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Zürcher Bibel

Erste Rede des Zofar

1 Da antwortete Zofar von Naama und sprach:
2 Soll eine lange Rede ohne Antwort bleiben, und soll Recht bekommen, wer gut reden kann?
3 Lässt dein Gerede Männer verstummen, und darfst du spotten, ohne dass dich einer beschämt?
4 Sagtest du doch: Rein ist meine Lehre, und lauter war ich in deinen Augen.
5 Wenn Gott doch sprechen wollte und seine Lippen auftun gegen dich
6 und dir die Geheimnisse der Weisheit kundtun: Wie Wunder sind sie für den klugen Verstand. Dann würdest du erkennen, dass Gott von deiner Schuld noch manches übersieht.
7 Kannst du die Tiefen Gottes ergründen oder die Vollkommenheit Schaddais fassen?
8 Sie ist hoch wie der Himmel - was kannst du tun? Tiefer ist sie als das Totenreich - was kannst du wissen?
9 Weiter ist sie als die Erde und breiter als das Meer.
10 Wenn er daherfährt und gefangen nimmt und zum Gericht ruft, wer kann ihn dann zurückhalten?
11 Denn er erkennt die bösen Menschen und sieht den Frevel und achtet darauf.
12 Ein Hohlkopf kann zur Einsicht kommen und ein Wildesel noch zum Menschen werden.
13 Wenn du dein Herz in Ordnung bringst und deine Hände zu ihm erhebst -
14 ist Frevel in deiner Hand, schaffe ihn weg und lass in deinen Zelten kein Unrecht wohnen -,
15 dann kannst du ohne Makel dein Angesicht erheben, und fest stehst du da und musst dich nicht fürchten.
16 Du vergisst die Mühsal und denkst daran wie an Wasser, das vorüberfloss.
17 Und heller als der Mittag ist nun dein Leben, die Finsternis wird zum Morgen.
18 Und du bist zuversichtlich, weil es Hoffnung gibt, und du schaust dich um und kannst dich ruhig schlafen legen.
19 Du lagerst dich, und niemand schreckt dich auf, und viele werden dir schmeicheln.
20 Die Augen der Frevler aber ermatten, und sie haben keine Zuflucht mehr, und ihre Hoffnung ist es, das Leben auszuhauchen.
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