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Zürcher Bibel

1 Besser ein guter Ruf als guter Geruch - und der Tag des Todes als der Tag der Geburt.
2 Besser, in ein Haus zu gehen, wo man trauert, als in ein Haus zu gehen, wo man feiert; denn da zeigt sich das Ende jedes Menschen, und der Lebende nimmt es sich zu Herzen.
3 Besser verdriesslich sein als lachen, denn bei trauriger Miene geht es dem Herzen gut.
4 Das Herz der Weisen ist in einem Haus, wo man trauert, das Herz der Toren aber im Haus, wo man sich freut.
5 Besser, man hört einen Weisen schelten als die Toren singen.
6 Denn wie das Knistern der Dornen unter dem Topf, so ist das Lachen des Toren. Doch auch das ist nichtig.
7 Denn Unterdrückung macht einen Weisen töricht, und Geschenke verderben den Verstand.
8 Besser der Ausgang einer Sache als ihr Anfang, besser langmütig als hochmütig.
9 Werde nicht zu rasch verdriesslich, denn Toren tragen in sich Verdruss.
10 Sage nicht: Wie kommt es, dass die früheren Zeiten besser waren als die jetzigen? Denn nicht aus Weisheit fragst du so.
11 Weisheit ist so gut wie Besitz und ein Vorteil für jene, die die Sonne schauen;
12 denn Weisheit beschirmt und Geld beschirmt, doch dies ist der Vorteil des Wissens: Wer Weisheit hat, den erhält sie am Leben.
13 Betrachte das Werk Gottes: Wer kann gerade machen, was er gekrümmt hat?
14 Am Tag des Glücks sei guter Dinge, und am Tag des Unglücks bedenke: Auch diesen wie jenen hat Gott gemacht, und was künftig sein wird, kann der Mensch nicht wissen.

Sei nicht übergerecht, und gib dich nicht gar zu weise

15 Beides sah ich in meinen flüchtigen Tagen: Da ist ein Gerechter, der zugrunde geht in seiner Gerechtigkeit, und da ist ein Ungerechter, der lange lebt in seiner Bosheit.
16 Sei nicht übergerecht, und gib dich nicht gar zu weise. Warum willst du scheitern?
17 Sei nicht zu oft ungerecht, und sei kein Tor. Warum willst du sterben vor deiner Zeit?
18 Gut ist es, wenn du dich an das eine hältst und auch vom anderen nicht lässt. Wer Gott fürchtet, wird beidem gerecht.
19 Die Weisheit macht den Weisen stärker als zehn Machthaber in der Stadt.
20 Doch kein Mensch auf Erden ist so gerecht, dass er nur Gutes tut und niemals sündigt.
21 Achte auch nicht auf all die Worte, die man redet, damit du nicht hörst, wie dein Knecht dich schmäht.
22 Denn du weisst, dass auch du selbst oft andere geschmäht hast.

Sie suchten grosse Erkenntnisse

23 All dies versuchte ich mit der Weisheit. Ich sprach: Ich will Weisheit erlangen. Sie aber blieb mir fern.
24 Fern ist, was war, und tief, tief - wer könnte es begreifen?
25 Ich nahm mir vor, Weisheit und Erkenntnis zu verstehen, zu erkennen und zu suchen, zu verstehen, dass Unrecht Torheit ist und Unverstand Verblendung.
26 Und nun finde ich: Die Frau ist bitterer als der Tod, sie ist eine Schlinge, ihr Herz ist ein Netz, ihre Hände sind Fesseln. Wer Gott gefällt, entkommt ihr, der Sünder aber wird von ihr gefangen.
27 Sieh, dies fand ich, sprach Kohelet: Alles in allem findet sich die Erkenntnis,
28 dass ich ständig suchte, aber nicht fand. Unter tausend fand ich einen einzigen Mann, eine Frau aber fand ich bei all diesen nicht.
29 Nur dies fand ich, sieh: Gott hat den Menschen recht gemacht, sie aber suchten grosse Erkenntnisse.
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