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Zürcher Bibel

Buchüberschrift

1 Das Wort des HERRN, das an Micha, den Morascheter, erging in den Tagen des Jotam, des Achas, des Jechiskija, der Könige von Juda, das er geschaut hat über Samaria und Jerusalem.

Aufruf an die Völker der Erde. Die drohende Vernichtung von Samaria und Jerusalem

2 Hört, ihr Völker, alle! Gib acht, Erde und was sie erfüllt! Und Gott der HERR sei Zeuge gegen euch, der Herr von seinem heiligen Tempel aus!
3 Denn seht, der HERR zieht aus von seiner Stätte und steigt herab und tritt auf die Höhen der Erde.
4 Da werden die Berge unter ihm zerfliessen, und die Täler sich spalten - wie Wachs vor dem Feuer, wie Wasser, das an einen Abhang gegossen wird.
5 All das wegen Jakobs Vergehen und wegen der Sünden des Hauses Israel! Was ist das Vergehen Jakobs? Ist es nicht Samaria? Und was sind die Kulthöhen des Hauses Juda? Sind sie nicht Jerusalem?
6 Und so werde ich Samaria zum Trümmerhaufen machen auf dem Feld, zum Pflanzland für Reben, und seine Steine lasse ich ins Tal stürzen, und seine Grundmauern lege ich frei.
7 Und alle seine Bilder werden in Stücke geschlagen und alle seine Geschenke im Feuer verbrannt, und alle seine Götzen verwüste ich, denn mit Hurenlohn hat Samaria1 das angesammelt, und zu Hurenlohn wird es wieder werden!
8 Darum will ich wehklagen und jammern, barfuss gehen und nackt, will ein Wehklagen anstimmen wie die Schakale und ein Trauern wie die Strausse.
9 Denn unheilbar sind seine Wunden, bis nach Juda ist es gekommen, ans Tor meines Volks ist es gelangt, nach Jerusalem.
10 In Gat sollt ihr es nicht kundtun, ihr müsst nicht weinen. In Bet-Leafra wälze dich im Staub!
11 Geh vorüber, du Bewohnerin2 von Schafir, nackt, in Schande; die Bewohnerin von Zaanan ist nicht hinausgezogen. Die Wehklage von Bet-Haezel zieht euch den Boden unter den Füssen weg.
12 Denn die Bewohnerin von Marot bangt um ihr Glück. Ja, Unheil vom HERRN fährt herab auf das Tor von Jerusalem.
13 Spanne die Pferde vor den Wagen, Bewohnerin von Lachisch! Das war der Anfang der Sünde für die Tochter Zion, denn in dir fanden sich die Vergehen Israels.
14 Darum übergib die Abschiedsgaben an Moreschet-Gat. Die Häuser von Achsib werden zur Täuschung3 für die Könige von Israel.
15 Ich werde noch den Eroberer zu dir bringen, Bewohnerin von Marescha. Bis nach Adullam wird die Herrlichkeit Israels kommen.
16 Mache dir eine Glatze und schere dich kahl, der Kinder wegen, die dich erfreuten! Mache deine Glatze gross wie die des Geiers, denn sie mussten in die Verbannung, fort von dir!
1 Wörtlich: "... hat es das angesammelt, ..."
2 Von den Bewohnern der Städte wird in diesem Text im Bild einer Frau gesprochen.
3 Es liegt ein Wortspiel vor: Der Name Achsib und das hier verwendete hebräische Wort für 'Täuschung' klingen sehr ähnlich.
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