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Zürcher Bibel

Gewalttat und Hader in der Stadt

1 Für den Chormeister. Mit Saitenspiel. Ein Weisheitslied Davids.
2 Vernimm, Gott, mein Gebet, und verbirg dich nicht vor meinem Flehen.
3 Höre auf mich und antworte mir. Ich irre umher in meiner Klage.
4 Ich bin verstört vom Lärmen des Feindes, vom Geschrei des Frevlers.1 Denn Unheil wälzen sie auf mich, und sie befehden mich voller Grimm.
5 Mein Herz bebt in meiner Brust, und Todesschrecken haben mich befallen.
6 Furcht und Zittern kommt über mich, und Grauen bedeckt mich.
7 Da sprach ich: Hätte ich doch Flügel wie die Taube, ich wollte fliegen und mir eine Bleibe suchen.
8 Sieh, weit weg wollte ich flüchten, in der Wüste bleiben über Nacht. Sela
9 An einen sicheren Ort möchte ich eilen vor dem tobenden Wind, vor dem Sturm.
10 Verwirre, Herr, entzweie ihre Sprache. Denn ich sehe Gewalttat und Hader in der Stadt.
11 Tag und Nacht umkreisen sie die Stadt auf ihren Mauern, Frevel und Unheil sind in ihrer Mitte,
12 Verderben ist in ihrer Mitte, und von ihrem Markt weichen nicht Unterdrückung und Betrug.
13 Denn nicht der Feind ist es, der mich schmäht, das würde ich ertragen. Nicht einer, der mich hasst, hat grossgetan gegen mich, vor ihm könnte ich mich verbergen.
14 Nein, du bist es, ein Mensch meinesgleichen, mein Freund und mein Vertrauter,
15 die wir enge Gemeinschaft hatten im Hause Gottes, zusammen gingen bei festlichem Treiben.
16 Verwüstung über sie! Bei lebendigem Leib sollen sie hinabfahren ins Totenreich, denn Bosheit ist in ihrem Herzen, in ihrer Brust.
17 Ich aber rufe zu Gott, und der HERR wird mir helfen.
18 Abends und morgens und mittags will ich klagen und seufzen, und er wird meine Stimme hören.
19 Er befreit mich, birgt mich in Sicherheit, dass sie mir nicht nahen können, denn viele sind gegen mich.
20 Gott wird erhören und sie demütigen, er, der da thront von Urzeit her. Sela Denn sie ändern sich nicht und fürchten Gott nicht.
21 Er legt Hand an seine Freunde,2 entweiht seinen Bund.
22 Glatt wie Butter ist seine Rede, doch Krieg ist sein Sinnen, seine Worte sind milder als Öl und sind doch gezückte Schwerter.
23 Wirf deine Last auf den HERRN, er wird dich versorgen, den Gerechten lässt er niemals wanken.
24 Du aber, Gott, wirst sie hinabstürzen tief in die Grube; Mörder und Betrüger, sie werden nicht die Hälfte ihrer Tage erreichen. Ich aber vertraue auf dich.
1 Möglich ist auch die Übersetzung: "... des Feindes, von der Bedrängung durch den Frevler. ..."
2 Mit 'er' ist der Feind gemeint.
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