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Zürcher Bibel

Die Verweigerung eines Zeichens

1 Da kamen die Pharisäer und Sadduzäer zu ihm. Um ihn zu versuchen, baten sie ihn, ihnen ein Zeichen vom Himmel vorzuweisen.
2 Er aber antwortete ihnen:1 Am Abend sagt ihr: Das Wetter wird schön, denn der Himmel ist rot.
3 Und am Morgen: Heute wird es regnen, denn der Himmel ist rot und trüb. Das Aussehen des Himmels wisst ihr zu deuten, die Zeichen der Zeit aber versteht ihr nicht.
4 Ein böses und ehebrecherisches Geschlecht fordert ein Zeichen, und ihm wird kein Zeichen gegeben werden ausser dem Zeichen des Jona. Und er liess sie stehen und ging.

Das Unverständnis der Jünger

5 Und die Jünger kamen ans andere Ufer. Sie hatten aber vergessen, Brot mitzunehmen.
6 Da sagte Jesus zu ihnen: Gebt acht, hütet euch vor dem Sauerteig der Pharisäer und Sadduzäer!
7 Sie machten sich Gedanken und sagten, einer zum andern: Wir haben kein Brot mitgenommen.
8 Als Jesus das merkte, sprach er: Was macht ihr euch Gedanken darüber, dass ihr kein Brot habt, ihr Kleingläubigen?
9 Begreift ihr immer noch nicht? Erinnert ihr euch nicht an die fünf Brote für die fünftausend und daran, wie viele Körbe voll ihr eingesammelt habt?
10 Auch nicht an die sieben Brote für die viertausend und daran, wie viele Körbe voll ihr eingesammelt habt?
11 Warum begreift ihr nicht, dass ich nicht von Broten zu euch gesprochen habe? Hütet euch vor dem Sauerteig der Pharisäer und Sadduzäer!
12 Da verstanden sie, dass er nicht gemeint hatte, sie sollten sich vor dem Sauerteig für das Brot hüten, sondern vor der Lehre der Pharisäer und der Sadduzäer.

Das Bekenntnis des Petrus

13 Als Jesus in die Gegend von Cäsarea Philippi kam, fragte er seine Jünger: Für wen halten die Leute den Menschensohn?
14 Sie antworteten: Die einen für Johannes den Täufer, andere für Elija, wieder andere für Jeremia oder sonst einen der Propheten.
15 Er fragt sie: Ihr aber, für wen haltet ihr mich?
16 Da antwortete Simon Petrus: Du bist der Messias, der Sohn des lebendigen Gottes!
17 Da entgegnete ihm Jesus: Selig bist du, Simon Barjona, denn nicht Fleisch und Blut hat dir das offenbart, sondern mein Vater im Himmel.
18 Und ich sage dir: Du bist Petrus, und auf diesen Felsen werde ich meine Kirche bauen, und die Tore des Totenreichs werden sie nicht überwältigen.
19 Ich werde dir die Schlüssel des Himmelreichs geben, und was du auf Erden bindest, wird auch im Himmel gebunden sein, und was du auf Erden löst, wird auch im Himmel gelöst sein.
20 Dann befahl er den Jüngern, niemandem zu sagen, dass er der Messias sei.

Die erste Leidensankündigung

21 Von da an begann Jesus seine Jünger darauf hinzuweisen, dass er nach Jerusalem gehen und von den Ältesten und Hohen Priestern und Schriftgelehrten vieles erleiden und dass er getötet und am dritten Tag auferweckt werden müsse.
22 Da nahm ihn Petrus beiseite und fing an, ihn zu beschwören: Das möge Gott verhüten, Herr! Niemals soll dir das geschehen!
23 Er aber wandte sich um und sagte zu Petrus: Fort mit dir, Satan, hinter mich! Du willst mich zu Fall bringen, denn nicht Göttliches, sondern Menschliches hast du im Sinn.

Nachfolge und Lebensgewinn

24 Darauf sagte Jesus zu seinen Jüngern: Wenn einer mir auf meinem Weg folgen will, verleugne er sich und nehme sein Kreuz auf sich, und so folge er mir.
25 Denn wer sein Leben retten will, wird es verlieren; wer aber sein Leben verliert um meinetwillen, wird es finden.
26 Denn was hilft es dem Menschen, wenn er die ganze Welt gewinnt, dabei aber Schaden nimmt an seinem Leben? Was kann einer dann geben als Gegenwert für sein Leben?
27 Der Menschensohn wird kommen in der Herrlichkeit seines Vaters mit seinen Engeln, und dann wird er jedem vergelten nach seinem Tun.
28 Amen, ich sage euch: Einige von denen, die hier stehen, werden den Tod nicht schmecken, bevor sie den Menschensohn kommen sehen in seinem Reich.
1 Verschiedene Handschriften ergänzen V.2 und fügen V.3 ein (möglicherweise in Anlehnung an Lk 12,54-56):
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