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Zürcher Bibel

Israel hilft den Benjaminiten, Frauen zu finden

1 Und die Männer Israels hatten in Mizpa geschworen: Keiner von uns soll seine Tochter einem Benjaminiten zur Frau geben.
2 Und das Volk kam nach Bet-El, und sie blieben dort bis zum Abend vor Gott, und sie begannen laut zu weinen
3 und sprachen: Warum, HERR, Gott Israels, ist das in Israel geschehen, dass heute ein Stamm von Israel fehlt?
4 Und am Morgen in der Frühe baute das Volk dort einen Altar und brachte Brandopfer und Heilsopfer dar.
5 Und die Israeliten sprachen: Wer aus allen Stämmen Israels ist es, der nicht hinaufgezogen ist in die Versammlung zum HERRN? Denn es war der feierliche Schwur getan worden: Wer nicht hinaufzieht vor den HERRN nach Mizpa, muss getötet werden.
6 Und es tat den Israeliten leid um Benjamin, ihren Bruder, und sie sagten: Heute ist ein Stamm von Israel abgebrochen worden.
7 Was sollen wir nun tun, um ihnen, den Übriggebliebenen, zu Frauen zu verhelfen, haben wir doch beim HERRN geschworen, ihnen keine unserer Töchter zur Frau zu geben?
8 Und sie sagten: Wer ist der eine aus den Stämmen Israels, der nicht zum HERRN nach Mizpa hinaufgezogen ist? Und sieh, aus Jabesch im Gilead war niemand zur Versammlung in das Lager gekommen.
9 Da wurde das Volk gemustert, und sieh, niemand von den Bewohnern von Jabesch im Gilead war da.
10 Da sandte die Gemeinde zwölftausend Mann von den Kriegern dorthin und befahl ihnen: Geht und schlagt die Bewohner von Jabesch im Gilead mit der Schärfe des Schwertes, auch die Frauen und Kinder.
11 Und so sollt ihr verfahren: Alles, was männlich ist, und jede Frau, die mit einem Mann verkehrt hat, sollt ihr der Vernichtung weihen.
12 Und sie fanden unter den Bewohnern von Jabesch im Gilead vierhundert junge Frauen, die Jungfrauen waren, die mit keinem Mann verkehrt hatten. Und sie brachten sie ins Lager nach Schilo, das im Land Kanaan liegt.
13 Und die ganze Gemeinde sandte hin und redete mit den Benjaminiten, die beim Felsen Rimmon waren, und sie boten ihnen Frieden an.
14 So kehrte Benjamin in jener Zeit zurück, und sie gaben ihnen die Frauen, die sie am Leben gelassen hatten von den Frauen aus Jabesch im Gilead; die aber reichten so nicht aus für sie.
15 Dem Volk aber tat es leid um Benjamin, denn der HERR hatte einen Riss gemacht in die Stämme Israels.
16 Und die Ältesten der Gemeinde sprachen: Was sollen wir tun, um den Übriggebliebenen zu Frauen zu verhelfen? Denn die Frauen von Benjamin sind ausgerottet.
17 Und sie sprachen: Der Besitz der Geretteten gehört Benjamin; so wird kein Stamm aus Israel getilgt.
18 Wir aber können ihnen keine von unseren Töchtern zur Frau geben. Denn die Israeliten hatten geschworen: Verflucht ist, wer Benjamin eine Frau gibt!
19 Dann sprachen sie: Sieh, das Fest des HERRN findet alljährlich in Schilo statt, nördlich von Bet-El und gegen Sonnenaufgang von der Strasse, die von Bet-El hinauf nach Schechem führt und südlich von Lebona verläuft.
20 Und sie geboten den Benjaminiten: Geht und legt euch in den Weinbergen auf die Lauer.
21 Und wenn ihr seht, dass die Töchter von Schilo herauskommen, um in Reigentänzen zu tanzen, sollt ihr aus den Weinbergen hervorkommen und euch ein jeder eine Frau von den Töchtern Schilos fangen und ins Land Benjamin gehen.
22 Und wenn ihre Väter oder ihre Brüder kommen, um mit uns zu streiten, werden wir ihnen sagen: Verschont sie. Denn nicht jeder von ihnen hat sich eine Frau genommen im Krieg.1 Ihr habt sie ihnen ja nicht selbst gegeben, sonst wäret ihr jetzt schuldig.
23 Und die Benjaminiten machten es so: Nach ihrer eigenen Anzahl nahmen sie Frauen von den Reigentänzerinnen, die sie raubten; dann gingen sie und kehrten zurück in ihren Erbbesitz. Und sie bauten die Städte wieder auf und wohnten darin.
24 Und zu jener Zeit gingen auch die Israeliten von dort auseinander, jeder zu seinem Stamm und zu seiner Sippe, und sie gingen weg von dort, jeder in seinen Erbbesitz.
25 In jenen Tagen gab es keinen König in Israel; jeder tat, was in seinen Augen recht schien.
1 "nicht jeder von ihnen" ist wörtlich: "nicht jeder von uns"; mit diesem Satz wird eine Äusserung der Benjaminiten zitiert.
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