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Zürcher Bibel

1 Elihu aber begann wieder und sprach:
2 Achtet, ihr Weisen, auf meine Rede, und ihr Einsichtigen, hört mir zu!
3 Denn das Ohr prüft die Worte, wie der Gaumen die Speise kostet.
4 Was recht ist, wollen wir untersuchen, miteinander erforschen, was gut ist.
5 Denn Hiob hat gesagt: Ich bin gerecht, Gott aber hat mir mein Recht verweigert.
6 Soll ich verhehlen, dass ich im Recht bin? Tödlich traf mich der Pfeil, obwohl ich ohne Schuld bin. -
7 Wo wäre ein Mann wie Hiob, der lästert, wie man Wasser trinkt,
8 der mit Übeltätern gemeinsame Sache macht und Umgang pflegt mit Frevlern?
9 Denn er hat gesagt: Es nützt einem nichts, wenn man Gott zu gefallen sucht.
10 Darum, ihr Verständigen, hört mir zu! Niemals wird Gott freveln und Schaddai Unrecht tun.
11 Was ein Mensch getan hat, vergilt er ihm, und jeden lässt er treffen, was seinem Wandel entspricht.
12 Das ist gewiss: Gott tut kein Unrecht, und Schaddai verdreht nicht das Recht.
13 Wer hat ihm die Erde übergeben, und wer hat ihm den ganzen Erdkreis anvertraut?
14 Wenn er es wollte, könnte er seinen Geist und seinen Atem zurücknehmen,
15 dann käme alles Fleisch um auf einen Schlag, und der Mensch würde wieder zu Staub.
16 Hast du nun Verstand, so höre dies, achte genau auf meine Worte.
17 Kann denn herrschen, wer das Recht hasst? Oder willst du den Gerechten, den Gewaltigen beschuldigen?
18 Er sagt zu einem König: Du Nichtswürdiger!, zu Edlen: Frevler!
19 Er ergreift nicht Partei für Fürsten, und den Vornehmen zieht er dem Geringen nicht vor, denn sie alle sind das Werk seiner Hände.
20 Plötzlich sterben sie, und mitten in der Nacht kommen Vornehme um und fahren dahin, und Mächtige werden abgesetzt, ohne dass eine Hand sich rührt.
21 Denn seine Augen wachen über den Wegen des Menschen, und er sieht alle seine Schritte.
22 Es gibt kein Dunkel und keine Finsternis, wo Übeltäter sich verbergen könnten.
23 Er muss den Menschen nicht erst vor Gottes Gericht erscheinen lassen.
24 Die Gewaltigen zerschlägt er ohne Verhör, und andere setzt er an ihre Stelle.
25 So achtet er auf ihre Taten und stürzt sie über Nacht, und sie werden zermalmt.
26 Für ihre Freveltaten schlägt er sie vor aller Augen,
27 weil sie von ihm gewichen sind und seine Wege nicht beachtet haben.
28 So lässt er das Schreien des Armen zu sich dringen, und das Schreien der Elenden hört er.
29 Verhält er sich aber still, wer darf ihn beschuldigen? Und verbirgt er das Angesicht, wer könnte ihn sehen? Er aber wacht über Völker und Menschen,
30 dass nicht ein Ruchloser König wird, einer, der dem Volk zum Fallstrick würde.
31 Wenn aber einer zu Gott spricht: Ich habe geirrt, ich will nicht mehr unrecht handeln.
32 Was ich nicht sehe, lehre du mich. Habe ich Unrecht getan, so will ich es nicht wieder tun! -
33 Soll er dann nach deinem Sinn vergelten, weil du ihn verwirfst? Entscheide du, nicht ich, und sage, was du erkannt hast!
34 Verständige werden mir zustimmen, und jeder Weise, der mir zuhört:
35 Hiob redet ohne Einsicht, und seinen Worten fehlt die Weisheit.
36 Soll Hiob doch immer weiter geprüft werden, weil er Antworten gibt wie die Frevler!
37 Denn Frevel fügt er noch zu seiner Sünde, in unserer Mitte treibt er Spott, und viele Reden führt er gegen Gott.
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