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Zürcher Bibel

Die Ankündigung der Tempelzerstörung

1 Und als er aus dem Tempel hinausgeht, sagt einer seiner Jünger zu ihm: Meister, schau, was für Steine und was für Bauten!
2 Und Jesus sagte zu ihm: Siehst du diese grossen Bauten? Hier wird kein Stein auf dem andern bleiben, jeder wird herausgebrochen.

Die Frage nach dem Anfang der Endzeit

3 Und als er auf dem Ölberg sass, dem Tempel gegenüber, fragten ihn Petrus und Jakobus und Johannes und Andreas, als sie unter sich waren:
4 Sag uns: Wann wird das sein, und was für ein Zeichen zeigt an, wann es mit dem allem ein Ende haben wird?1
5 Jesus aber begann ihnen zu sagen: Gebt acht, dass niemand euch in die Irre führt!
6 Viele werden kommen unter meinem Namen und sagen: Ich bin es, und sie werden viele in die Irre führen.
7 Wenn ihr aber von Kriegen und Kriegsgerüchten hört, so erschreckt nicht! Das muss geschehen, aber das Ende ist es noch nicht.
8 Denn erheben wird sich Volk gegen Volk und Reich gegen Reich, Erdbeben wird es geben da und dort, und Hungersnöte werden kommen. Das ist der Anfang der Wehen.

Die Ankündigung von Verfolgungen

9 Ihr aber, gebt acht auf euch! Man wird euch an Gerichte ausliefern, in Synagogen wird man euch prügeln, vor Statthalter und Könige wird man euch stellen um meinetwillen - um Zeugnis abzulegen vor ihnen.
10 Und unter allen Völkern muss zuvor das Evangelium verkündigt werden.
11 Und wenn man euch abführt und vor Gericht stellt, dann sorgt euch nicht im Voraus, was ihr reden sollt, sondern was euch in jener Stunde eingegeben wird, das redet. Denn nicht ihr seid es, die reden, sondern der heilige Geist.
12 Und es wird ein Bruder den andern dem Tod ausliefern und ein Vater das Kind, und Kinder werden gegen die Eltern auftreten und sie in den Tod schicken.
13 Und ihr werdet gehasst werden von allen um meines Namens willen. Wer aber standhält bis ans Ende, der wird gerettet werden.

Von der grossen Bedrängnis

14 Wenn ihr aber den Greuel der Verwüstung2 stehen seht, wo er nicht stehen darf - wer es liest, merke auf! -, dann sollen die in Judäa in die Berge fliehen.
15 Wer auf dem Dach ist, steige nicht hinab und gehe nicht hinein, um etwas aus seinem Haus zu holen;
16 und wer auf dem Feld ist, kehre nicht zurück, um seinen Mantel zu holen.
17 Wehe aber den Schwangeren und den Stillenden in jenen Tagen!
18 Betet aber, dass es nicht im Winter geschehe.
19 Denn jene Tage werden eine Bedrängnis sein, wie noch keine gewesen ist vom Anfang, als Gott die Welt schuf, bis jetzt, und wie auch keine mehr sein wird.
20 Und hätte der Herr die Tage nicht verkürzt, es würde kein Mensch gerettet werden. Doch um der Erwählten willen, die er erwählt hat, hat er die Tage verkürzt.

Vom Auftreten falscher Propheten

21 Und wenn dann einer zu euch sagt: Schau, da ist der Messias, schau, dort ist er, so glaubt es nicht.
22 Denn es wird mancher falsche Messias und mancher falsche Prophet aufstehen, und sie werden Zeichen und Wunder tun, um wenn möglich die Erwählten in die Irre zu führen.
23 Ihr aber, gebt acht! Ich habe euch alles vorhergesagt.

Die Zeichen für das Kommen des Menschensohnes

24 Aber in jenen Tagen, nach jener Bedrängnis, wird die Sonne sich verfinstern, und der Mond seinen Schein nicht geben,
25 und die Sterne werden vom Himmel fallen, und die Mächte im Himmel werden erschüttert werden.
26 Und dann werden sie den Menschensohn auf den Wolken kommen sehen mit grosser Macht und Herrlichkeit.
27 Und dann wird er die Engel aussenden und die Erwählten zusammenführen von den vier Winden her, vom Ende der Erde bis zum Ende des Himmels.

Das nahe Ende

28 Vom Feigenbaum aber lernt das Gleichnis: Sobald sein Zweig saftig geworden ist und Blätter treibt, wisst ihr, dass der Sommer nahe ist.
29 So sollt ihr auch, wenn ihr dies geschehen seht, wissen, dass er nahe ist und vor der Tür steht.
30 Amen, ich sage euch: Dieses Geschlecht wird nicht vergehen, bevor dies alles geschieht.
31 Himmel und Erde werden vergehen, meine Worte aber werden nicht vergehen.
32 Jenen Tag oder jene Stunde kennt niemand, die Engel im Himmel nicht, der Sohn nicht, nur der Vater.

Die Mahnung zur Wachsamkeit

33 Gebt acht, bleibt wach! Denn ihr wisst nicht, wann der Zeitpunkt da ist.
34 Es ist wie bei einem Menschen, der ausser Landes ging: Er verliess sein Haus, gab seinen Knechten Vollmacht, jedem seine Aufgabe, und dem Türhüter befahl er, wachsam zu sein.
35 Seid also wachsam, denn ihr wisst nicht, wann der Herr des Hauses kommt: ob am Abend oder um Mitternacht oder beim Hahnenschrei oder am frühen Morgen,
36 damit er, wenn er auf einmal kommt, euch nicht schlafend finde.
37 Was ich aber euch sage, das sage ich allen: Seid wachsam!
1 Andere Übersetzungsmöglichkeit: "..., wann sich dies alles vollenden wird?"
2 Zum Ausdruck "Greuel der Verwüstung" vgl. die Anm. zu Mt 24,15.
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