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Zürcher Bibel

1 der Mensch, geboren von der Frau, kurzlebig und voller Unruhe.
2 Er geht auf wie eine Blume und verwelkt, er flieht wie ein Schatten und hat keinen Bestand.
3 Und über ihm hältst du dein Auge offen, und ihn ziehst du vor dein Gericht.
4 Könnte ein Reiner vom Unreinen kommen? Nicht einer!
5 Wenn seine Tage feststehen, die Zahl seiner Monde bei dir, wenn du seine Grenzen gesetzt hast, die er nicht überschreiten kann,
6 dann blicke weg von ihm, dass er Ruhe findet, dass er sich seines Tages freuen kann wie ein Tagelöhner.
7 Denn für den Baum gibt es Hoffnung: Wird er gefällt, so schlägt er wieder aus, und an Trieben fehlt es ihm nicht.
8 Wenn seine Wurzel auch alt wird in der Erde und sein Stumpf abstirbt im Staub,
9 so sprosst er wieder vom Duft des Wassers, und wie ein junges Reis treibt er Zweige.
10 Der Mann aber stirbt, und kraftlos liegt er da, der Mensch kommt um - und wo ist er?
11 Wie Wasser schwindet aus dem See und ein Strom versiegt und austrocknet,
12 so legt der Mensch sich nieder und steht nicht wieder auf. Der Himmel vergeht, bevor sie erwachen und erweckt werden aus ihrem Schlaf.
13 Könntest du mich doch im Totenreich bewahren, mich verbergen, bis dein Zorn sich wendet, mir eine Frist setzen und dich dann meiner erinnern!
14 Kann ein Mann, wenn er stirbt, wieder lebendig werden? Alle Tage meines Dienstes wollte ich ausharren, bis meine Ablösung käme.
15 Du würdest rufen, und ich gäbe dir Antwort, nach dem Werk deiner Hände sehntest du dich.
16 Wenn du dann meine Schritte zähltest, gäbst du nicht acht auf meine Sünde.
17 Mein Vergehen wäre im Beutel versiegelt, und meine Schuld hättest du übertüncht.
18 Doch auch ein Berg stürzt und zerfällt, und ein Fels weicht von seinem Ort.
19 Steine werden vom Wasser zerrieben, der Wolkenbruch schwemmt das Erdreich fort: So machst du die Hoffnung des Menschen zunichte.
20 Du überwältigst ihn, für immer geht er dahin, du entstellst sein Gesicht und schickst ihn weg.
21 Kommen seine Kinder zu Ehren, so weiss er es nicht, werden sie verachtet, so bemerkt er es nicht.
22 Nur sein eigener Leib macht ihm Schmerzen, und nur um ihn selbst trauert seine Seele.
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