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Zürcher Bibel

Elend bin ich und dem Tode nahe

1 Ein Lied. Ein Psalm der Korachiter. Für den Chormeister. Nach der Weise "machalat"1 zu singen. Ein Weisheitslied Hemans, des Esrachiters.
2 HERR, Gott meiner Rettung, bei Tage schreie ich, des Nachts stehe ich vor dir.
3 Mein Gebet gelange zu dir, neige dein Ohr meinem Flehn.
4 Denn ich bin mit Leiden gesättigt, und mein Leben ist dem Totenreich nahe.
5 Ich zähle zu denen, die zur Grube hinabsteigen, bin wie ein kraftloser Mann,
6 ausgestossen unter die Toten, Erschlagenen gleich, die im Grabe liegen, deren du nicht mehr gedenkst; von deiner Hand sind sie getrennt.
7 Du hast mich hinunter in die Grube gebracht, in Finsternis und Tiefe.
8 Dein Grimm lastet auf mir, und mit allen deinen Brandungen hast du mich niedergeworfen. Sela
9 Meine Vertrauten hast du mir entfremdet, hast mich ihnen zum Abscheu gemacht. Eingeschlossen bin ich, komme nicht hinaus,
10 mein Auge vergeht vor Elend. Ich rufe zu dir, HERR, allezeit, strecke meine Hände aus nach dir.
11 Tust du an den Toten Wunder, stehen Schatten auf, dich zu preisen? Sela
12 Wird deine Güte im Grab verkündet, deine Treue im Abgrund?
13 Werden deine Wunder in der Finsternis kund und deine Gerechtigkeit im Land des Vergessens?
14 Ich aber schreie zu dir, HERR, mein Gebet kommt vor dich am Morgen.
15 Warum, HERR, verstösst du mich, verbirgst dein Angesicht vor mir?
16 Elend bin ich und krank zum Tode von Jugend auf, schutzlos deinem Schrecken ausgesetzt.
17 Deine Zornesgluten sind über mich gekommen, deine Schrecknisse haben mich vernichtet.
18 Sie umgeben mich wie Wasser den ganzen Tag, umfluten mich ganz und gar.
19 Entfremdet hast du mir Freund und Gefährten, mein Vertrauter ist die Finsternis.
1 Siehe die Anm. zu Ps 53,1.
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