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Zürcher Bibel

1 Ich bin die Lilie des Scharon, die Lotosblume der Täler.
2 Wie eine Lotosblume unter den Dornen, so ist meine Freundin unter den jungen Frauen.
3 Wie ein Apfelbaum unter den Bäumen des Waldes, so ist mein Geliebter unter den jungen Männern. In seinem Schatten begehrte ich zu sitzen, und seine Frucht war meinem Gaumen süss.
4 Er führte mich ins Weinhaus, und sein Zeichen über mir war die Liebe.
5 Stärkt mich mit Rosinenkuchen, erfrischt mich mit Äpfeln, denn krank bin ich vor Liebe.
6 Seine Linke liegt unter meinem Haupt, und seine Rechte umarmt mich.
7 Ich beschwöre euch, ihr Töchter Jerusalems, bei den Gazellen oder bei den Hinden des Feldes: Weckt nicht, stört nicht die Liebe, solange die Lust währt.
8 Horch, mein Geliebter! Sieh, da kommt er, springend über die Berge, hüpfend über die Hügel.
9 Einer Gazelle gleicht mein Geliebter oder dem jungen Hirsch. Sieh, da steht er hinter unserer Mauer, schaut herein durch die Fenster, späht durch die Gitter.
10 Mein Geliebter hob an und sprach zu mir: Steh auf, meine Freundin, meine Schöne, und komm!
11 Sieh doch, dahin ist der Winter, vorbei, vorüber der Regen.
12 Die Blumen sind im Land zu sehen, die Zeit des Singens ist gekommen, und das Gurren der Taube hört man in unserem Land.
13 Der Feigenbaum lässt seine Früchte reifen, und die Weinstöcke blühen und duften. Steh auf, meine Freundin, meine Schöne, und komm!
14 Meine Taube in den Felsenklüften, im Versteck an der Bergwand, lass mich geniessen deinen Anblick, lass mich hören deine Stimme, denn angenehm ist deine Stimme, und anmutig dein Anblick.
15 Fangt uns die Füchse, die kleinen Füchse, die Weinberge verwüsten, denn unsere Weinberge blühen.
16 Mein Geliebter gehört mir, und ich gehöre ihm, auf der Weide in den Lotosblumen.
17 Bis der Tagwind weht und die Schatten fliehen, komm her, mein Geliebter, gleich einer Gazelle oder dem jungen Hirsch auf den Bergen von Beter.
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