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Zürcher Bibel

1 Kennst du die Zeit, da das Steinwild gebärt, achtest du auf das Kreissen der Hirschkühe?
2 Zählst du die Monate, da sie trächtig sind, und kennst du die Zeit, da sie gebären?
3 Sie kauern nieder, sie werfen ihre Jungen, sie werden frei von ihren Wehen.
4 Ihre Jungen werden kräftig, im Freien wachsen sie auf, ziehen davon und kommen nicht wieder.
5 Wer hat den Wildesel freigelassen, wer hat ihm seine Fesseln gelöst?
6 Ich gab ihm die Steppe zur Behausung und das salzige Land zur Wohnung.
7 Er lacht über das Lärmen der Stadt, das Geschrei des Treibers hört er nicht.
8 In den Bergen sucht er seine Weide, und allem, was grün ist, spürt er nach.
9 Wird der Wildstier dir dienen wollen und an deiner Krippe nächtigen?
10 Zwingst du ihn am Strick in die Furche, und wird er hinter dir pflügen in den Tälern?
11 Vertraust du ihm, weil er so stark ist, und überlässt du ihm deine Arbeit?
12 Glaubst du daran, dass er wiederkommt und deine Ernte auf deine Tenne bringt?
13 Munter schlägt die Straussenhenne mit den Flügeln, doch birgt ihre Schwinge wie die eines Storchs oder eines Falken?
14 Nein, sie überlässt ihre Eier der Erde und hält sie warm im Staub
15 und vergisst, dass ein Fuss sie zerdrücken und ein Tier sie zertreten kann.
16 Hart ist sie zu ihren Jungen, als wären es fremde, es kümmert sie nicht, wenn ihre Mühe umsonst war.
17 Denn Gott hat ihr die Weisheit versagt und ihr keinen Anteil an Einsicht gegeben.
18 Wenn sie aber in die Höhe schnellt, lacht sie über Ross und Reiter.
19 Gibst du dem Ross die Kraft, bekleidest du seinen Hals mit der Mähne?
20 Lässt du es springen wie die Heuschrecke? Schrecklich ist sein majestätisches Schnauben.
21 Es scharrt im Tal und freut sich seiner Kraft, es zieht aus, den Waffen entgegen.
22 Es lacht über die Furcht und hat keine Angst und weicht nicht zurück vor dem Schwert.
23 Über ihm klirrt der Köcher, blitzen der Speer und das Schwert.
24 Mit Donnern und Tosen fliegt es dahin und lässt sich nicht halten, wenn das Horn ertönt.
25 Wenn das Horn ertönt, wiehert es froh, und es wittert von weitem die Schlacht, das Lärmen der Anführer und das Kriegsgeschrei.
26 Schwingt der Falke sich auf dank deiner Einsicht und breitet seine Flügel aus in den Südwind?
27 Steigt auf deinen Befehl der Adler auf und baut seinen Horst in der Höhe?
28 Auf Felsen wohnt und nächtigt er, auf dem Felszahn und der Bergspitze.
29 Von dort erspäht er den Frass, seine Augen blicken in die Ferne,
30 und seine Jungen schlürfen Blut, und wo es Erschlagene gibt, da ist er.
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