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Zürcher Bibel

1 Mein Geist ist verstört, meine Tage sind ausgelöscht, mir bleibt nur das Grab.
2 Nichts als Spott begleitet mich, und von ihren Anfeindungen kommt mein Auge nicht los.
3 Sei du selbst mein Bürge bei dir! Wer sonst wäre bereit, für mich zu bürgen?
4 Denn ihr Herz hast du der Einsicht verschlossen, darum wirst du ihnen den Sieg nicht geben.
5 Zum Teilen lädt einer die Freunde ein, doch die Augen seiner Kinder verschmachten.
6 Er hat mich bei den Menschen zum Spott gemacht, und ich muss mir ins Angesicht spucken lassen.
7 Und mein Auge ist vor Gram erloschen, und alle meine Glieder sind wie ein Schatten.
8 Die Aufrechten entsetzen sich darüber, und der Unschuldige empört sich über den Ruchlosen.
9 Doch der Gerechte hält fest an seinem Weg, und wer reine Hände hat, wird stark.
10 Ihr alle aber, kommt nur wieder her, ich finde doch keinen Weisen unter euch.
11 Meine Tage sind dahin, zerrissen meine Pläne, die Wünsche meines Herzens.
12 Die Nacht erklären sie zum Tag: Das Licht werde die Finsternis vertreiben.
13 Ich erhoffe nichts mehr, das Totenreich ist mein Haus, in der Finsternis habe ich mein Lager ausgebreitet.
14 Zur Grube sage ich: Du bist mein Vater!, zur Made: Meine Mutter, meine Schwester!
15 Wo aber ist meine Hoffnung, und wer kann schauen, was ich erhoffe?
16 Fährt es mit mir ins Totenreich, und sinken wir zusammen in den Staub?
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