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Zürcher Bibel

Schmach und Schande bedecken mein Angesicht

1 Für den Chormeister. Nach der Weise "Lilien". Von David.
2 Hilf mir, Gott, das Wasser steht mir bis zum Hals.
3 Ich bin versunken in tiefem Schlamm, wo kein Grund ist. In Wassertiefen bin ich geraten, und die Flut reisst mich fort.
4 Ich bin erschöpft von meinem Rufen, meine Kehle brennt, meine Augen ermatten, da ich harre auf meinen Gott.
5 Zahlreicher als die Haare auf meinem Haupt sind, die mich grundlos hassen, mächtig sind, die mich verderben wollen, die mich ohne Ursache anfeinden; was ich nicht geraubt habe, soll ich erstatten.
6 Gott, du allein weisst um meine Torheit, und meine Schuld ist vor dir nicht verborgen.
7 Mögen durch mich nicht zuschanden werden, die auf dich hoffen, Herr, du HERR der Heerscharen. Mögen durch mich nicht in Schande geraten, die dich suchen, Gott Israels.
8 Denn um deinetwillen trage ich Schmach, bedeckt Schande mein Angesicht.
9 Entfremdet bin ich meinen Brüdern, ein Fremder den Söhnen meiner Mutter.
10 Denn der Eifer für dein Haus hat mich verzehrt, und die Schmähungen derer, die dich schmähen, sind auf mich gefallen.
11 Ich weinte und fastete, und es brachte mir Schmach.
12 Ich nahm als Kleid den Sack und wurde ihnen zum Gespött.
13 Es reden über mich, die im Tor sitzen, und mit Liedern die Zecher beim Wein.
14 Ich aber komme mit meinem Gebet zu dir, HERR, zur Zeit deines Wohlgefallens; Gott, in deiner grossen Güte erhöre mich mit deiner treuen Hilfe.
15 Rette mich aus dem Schlamm, dass ich nicht versinke, dass ich gerettet werde vor denen, die mich hassen, und aus den Wassertiefen,
16 dass die Wasserflut mich nicht fortreisse und die Tiefe mich nicht verschlinge, noch der Brunnen seinen Mund über mir schliesse.
17 Erhöre mich, HERR, denn deine Güte ist köstlich, in deinem grossen Erbarmen wende dich mir zu.
18 Verbirg dein Angesicht nicht vor deinem Diener, denn mir ist bange, erhöre mich bald.
19 Sei mir nah, erlöse mich, um meiner Feinde willen befreie mich.
20 Du kennst meine Schmach und meine Schande, vor Augen sind dir alle meine Widersacher.
21 Die Schmach hat mir das Herz gebrochen, ich sieche dahin. Ich hoffte auf Mitleid, doch da war keines, auf Tröster, doch ich fand sie nicht.
22 Gift gaben sie mir zur Speise und Essig zu trinken für meinen Durst.
23 Es werde ihr Tisch vor ihnen zur Falle und ihren Freunden zum Fallstrick.
24 Ihre Augen sollen dunkel werden, dass sie nicht sehen, und ihre Hüften lass immerfort wanken.
25 Giess aus über sie deinen Grimm, und die Glut deines Zornes erfasse sie.
26 Veröden möge ihr Lagerplatz, und niemand wohne in ihren Zelten.
27 Denn sie haben verfolgt, den du selbst geschlagen hast, und vom Schmerz derer, die du trafst, erzählen sie mit Lust.
28 Häufe ihnen Schuld auf Schuld, dass sie nicht eingehen in deine Gerechtigkeit.
29 Sie sollen getilgt werden aus dem Buch des Lebens,1 sie sollen nicht aufgeschrieben werden bei den Gerechten.
30 Ich aber bin elend und voller Schmerzen, deine Hilfe, Gott, beschütze mich.
31 Ich will den Namen Gottes preisen im Lied, will ihn rühmen mit Lobgesang.
32 Das gefällt dem HERRN besser als ein Opferstier, als ein Rind mit Hörnern und Klauen.
33 Die Gebeugten haben es gesehen und freuen sich; ihr, die ihr Gott sucht, euer Herz lebe auf.
34 Denn der HERR erhört die Armen, und seine Gefangenen verachtet er nicht.
35 Himmel und Erde sollen ihn preisen, die Meere und alles, was sich in ihnen regt.
36 Denn Gott wird Zion helfen und die Städte Judas aufbauen, und dort werden sie sich niederlassen und es in Besitz nehmen;
37 und die Nachkommen seiner Diener werden es erben, und die seinen Namen lieben, werden darin wohnen.
1 Möglich ist auch die Übersetzung: "... aus dem Buch der Lebenden, ..."
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