Hilfe

Zürcher Bibel

1 Bileam aber sah, dass es dem HERRN gefiel, Israel zu segnen. So ging er nicht wie zuvor, um Zeichen zu finden, sondern wandte sein Gesicht der Wüste zu.
2 Und Bileam erhob seine Augen und sah Israel lagern, Stamm um Stamm. Da kam der Geist Gottes auf ihn,
3 und er begann seinen Spruch und sprach: Spruch Bileams, des Sohns von Beor, Spruch des Mannes mit offenem Auge1;
4 Spruch dessen, der Gottesworte hört, der die Offenbarung Schaddais schaut2, hingesunken und mit enthüllten Augen:
5 Wie schön sind deine Zelte, Jakob, deine Wohnungen, Israel!
6 Wie Bachtäler ziehen sie sich hin, wie Gärten am Strom, wie Aloebäume3, die der HERR gepflanzt hat, wie Zedern am Wasser.
7 Wasser fliesst aus seinen Schöpfeimern, und seine Saat hat reichlich Wasser. Und mächtiger als Agag werde sein König, und seine Herrschaft erhebe sich.
8 Gott führte es aus Ägypten, stark wie die Hörner des Wildstiers. Völker, seine Feinde, wird es fressen und an ihren Knochen nagen und Wunden reissen mit seinen Pfeilen.
9 Es kauert, liegt da wie ein Löwe und wie eine Löwin - wer stört es auf? Gesegnet ist, wer dich segnet, und verflucht, wer dich verflucht.
10 Da entbrannte der Zorn Balaks gegen Bileam, und er schlug die Hände zusammen. Und Balak sprach zu Bileam: Meine Feinde zu verwünschen, habe ich dich gerufen, und sieh, du hast dreimal gesegnet.
11 So fliehe nun an deinen Ort! Ich habe gesagt: Ich will dich hoch ehren. Aber sieh, der HERR hat dir die Ehre versagt.
12 Da sprach Bileam zu Balak: Sagte ich nicht schon deinen Boten, die du mir gesandt hast:
13 Selbst wenn Balak mir sein Haus voll Silber und Gold gäbe, könnte ich den Befehl des HERRN nicht übertreten und aus meinem eigenen Herzen Gutes oder Böses tun. Was der HERR sagen wird, werde ich sagen.
14 Sieh, so gehe ich nun zu meinem Volk. Komm, ich will dir kundtun, was dieses Volk deinem Volk tun wird am Ende der Tage.
15 Und er begann seinen Spruch und sprach: Spruch Bileams, des Sohns von Beor, Spruch des Mannes mit offenem Auge,
16 Spruch dessen, der Gottesworte hört und Erkenntnis hat des Höchsten, der die Offenbarung Schaddais schaut, hingesunken und mit enthüllten Augen:
17 Ich sehe ihn, doch nicht jetzt, schaue ihn, doch nicht nahe. Ein Stern tritt hervor aus Jakob, und ein Zepter erhebt sich aus Israel und zerschmettert die Schläfen Moabs und schlägt nieder alle Söhne Sets.
18 Und Edom wird sein Besitz, und sein Besitz wird Seir, sein Feind. Israel aber wird mächtig sein,
19 und herrschen wird einer von Jakob her und vernichten, die aus der Stadt entfliehen.
20 Und er sah auf Amalek und begann seinen Spruch und sprach: Erstling der Völker ist Amalek, doch zuletzt wird es untergehen.
21 Und er sah die Keniter und begann seinen Spruch und sprach: Fest ist deine Wohnstätte und auf den Felsen gesetzt dein Nest.
22 Dennoch wird Kain verwüstet werden. Wann wird Assur dich in Gefangenschaft führen?
23 Und er begann seinen Spruch und sprach: Wehe, wer bleibt am Leben, wenn Gott das tut?
24 Schiffe von der Küste der Kittäer beugen Assur nieder und beugen Eber nieder. Und auch er wird untergehen.
25 Und Bileam machte sich auf und ging an seinen Ort zurück, und auch Balak ging seines Wegs.
1 Möglicherweise ist zu übersetzen: "..., Spruch des Mannes mit durchdringendem Blick; ..."; die Bedeutung des nur hier vorkommenden Worts ist nicht sicher.
2 Möglicherweise ist zu übersetzen: "..., der die Erscheinung Schaddais schaut, ..." Der Gottesname Schaddai wird traditionell mit 'der Allmächtige' wiedergegeben.
3 Möglicherweise ist statt mit 'Aloebäume' mit 'Eiskraut' zu übersetzen; Eiskraut breitet sich über den Boden aus.
© 2018 ERF Medien