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Zürcher Bibel

1 Wer gerecht ist, kommt um, und nicht einer nimmt es sich zu Herzen. Und die Treuen werden dahingerafft, ohne dass jemand darauf achtet. Von der Bosheit wird der Gerechte dahingerafft!
2 Er geht ein zum Frieden, auf ihren Lagern ruhen sie, ein jeder, der seinen geraden Weg geht.
3 Ihr aber, kommt her, ihr Kinder einer Zauberin, Nachkommen eines Ehebrechers, hat sie doch Hurerei getrieben!
4 Über wen macht ihr euch lustig? Gegen wen reisst ihr das Maul auf, wem streckt ihr die Zunge heraus? Seid ihr nicht Kinder des Vergehens, Nachkommen der Lüge:
5 die ihr in Erregung geratet bei den Terebinthen1, unter jedem grünen Baum, die ihr die Kinder schlachtet in den Bachtälern unter den Felsenklüften.
6 Bei den glatten Steinen im Bachtal ist dein Anteil, sie, sie sind dein Losanteil, auch hast du ihnen Trankopfer geopfert, hast Opfer dargebracht. Sollte es mich deshalb reuen?
7 Auf einem hohen und hoch sich erhebenden Berg hast du dein Lager bereitet, auch bist du dort hinaufgestiegen, um Schlachtopfer darzubringen.
8 Und hinter der Tür und dem Türpfosten hast du dein Erinnerungszeichen angebracht. Denn von mir abgewandt hast du dein Lager aufgedeckt und bist du hinaufgestiegen, hast es breit gemacht und hast dir von ihnen abgeschnitten. Ihr Lager hast du geliebt, hast die Hand angeschaut.2
9 Du bist zum König gezogen3 mit Öl, und viele Salben hast du dir angerührt, und deine Boten hast du in die Ferne geschickt und tief hinab bis ins Totenreich.
10 Von deinem weiten Weg bist du müde geworden, du hast nicht gesagt: Es ist zum Verzweifeln! Du hast Belebung deiner Hand gefunden, darum bist du nicht schwach geworden.
11 Wen hast du denn gescheut und gefürchtet, dass du gelogen und nicht an mich gedacht hast, es dir nicht zu Herzen genommen hast? Nicht wahr, ich schweige und das seit langer Zeit, und mich musst du ja nicht fürchten!
12 Ich selbst werde deine Gerechtigkeit kundtun und deine Taten, und sie werden dir nichts nützen.
13 Wenn du schreist, sollen die dich retten, die du dir angesammelt hast4; der Wind aber wird sie alle forttragen, ein Hauch wird sie hinwegnehmen. Wer aber bei mir Zuflucht sucht, der wird das Land erben und meinen heiligen Berg.

Frieden dem Fernen und dem Nahen

14 Und er spricht: Legt einen Weg an, legt einen Weg an, räumt den Weg frei! Räumt meinem Volk die Hindernisse aus dem Weg!
15 Denn so spricht der Hohe und Erhabene, der ewig wohnt und dessen Name Der-Heilige ist: In der Höhe und als Heiliger wohne ich, bei den Zerschlagenen und Erniedrigten, um den Geist der Erniedrigten zu beleben und das Herz der Zerschlagenen zu beleben.
16 Denn nicht für immer werde ich streiten und nicht ohne Ende zürnen, denn ihr5 Geist würde vor mir verschmachten und die, die atmen - habe doch ich sie gemacht!
17 Über die Schuld, über ihre Habsucht war ich zornig, so dass ich sie geschlagen habe, mein Angesicht habe ich verborgen, und ich war zornig, sie aber gingen abtrünnig auf dem Weg ihres eigenen Herzens6.
18 Ihre Wege habe ich gesehen, und ich werde sie heilen. Und ich werde sie leiten und es ihnen mit Tröstungen vergelten, ihnen und ihren Trauernden.
19 Ich schaffe Frucht der Lippen, Frieden, Frieden dem Fernen und dem Nahen, spricht der HERR. Und ich werde sie heilen.
20 Die Frevler aber sind wie das aufgewühlte Meer, es kann keine Ruhe finden, und seine Wasser wühlen Schlamm auf und Dreck.
21 Kein Frieden für die Frevler!, spricht mein Gott.
1 Im Hintergrund der mit "die ihr in Erregung geratet bei den Terebinthen" erwähnten Vorgänge stehen kultische sexuelle Handlungen.
2 Die Formulierung 'und hast dir von ihnen abgeschnitten' ist möglicherweise ein Ausdruck dafür, dass etwas ausgehandelt wurde. Vermutlich ist 'die Hand' hier ein umschreibender Ausdruck für das männliche Geschlechtsteil.
3 Die genaue Bedeutung des mit 'gezogen' wiedergegebenen hebräischen Worts ist nicht gesichert.
4 Mit "die ..., die du dir angesammelt hast" sind Götzen gemeint.
5 "ihr" wurde in der Übersetzung ergänzt.
6 "mein Angesicht" wurde in der Übersetzung ergänzt. Zur Vereinfachung wurde in diesem und im folgenden Vers die Mehrzahl 'sie' gesetzt, wo im hebräischen Text die Einzahl 'es' (das Volk) steht.
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