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Zürcher Bibel

Erste Rede des Bildad

1 Da antwortete Bildad von Schuach und sprach:
2 Wie lange willst du noch solche Reden führen, und wie lange stürmen hervor die Worte deines Mundes?
3 Verdreht denn Gott das Recht, und Schaddai, verdreht er die Gerechtigkeit?
4 Haben deine Kinder gegen ihn gesündigt, so gab er sie in die Gewalt ihrer Schuld.
5 Wenn du Gott suchst und Schaddai um Gnade anflehst,
6 wenn du rein bist und aufrecht, dann wacht er auf um deinetwillen und stellt deine Wohnstatt wieder her, wie es dir zusteht.
7 Dann ist dein Anfang klein, dein Ende aber herrlich gross.
8 Frage doch, die vor dir waren, und achte auf das, was ihre Vorfahren ergründet haben.
9 Denn wir sind erst seit gestern und wissen nichts, ein Schatten sind unsere Tage auf Erden.
10 Werden jene dich nicht lehren, zu dir sprechen und Worte aus ihrem Herzen sagen?
11 Wächst Schilfrohr, wo kein Sumpf ist, wird Riedgras ohne Wasser gross?
12 Noch grünt es, ist nicht reif zum Schnitt, da verdorrt es schon vor allem Gras.
13 So sind die Wege derer, die Gott vergessen, und so wird die Hoffnung des Ruchlosen zunichte.
14 Seine Zuversicht ist ein dünner Faden, und sein Vertrauen ein Spinnengewebe.
15 Er verlässt sich auf sein Haus, doch es hält nicht stand, er klammert sich daran, doch es steht nicht fest.
16 In vollem Saft steht einer in der Sonne, und seine Zweige überwuchern seinen Garten.
17 Über Geröll schlingen sich seine Wurzeln, zwischen Steinen hält er sich fest.
18 Tilgt man ihn aus von seiner Stätte, verleugnet sie ihn: Nie habe ich dich gesehen.
19 Sieh, das wird aus dem Glück seines Weges, und andere sprossen aus dem Staub.
20 Sieh, Gott verschmäht den Schuldlosen nicht, und die Hand der Übeltäter hält er nicht fest.
21 Er wird deinen Mund noch mit Lachen füllen und deine Lippen mit Jubel.
22 Die dich hassen, müssen sich in Schande kleiden, und das Zelt der Frevler ist nicht mehr da.
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