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Zürcher Bibel

Zweite Rede des Bildad

1 Da antwortete Bildad von Schuach und sprach:
2 Wie lange wollt ihr noch eure Worte zügeln? Kommt zur Einsicht, und dann lasst uns reden!
3 Warum hält man uns für Vieh, warum betrachtet ihr uns als unrein?
4 Du zerreisst dich selbst in deinem Zorn. Soll deinetwegen sich die Erde entvölkern und ein Fels von seiner Stelle rücken?
5 Das Licht des Frevlers erlischt, und die Flamme seines Feuers leuchtet nicht mehr.
6 Das Licht in seinem Zelt verfinstert sich, und seine Leuchte erlischt über ihm.
7 Seine kräftigen Schritte werden kurz, und sein eigener Plan bringt ihn zu Fall.
8 Denn von den eigenen Füssen wird er ins Netz getrieben, und er geht über Flechtwerk.
9 Die Falle packt ihn an der Ferse, die Schlinge hält ihn fest.
10 Versteckt liegt sein Fangstrick am Boden und die Falle für ihn auf dem Pfad.
11 Ringsum ängstigen ihn Schrecken und hetzen ihn auf Schritt und Tritt.
12 Das Unheil ist hungrig nach ihm, und das Verderben steht bereit zu seinem Sturz.
13 Es frisst Stücke seiner Haut, seine Glieder frisst der Erstgeborene des Todes.
14 Aus seinem sicheren Zelt wird er herausgerissen, und zum König der Schrecken wird er getrieben.
15 In seinem Zelt wird ein Fremder wohnen, Schwefel wird auf seine Wohnstätte gestreut.
16 Unten verdorren seine Wurzeln, und oben verwelken seine Zweige.
17 Die Erinnerung an ihn schwindet aus dem Land, und auf der Gasse hat er keinen Namen mehr.
18 Man stösst ihn aus dem Licht in die Finsternis und verjagt ihn vom Erdkreis.
19 Er hat keinen Spross, keinen Nachkommen in seinem Volk, und wo er einst weilte, ist keiner mehr übrig.
20 Die im Westen erschaudern über seinen Tag, und die im Osten packt Entsetzen.
21 So ergeht es den Wohnungen des Frevlers und so der Stätte dessen, der Gott nicht kennt.
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