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Zürcher Bibel

Erste Rede des Elifas

1 Da antwortete Elifas von Teman und sprach:
2 Ist es dir lästig, wenn man mit dir redet? Aber wer könnte die Worte zurückhalten?
3 Sieh, viele hast du unterwiesen, und müde Hände hast du stark gemacht.
4 Deine Worte haben den Strauchelnden aufgerichtet, und wankenden Knien hast du Kraft gegeben.
5 Jetzt aber kommt es über dich, und du gibst auf, dich trifft es, und du bist bestürzt.
6 Ist nicht deine Gottesfurcht dein Trost und dein schuldloser Wandel deine Hoffnung?
7 Bedenke: Wann ist je ein Schuldloser umgekommen, und wo wurden Aufrechte je vernichtet?
8 Ich habe gesehen: Die Unrecht pflügen und Unheil säen, die ernten es auch.
9 Durch Gottes Atem kommen sie um, und vor dem Hauch seines Zorns schwinden sie hin.
10 Der Löwe brüllt nicht mehr, noch knurrt der Leu, und die Zähne der jungen Löwen sind ausgeschlagen.
11 Der Löwe kommt um, weil ihm Beute fehlt, und die Jungen der Löwin werden versprengt.
12 Zu mir aber stahl sich ein Wort, und mein Ohr nahm ein Flüstern davon auf.
13 Beim Grübeln über Nachtgesichte, wenn tiefer Schlaf auf die Menschen fällt,
14 kam Furcht und Zittern über mich, und schreckte meine Glieder auf.
15 Und ein Geist geht an mir vorüber, die Haare meines Leibes sträuben sich.
16 Da steht er, doch ich erkenne seine Gestalt nicht, ein Bild ist vor meinen Augen, ich höre das Flüstern einer Stimme:
17 Kann ein Mensch im Recht sein vor Gott, ein Mann vor seinem Schöpfer rein?
18 Sieh, seinen Dienern traut er nicht, und seinen Engeln wirft er Irrtum vor.
19 Wie erst denen, die wohnen in Häusern aus Lehm, die im Staub ihre Grundmauer haben! Wie eine Motte zerdrückt man sie,
20 zwischen Morgen und Abend werden sie zermalmt, unbeachtet kommen sie um, für alle Zeit.
21 Wird nicht ihr Zeltseil losgerissen? Sie sterben, doch nicht in Weisheit.
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