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Zürcher Bibel

Achans Vergehen: Israel kann Ai nicht erobern

1 Doch die Israeliten vergriffen sich an dem, was der Vernichtung geweiht war: Achan, der Sohn des Karmi, des Sohns des Sabdi, des Sohns von Serach vom Stamm Juda, nahm etwas von dem, was der Vernichtung geweiht war, und der Zorn des HERRN entbrannte gegen die Israeliten.
2 Und Josua sandte Männer von Jericho nach Ai, das bei Bet-Awen, östlich von Bet-El liegt, und sprach zu ihnen: Geht hinauf und erkundet das Land. Und die Männer gingen hinauf und erkundeten Ai.
3 Dann kamen sie zurück zu Josua und sagten zu ihm: Nicht das ganze Volk soll hinaufziehen; gegen zwei- oder dreitausend Mann sollen hinaufziehen und Ai schlagen. Bemühe nicht das ganze Volk dorthin, denn sie sind wenige.
4 Und gegen dreitausend Mann vom Volk zogen dort hinauf, aber vor den Männern von Ai ergriffen sie die Flucht.
5 Und die Männer von Ai erschlugen sechsunddreissig Mann von ihnen. Und sie verfolgten sie vom Tor bis zu den Steinbrüchen und schlugen sie am Abhang, und das Herz des Volks zerfloss wie Wasser.
6 Und Josua zerriss seine Kleider und fiel auf sein Angesicht zur Erde nieder vor der Lade des HERRN, bis zum Abend, er und die Ältesten Israels, und sie streuten Staub auf ihr Haupt.
7 Und Josua sprach: Ach Herr, HERR, warum hast du dieses Volk den Jordan überschreiten lassen? Um uns in die Hand der Amoriter zu geben, damit sie uns vernichten? Hätten wir uns doch dazu entschlossen, jenseits des Jordan zu bleiben!
8 Ich bitte dich, Herr, was soll ich sagen, nachdem Israel seinen Feinden den Nacken gezeigt hat?
9 Wenn die Kanaaniter und alle Bewohner des Landes das hören, werden sie uns umzingeln und unseren Namen von der Erde tilgen. Was wirst du tun für deinen grossen Namen?
10 Und der HERR sprach zu Josua: Steh auf! Warum liegst du da auf deinem Angesicht?
11 Israel hat gesündigt, sie haben meinen Bund übertreten, den ich ihnen auferlegt habe, sie haben genommen von dem, was der Vernichtung geweiht war, sie haben es gestohlen, verheimlicht und bei sich versteckt.
12 Die Israeliten können vor ihren Feinden nicht bestehen. Sie werden ihre Feinde im Nacken haben, denn nun sind sie selbst der Vernichtung geweiht. Ich werde nicht mehr mit euch sein, wenn ihr das, was bei euch der Vernichtung geweiht ist, nicht vernichtet.
13 Steh auf, heilige das Volk, und sprich: Heiligt euch für morgen, denn so spricht der HERR, der Gott Israels: Bei dir ist etwas, das der Vernichtung geweiht ist, Israel. Du kannst vor deinen Feinden nicht bestehen, bis ihr das, was bei euch der Vernichtung geweiht ist, vernichtet.
14 Und am Morgen sollt ihr herantreten, Stamm für Stamm. Und der Stamm, den der HERR bestimmt, soll vortreten, Sippe für Sippe; und die Sippe, die der HERR bestimmt, soll vortreten, Haus für Haus; und das Haus, das der HERR bestimmt, soll vortreten, Mann für Mann.
15 Und den, der so überführt wird, den soll man verbrennen und alles, was ihm gehört, weil er sich vergriffen hat an dem, was der Vernichtung geweiht ist,1 weil er den Bund des HERRN übertreten und eine Schandtat begangen hat in Israel.
16 Und früh am Morgen liess Josua Israel herantreten, Stamm für Stamm, und es traf den Stamm Juda.
17 Und er liess die Sippen Judas vortreten, und es traf die Sippe der Serachiten, und er liess die Sippe der Serachiten vortreten, Mann für Mann,2 und es traf Sabdi.
18 Und er liess dessen Haus vortreten, Mann für Mann, und es traf Achan, den Sohn des Karmi, des Sohns des Sabdi, des Sohns von Serach vom Stamm Juda.
19 Und Josua sprach zu Achan: Mein Sohn, erweise dem HERRN, dem Gott Israels, die Ehre, lobe ihn, und sage mir doch, was du getan hast. Verheimliche nichts vor mir.
20 Und Achan antwortete Josua und sprach: Es ist wahr. Ich war es, der sich am HERRN, dem Gott Israels, versündigt hat. Und das ist es, was ich getan habe:
21 Ich sah bei der Beute einen schönen Mantel aus Schinar und zweihundert Schekel Silber und eine goldene Zunge, fünfzig Schekel schwer; und ich begehrte dies und ich nahm es. Und sieh, es ist vergraben in der Erde, in meinem Zelt, und das Silber liegt zuunterst.
22 Und Josua sandte Boten, und die eilten in das Zelt; und sieh, es war in seinem Zelt vergraben, und das Silber lag zuunterst.
23 Und sie nahmen die Dinge aus dem Zelt und brachten sie zu Josua und zu allen Israeliten und breiteten sie aus vor dem HERRN.
24 Und Josua und ganz Israel mit ihm nahm Achan, den Sohn des Serach, und das Silber und den Mantel und die goldene Zunge und seine Söhne und seine Töchter und sein Rind und seinen Esel und sein Kleinvieh und sein Zelt und alles, was ihm gehörte, und sie führten sie hinauf in das Tal Achor.
25 Und Josua sprach: Wie hast du uns ins Unglück gestürzt. Am heutigen Tag wird der HERR dich ins Unglück stürzen! Und ganz Israel steinigte ihn, und sie verbrannten sie und steinigten sie.
26 Dann errichteten sie einen grossen Steinhaufen über ihm, der dort ist bis auf den heutigen Tag. Und der HERR liess ab von seinem glühenden Zorn. Daher heisst jener Ort Tal Achor3, bis auf den heutigen Tag.
1 "weil er sich vergriffen hat" wurde in der Übersetzung ergänzt.
2 In manchen Textzeugen lautet der Text: "... Serachiten vortreten, Haus für Haus, ..."
3 Im Namen Achor klingt hebräisch 'ins Unglück stürzen' an, wie es in 7,25 verwendet wird.
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