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Zürcher Bibel

1 Du, HERR, bist gerecht, wenn ich mit dir streite. Dennoch befrage ich dich zum Recht: Warum führt der Weg der Frevler zum Erfolg, haben Ruhe alle, die treulos handeln?
2 Du hast sie gepflanzt, auch sind sie fest verwurzelt, sie wachsen, auch haben sie Frucht gebracht; ihrem Mund bist du nahe, ihrem Innern aber fern.
3 Und du, HERR, du kennst mich, du siehst mich und prüfst, ob mein Herz bei dir ist. Sondere sie aus wie Schafe zur Schlachtung, und weihe sie für den Tag der Tötung.
4 Wie lange soll das Land trauern und überall auf dem Feld das Kraut verdorren? Der Bosheit seiner Bewohner wegen wurden Vieh und Vögel dahingerafft, denn sie haben gesagt: Er sieht unsere Pfade nicht.1
5 Wenn du mit denen, die zu Fuss gehen, gelaufen bist und sie dich müde gemacht haben, wie willst du da mit den Pferden um die Wette laufen? Und fühlst du dich nur sicher in friedlichem Land, was willst du da tun im Dickicht am Jordan?
6 Denn selbst deine Brüder und das Haus deines Vaters, auch sie haben treulos an dir gehandelt, auch sie haben laut hinter dir her geschrien. Traue ihnen nicht, wenn sie freundlich mit dir reden.

Klage des HERRN

7 Ich habe mein Haus verlassen, meinen Erbbesitz aufgegeben, in die Hand ihrer Feinde habe ich die von mir Geliebte gegeben.
8 Wie ein Löwe im Wald ist mir mein Erbbesitz geworden, seine Stimme hat er gegen mich erhoben, darum hasse ich ihn.
9 Ist mir mein Erbbesitz zum Lager der Hyäne geworden? Die Raubvögel kreisen über ihm. Kommt, versammelt alle Tiere des Feldes, bringt sie herbei zum Fressen.
10 Viele Hirten haben meinen Weinberg verwüstet, meinen Anteil zertreten, meinen kostbaren Anteil zur verödeten Wüste gemacht.
11 Man hat ihn veröden lassen, verödet trauert er vor mir. Das ganze Land ist verödet, denn niemand hat es sich zu Herzen genommen.

Kein Friede!

12 Über alle kahlen Höhen in der Wüste sind Verwüster gekommen. Ein Schwert des HERRN frisst vom einen Ende des Landes bis zum anderen Ende des Landes. Kein Friede für alles Fleisch!
13 Sie haben Weizen gesät und Dornen geerntet, haben sich abgemüht, hatten keinen Nutzen. Schämt euch für euren Ertrag, vor dem glühenden Zorn des HERRN!
14 So spricht der HERR über alle meine bösen Nachbarn, die den Besitz antasten, den ich meinem Volk, Israel, als Erbe gegeben habe: Sieh, aus ihrem Boden werde ich sie ausreissen, und das Haus Juda reisse ich aus ihrer Mitte.
15 Aber nachdem ich sie ausgerissen habe, werde ich mich ihrer wieder erbarmen, und ich werde sie zurückbringen, einen jeden auf seinen Erbbesitz und einen jeden in sein Land.
16 Und wenn sie wirklich die Wege meines Volks lernen, so dass sie bei meinem Namen schwören: So wahr der HERR lebt! - wie sie mein Volk gelehrt haben, beim Baal zu schwören -, sollen sie aufgebaut werden mitten in meinem Volk.
17 Wenn sie aber nicht hören, werde ich diese Nation ausreissen, ausreissen und vernichten! Spruch des HERRN.
1 Die Übersetzung "...: Er sieht unsere Pfade nicht." beruht auf der griechischen Überlieferung. Der Massoretische Text ist möglicherweise zu verstehen als "...: Er sieht nicht, was hinter uns geschieht."
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