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Zürcher Bibel

Jubellied des Volks

1 An jenem Tag wird dieses Lied gesungen im Land Juda: Wir haben eine starke Stadt, zum Schutz stellt er Mauern und Wall bereit.
2 Öffnet die Tore, damit die gerechte Nation einzieht, die die Treue bewahrt!
3 Frieden bewahrst du dem unerschütterlichen Sinnen, Frieden, denn dieses vertraut auf dich.
4 Vertraut für immer auf den HERRN, denn Jah, der HERR, ist ein ewiger Fels!
5 Denn die Bewohner der Höhe warf er nieder, die unzugängliche Stadt; er erniedrigt sie, erniedrigt sie, bis sie am Boden liegt, stösst sie in den Staub.
6 Füsse zertreten sie, die Füsse des Armen, die Tritte der Machtlosen.

Hoffnung auf den HERRN

7 Der Pfad für den Gerechten ist eine gerade Bahn, gerade ist der Weg des Gerechten, du bahnst ihn.
8 Auch auf dem Pfad deiner Gerichtstaten, HERR, haben wir auf dich gehofft. Nach deinem Namen und danach, zu dir zu rufen, steht das Verlangen der Seele.
9 Mit meiner Seele verlange ich nach dir in der Nacht, ja, ich suche nach dir mit meinem Geist in meinem Innern. Denn wenn immer deine Gerichtstaten über die Erde gekommen sind, haben die Bewohner des Erdkreises gelernt, was Gerechtigkeit ist.
10 Wird einem Frevler Gnade gewährt, so hat er nicht gelernt, was Gerechtigkeit ist; Unrecht begeht er im Land des Rechts, und die Hoheit des HERRN sieht er nicht.
11 HERR, hoch erhoben ist deine Hand - sie sehen es nicht! Der Eifer für das Volk - sie werden ihn sehen und sich schämen! Das Feuer - es wird deine Feinde verzehren!
12 HERR, du wirst uns Heil schaffen, denn auch all unsere Taten hast du für uns vollbracht.
13 HERR, unser Gott, neben dir haben andere Herren uns beherrscht, dich allein, deinen Namen preisen wir!
14 Tote werden nicht lebendig, Schatten stehen nicht auf. Darum hast du sie1 heimgesucht und vernichtet und jede Erinnerung an sie getilgt.
15 Noch mehr hast du der Nation gegeben, HERR,2 du hast die Nation zahlreicher gemacht, hast dich verherrlicht und alle Grenzen des Landes erweitert.
16 HERR, in der Not haben sie dich aufgesucht, sie haben geschrien, entkräftet - du hast sie gezüchtigt.3
17 Wie eine Schwangere sich kurz vor dem Gebären windet, in ihren Wehen schreit, so waren wir, fern von deinem Angesicht, HERR:
18 Wir waren schwanger, wir wanden uns - es war, als hätten wir Wind geboren: Dem Land bringen wir keine Rettung, und dem Erdkreis werden keine Bewohner geboren.
19 Deine Toten aber werden leben, ihre Leichname4 stehen wieder auf. Wacht auf, und jubelt, ihr Bewohner des Staubs! Denn ein Tau von Lichtern ist dein Tau, und die Erde wird die Schatten gebären.

Die Vernichtung der Weltmächte. Israels Rettung

20 Geh, mein Volk, geh hinein in deine Kammern, und verschliess deine Türen hinter dir; verbirg dich einen kurzen Augenblick, bis der Zorn vorüber ist.
21 Denn sieh, der HERR zieht aus von seiner Stätte, um die Schuld der Bewohner der Erde an ihnen heimzusuchen. Und die Erde wird ihr5 Blut offenlegen und ihre Getöteten nicht mehr zudecken.
1 Mit 'sie' sind die 'Herren' im vorangehenden V.13 gemeint.
2 Die beiden ersten Verszeilen, "Noch mehr hast du der Nation gegeben, HERR" und "du hast die Nation zahlreicher gemacht, hast dich verherrlicht", lauten im Hebräischen gleich; dabei hört man sowohl 'noch mehr hast du der Nation gegeben' als auch 'du hast die Nation zahlreicher gemacht'.
3 Die zweite Hälfte des hebräischen Verses ist kaum übersetzbar; die obige Wiedergabe ist ein Übersetzungsversuch.
4 Der hebräische Text wurde auf der Grundlage antiker Übersetzungen korrigiert, vom Konsonantenbestand her ist auch die Lesart "meine Leichname" möglich.
5 Mit 'ihr' Blut ist das Blut der Erde gemeint.
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