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Zürcher Bibel

1 Könntest du doch mein Bruder sein, der an den Brüsten meiner Mutter sog! Fände ich dich draussen, so küsste ich dich, und niemand dürfte mich verachten.
2 Ich führte dich, brächte dich ins Haus meiner Mutter, die mich lehrte. Vom Würzwein gäbe ich dir zu trinken, von meinem Granatapfelmost.
3 Seine Linke liegt unter meinem Haupt, und seine Rechte umarmt mich.
4 Ich beschwöre euch, ihr Töchter Jerusalems: Weckt nicht, stört nicht die Liebe, solange die Lust währt!
5 Wer steigt da herauf aus der Wüste, an ihren Geliebten gelehnt? Unter dem Apfelbaum weckte ich dich. Dort hat deine Mutter dich empfangen, dort kam in Wehen, die dich gebar.
6 Leg mich auf dein Herz wie ein Siegel, wie ein Siegel an deinen Arm! Denn stark wie der Tod ist die Liebe, hart wie das Totenreich die Leidenschaft. Feuerglut ist ihre Glut, Flamme des HERRN.
7 Gewaltige Wasser können die Liebe nicht löschen, und Ströme schwemmen sie nicht fort. Wollte einer sein ganzes Gut hingeben für die Liebe, man würde ihn nur verachten.
8 Wir haben eine kleine Schwester, die hat noch keine Brüste. Was tun wir mit unserer Schwester, wenn man um sie wirbt?
9 Ist sie eine Mauer, so bauen wir auf ihr eine silberne Zinne, und ist sie eine Tür, verschliessen wir sie mit einem Zedernbrett.
10 Ich bin eine Mauer, und meine Brüste sind wie Türme. So wurde ich in seinen Augen zu einer, die das Glück fand.
11 Einen Weinberg hatte Salomo in Baal-Hamon. Er gab den Weinberg den Wächtern, für seine Frucht musste jeder tausend Silberstücke bringen.
12 Vor mir steht mein eigener Weinberg. Die tausend gehören dir, Salomo, und zweihundert denen, die seine Frucht bewachen.
13 Die du wohnst in den Gärten, wo Gefährten lauschen, deine Stimme lass mich hören!
14 Flieh, mein Geliebter, gleich einer Gazelle oder dem jungen Hirsch auf den Balsambergen!
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