Hilfe

Zürcher Bibel

Gericht über Edom

1 Wer ist es, der da aus Edom kommt, aus Bozra in grellen Kleidern, so auffallend in seinem Gewand, einherschreitend in der Fülle seiner Kraft? Ich bin es, der ich in Gerechtigkeit spreche, stark genug, um zu retten.
2 Warum ist dein Gewand so rot und sind deine Kleider wie bei einem, der in der Kelter tritt?
3 Allein habe ich im Keltertrog getreten, und niemand war bei mir von den Völkern. Da trat ich sie in meiner Wut, und in meinem Zorn zerstampfte ich sie, und ihr Saft spritzte auf meine Kleider, und ich besudelte alle meine Gewänder.
4 Denn in meinem Herzen war ein Tag der Rache, und mein Jahr der Besudelung war gekommen.
5 Da schaute ich mich um, und da war keiner, der half, und ich war entsetzt, aber da war keiner, der mich stützte. Da half mir mein Arm, und mein Zorn, er stützte mich.
6 Und so zertrat ich die Völker in meiner Wut, und in meinem Zorn machte ich sie betrunken, und ihren Saft liess ich zur Erde fliessen.

Klage und Bittgebet

7 An die Gnadentaten des HERRN werde ich erinnern, an die Ruhmestaten des HERRN, an alles, was der HERR für uns getan hat, und an die Fülle des Guten für das Haus Israel, was er für sie getan hat, wie es seinem Erbarmen und der Fülle seiner Gnadentaten entspricht.
8 Und er sprach: Sie sind mein Volk! Kinder, die nicht treulos handeln! Und so wurde er ihr Retter.
9 All ihre Not war auch seine Not, und der Bote seines Angesichts hat sie gerettet. In seiner Liebe und in seinem Mitleid hat er sie erlöst, und er hat sie emporgehoben, und alle Tage der längst vergangenen Zeit hat er sie getragen.
10 Sie aber waren widerspenstig und kränkten seinen heiligen Geist. Da verwandelte er sich in ihren Feind, er selbst bekämpfte sie.
11 Dann aber erinnerte man sich der Tage der längst vergangenen Zeit, an Mose, an sein Volk: Wo ist der, der sie heraufgeführt hat aus dem Meer mit den Hirten seiner Schafe? Wo ist der, der seinen heiligen Geist in sein Inneres gelegt hat,
12 der den Arm seiner Herrlichkeit zur Rechten des Mose einherziehen liess, der das Wasser vor ihnen teilte, um sich einen ewigen Namen zu machen?
13 Der sie durch die Fluten gehen liess wie ein Pferd in der Wüste: ohne Straucheln.
14 Wie dem Vieh, das hinabsteigt ins Tal, verschafft der Geist des HERRN ihm Ruhe. So hast du dein Volk geleitet, um dir einen herrlichen Namen zu machen.
15 Schau herab vom Himmel und sieh herab von der Wohnung deiner Heiligkeit und deiner Herrlichkeit! Wo sind dein Eifer und deine Kraft? Das Aufwallen deiner Gefühle und dein Erbarmen - mir hast du es nicht gezeigt.
16 Du bist doch unser Vater! Abraham hat nichts von uns gewusst, und Israel kennt uns nicht. Du, HERR, bist unser Vater, Unser-Erlöser-seit-uralten-Zeiten ist dein Name.
17 Warum, HERR, lässt du uns umherirren, fern von deinen Wegen, verhärtest unser Herz, so dass wir dich nicht fürchten? Kehre zurück um deiner Diener, um der Stämme deines Erbbesitzes willen.
18 Für eine kurze Zeit haben sie dein heiliges Volk enteignet, dein Heiligtum haben unsere Feinde zertreten.
19 Wir sind wie die geworden, über die du nie geherrscht hast, über denen dein Name nicht ausgerufen wurde. Hättest du doch schon den Himmel zerrissen, wärst schon herabgestiegen, so dass die Berge vor dir erbebt wären,
© 2018 ERF Medien