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Zürcher Bibel

1 Siehe, all das hat mein Auge gesehen, mein Ohr hat es gehört und darauf acht gegeben.
2 So viel, wie ihr wisst, weiss auch ich, ich stehe nicht hinter euch zurück.
3 Aber ich will zu Schaddai reden, und mit Gott zu streiten, ist mein Wunsch.
4 Denn ihr seid nur Lügendichter, Kurpfuscher seid ihr allesamt.
5 Wenn ihr doch endlich schweigen wolltet! Dann könntet ihr als Weise gelten.
6 Hört meine Entgegnung, und vernehmt die Anklage meiner Lippen.
7 Wollt ihr Falsches reden für Gott und Lügen vorbringen für ihn?
8 Wollt ihr für ihn Partei ergreifen oder den Rechtsstreit führen für Gott?
9 Geht es gut aus, wenn er euch erforscht, und könnt ihr ihn täuschen, wie man Menschen täuscht?
10 Hart wird er euch zurechtweisen, wenn ihr versteckt Partei ergreift.
11 Wird nicht seine Hoheit euch ängstigen und sein Schrecken euch überfallen?
12 Sprüche aus Staub sind eure Merksätze, tönerne Schilde sind eure Schilde.
13 Schweigt nun und lasst mich reden, dann komme über mich, was kommen mag.
14 Wozu soll ich meinen Leib mit meinen Zähnen verteidigen? Ich setze mein Leben aufs Spiel!1
15 Seht, er wird mich töten, nichts habe ich zu hoffen. Doch meine Wege will ich vor ihm verteidigen.
16 Schon darin sehe ich mein Heil, denn vor ihn kommt kein Ruchloser.
17 Hört aufmerksam auf meine Rede, und was ich erkläre, dringe in eure Ohren.
18 Seht, ich bin gerüstet für den Rechtsstreit, ich weiss, dass ich im Recht bin.
19 Wer könnte den Rechtsstreit gegen mich gewinnen? Dann wollte ich schweigen und sterben.
20 Zwei Dinge nur tu mir nicht an, dann muss ich mich nicht vor dir verbergen:
21 Nimm deine Hand von mir, und dein Schrecken soll mich nicht ängstigen.
22 Dann rufe, und ich will antworten, oder lass mich reden und gib mir Antwort!
23 Was sind meine Vergehen und Sünden? Lass mich mein Verbrechen und meine Sünde wissen!
24 Warum verbirgst du dein Angesicht und behandelst mich wie deinen Feind?
25 Willst du ein verwehtes Blatt erschrecken und einen dürren Halm verfolgen?
26 Bitteres teilst du mir zu, und für die Sünden meiner Jugend lässt du mich büssen.
27 Meine Füsse legst du in den Block und überwachst alle meine Wege, um meine Füsse ziehst du eine Grenze.
28 Er aber zerfällt wie Moder, wie ein mottenzerfressenes Kleid:
1 Wörtlich: "Wozu soll ich mein Fleisch zwischen meine Zähne nehmen? Ich lege mein Leben (oder: meine Seele) auf meine Hand!"
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