dir zurückkehren zu deinem Volk.
11 Aber Noomi sagte: Kehrt zurück, meine Töchter. Warum wollt ihr mit mir gehen? Habe ich noch Söhne in meinem Leib, die eure Männer werden könnten?
12 Kehrt zurück, meine Töchter, geht, denn ich bin zu alt, um einem Mann anzugehören. Selbst wenn ich sagen würde: Es gibt Hoffnung für mich!, selbst wenn ich in der Nacht einem Mann angehören würde und sogar Söhne gebären sollte -
13 wolltet ihr darum warten, bis sie gross werden? Wolltet ihr euch darum einschliessen und nicht wieder heiraten? Nein, meine Töchter, denn es tut mir bitter leid für euch, dass die Hand des HERRN mich getroffen hat.1
14 Da begannen sie, noch lauter zu weinen, und Orpa küsste ihre Schwiegermutter, Rut aber blieb bei ihr.
15 Sie aber sagte: Sieh, deine Schwägerin ist zurückgekehrt zu ihrem Volk und zu ihrem Gott. Kehr auch du zurück, folge deiner Schwägerin.
16 Aber Rut sagte: Dränge mich nicht, dich zu verlassen und zurückzugehen, von dir weg. Denn wohin du gehst, dahin werde auch ich gehen, und wo du übernachtest, da werde auch ich übernachten; dein Volk ist mein Volk, und dein Gott ist mein Gott.
17 Wo du stirbst, da werde auch ich sterben, und dort will ich begraben werden. Der HERR soll mir antun, was immer er will! Nur der Tod soll uns trennen.
18 Da sah sie, dass sie fest entschlossen war, mit ihr zu gehen, und hörte auf, ihr zuzureden.
19 Und die beiden gingen, bis sie nach Betlehem kamen. Und als sie in Betlehem angekommen waren, geriet die ganze Stadt ihretwegen in Bewegung, und die Frauen sagten: Ist das Noomi?
20 Sie aber sagte zu ihnen: Nennt mich nicht Noomi, nennt mich Mara,2 denn Schaddai3 hat mich sehr bitter gemacht.
21 Reich bin ich gegangen, und mit leeren Händen hat der HERR mich zurückkehren lassen. Warum nennt ihr mich Noomi, da doch der HERR gegen mich gesprochen, Schaddai mir Schlimmes angetan hat.
22 Und so kehrte Noomi zurück, und bei ihr war Rut, die Moabiterin, ihre Schwiegertochter, die zurückkehrte vom Land von Moab. Und sie kamen nach Betlehem, als die Gerstenernte begann.
1 Möglich ist auch die Übersetzung: "... Nein, meine Töchter, denn mein Los ist zu bitter für euch, da die Hand des HERRN mich getroffen hat."
2 Im Namen Noomi klingt hebräisch 'angenehm' an, während im Namen Mara hebräisch 'bitter' anklingt.
3 Schaddai: Siehe die Anm. zu Num 24,4.
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