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Zürcher Bibel

Die Antwort des HERRN

1 Auf meinem Posten will ich stehen und auf die Befestigung mich stellen, und ich will Ausschau halten, um zu sehen, was er zu mir reden wird und was ich zu antworten habe auf meine Vorhaltung.
2 Und der HERR hat mir geantwortet und gesagt: Schreibe auf, was du geschaut hast, und schreibe es deutlich auf die Tafeln, damit, wer es liest, keine Zeit verliert.
3 Denn die Schauung gilt für die festgesetzte Zeit, und sie spricht vom Ende1 und lügt nicht! Wenn es sich verzögert, warte darauf, denn es wird kommen, es bleibt nicht aus!
4 Sieh, seine Seele ist dahin, sie war nicht rechtschaffen in ihm! Der Gerechte aber wird durch seine Treue am Leben bleiben!
5 Wie trügerisch ist der Wein! Ein anmassender Mann, er wird nicht ans Ziel gelangen! Er, der seinen Rachen aufgerissen hat wie das Totenreich und der selbst wie der Tod ist und nicht satt wird und sich alle Nationen eingesammelt und bei sich alle Völker versammelt hat.

Wehrufe

6 Werden nicht all diese einen Spruch über ihn machen und eine Anspielung, Doppelsinniges, auf ihn? Und man wird sagen: Wehe dem, der anhäuft, was ihm nicht gehört! - Wie lange noch? - Und der sich belastet mit Pfandgeschäften!
7 Werden nicht plötzlich die sich erheben, die Zinsen von dir wollen, und die erwachen, die dich bedrängen?2 Und sie werden dich ausplündern!
8 Denn du selbst hast viele Nationen ausgeplündert; ausplündern werden dich alle, die übrig geblieben sind von den Völkern, wegen des Menschenbluts, das vergossen wurde,3 und der Gewalttat am Land, an der Stadt und an all ihren Bewohnern.
9 Wehe dem, der aus Bosheit Gewinn schlägt für sein Haus, um sein Nest in die Höhe zu setzen und sich vor der Hand des Unheils zu retten.
10 Schande für dein Haus hast du beschlossen, da du viele Völker ausgemerzt hast: Damit sündigst du gegen dich selbst!
11 Ja, der Stein aus der Mauer schreit um Hilfe, und der Sparren aus dem Holz gibt ihm Antwort!
12 Wehe dem, der eine Stadt auf vergossenes Blut baut und eine Siedlung auf Unrecht gründet!
13 Ist es nicht so: Sieh, es kommt vom HERRN der Heerscharen, so dass Völker sich abmühen fürs Feuer und Völker müde werden für nichts.
14 Denn die Erde wird erfüllt sein von der Erkenntnis der Herrlichkeit des HERRN, so wie Wasser den Meeresgrund bedeckt.
15 Wehe dem, der seinem Nächsten zu trinken gibt, dabei deinen Zorn beimischt und ihn dann betrunken macht, damit er dessen4 Scham anschauen kann.
16 An Schande hast du dich gesättigt statt an Ehre, trinke auch du und zeig deine Vorhaut! Zu dir kommt der Kelch aus der Rechten des HERRN, und Dreck ergiesst sich auf deine Ehre!
17 Denn die Gewalttat am Libanon wird über dich kommen, und die Vernichtung der Tiere wird dich erschrecken lassen5 wegen des Menschenbluts, das vergossen wurde, und der Gewalttat am Land, an der Stadt und an all ihren Bewohnern.
18 Was nützt ein Bild? Sein Bildner hat es gestaltet! Was nützt ein gegossenes Bild und ein Lehrer? Lüge! Was nützt es, dass der Bildner auf sein eigenes Gebilde vertraut und dann stumme Götzen herstellt?
19 Wehe dem, der zum Holz sagt: Wach auf!, zum schweigenden Stein: Erwache! Kann der lehren? Sieh, es ist überzogen mit Gold und Silber, in seinem Innern aber ist kein Atem!
20 Der HERR aber ist im Tempel seiner Heiligkeit. Stille vor ihm, ganze Erde!
1 Die Übersetzung "und sie spricht vom Ende" ist unsicher; manche übersetzen: "eilt auf das Ende zu".
2 Im Hebräischen hört man zugleich: "Werden nicht plötzlich die sich erheben, die dich beissen, und die erwachen, die dich anbellen? ..."
3 "das vergossen wurde" wurde in der Übersetzung ergänzt.
4 Wörtlich: "... ihre Scham ..."
5 Der Übersetzung "und ... wird dich erschrecken lassen" liegen mehrere Textzeugen zugrunde; der Massoretische Text lautet übersetzt: "und ... wird sie erschrecken lassen".
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