Hilfe

Zürcher Bibel

Zeit und Stunde

1 Für alles gibt es eine Stunde, und Zeit gibt es für jedes Vorhaben unter dem Himmel:
2 Zeit zum Gebären und Zeit zum Sterben, Zeit zum Pflanzen und Zeit zum Ausreissen des Gepflanzten,
3 Zeit zum Töten und Zeit zum Heilen, Zeit zum Einreissen und Zeit zum Aufbauen,
4 Zeit zum Weinen und Zeit zum Lachen, Zeit des Klagens und Zeit des Tanzens,
5 Zeit, Steine zu werfen, und Zeit, Steine zu sammeln, Zeit, sich zu umarmen, und Zeit, sich aus der Umarmung zu lösen,
6 Zeit zum Suchen und Zeit zum Verlieren, Zeit zum Bewahren und Zeit zum Wegwerfen,
7 Zeit zum Zerreissen und Zeit zum Nähen, Zeit zum Schweigen und Zeit zum Reden,
8 Zeit zum Lieben und Zeit zum Hassen, Zeit des Kriegs und Zeit des Friedens.
9 Welchen Gewinn hat, wer etwas tut, davon, dass er sich abmüht?

Gott hat alles schön gemacht

10 Ich sah, was Gott den Menschen zu tun überlassen hat.
11 Alles hat er so gemacht, dass es schön ist zu seiner Zeit. Auch die ferne Zeit hat er den Menschen ins Herz gelegt, nur dass der Mensch das Werk, das Gott gemacht hat, nicht von Anfang bis Ende begreifen kann.
12 Ich erkannte, dass sie nichts Besseres zustande bringen, als sich zu freuen und Gutes zu tun im Leben.
13 Und wenn irgendein Mensch bei all seiner Mühe isst und trinkt und Gutes geniesst, ist auch dies ein Geschenk Gottes.
14 Ich erkannte, dass alles, was Gott schafft, endgültig ist. Nichts ist ihm hinzuzufügen, und nichts ist davon wegzunehmen. Und Gott hat es so gemacht, dass man sich vor ihm fürchtet.
15 Was einmal geschah, ist längst wieder geschehen, und was geschehen wird, ist längst schon geschehen. Gott aber sucht, was verloren ging.

Den Gerechten und den Frevler wird Gott richten

16 Und weiter sah ich unter der Sonne: Zur Stätte des Rechts dringt das Unrecht vor, und zur Stätte der Gerechtigkeit das Unrecht.
17 Ich sagte mir: Den Gerechten und den Frevler wird Gott richten. Denn Zeit gibt es für jegliches Vorhaben und so auch für alles, was dort geschieht.
18 Ich dachte über die Menschen: Gott hob sie heraus und sah, dass sie doch nur Tiere sind.
19 Das Geschick der Menschen gleicht dem Geschick der Tiere, es trifft sie dasselbe Geschick. Jene müssen sterben wie diese, beide haben denselben Lebensgeist, und nichts hat der Mensch dem Tier voraus, denn nichtig und flüchtig sind sie alle.1
20 Alle gehen an ein und denselben Ort, aus dem Staub sind alle entstanden, und alle kehren zurück zum Staub.
21 Wer weiss denn, ob der Lebensgeist des Menschen nach oben steigt und der Lebensgeist der Tiere hinab in die Erde?2
22 So sah ich, dass es nichts Besseres gibt, als dass der Mensch sich freut bei seinem Tun, denn das ist sein Teil. Wer würde ihn denn dazu bringen zu sehen, was künftig sein wird?
1 Die Übersetzung beruht auf einer Umvokalisierung des Massoretischen Texts; dieser lautet: "Die Menschen sind vom Schicksal bestimmt, und die Tiere sind vom Schicksal bestimmt, es trifft sie dasselbe Geschick. ..."
2 Die Übersetzung beruht auf einer Umvokalisierung des Massoretischen Texts; dieser lautet: "Wer kennt den Lebensgeist des Menschen, der nach oben aufsteigt, und den Lebensgeist der Tiere, der hinabsteigt, hinab in die Erde?"
© 2017 ERF Medien