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Zürcher Bibel

Gerechtes Verhalten

1 Du sollst kein nichtiges Gerücht verbreiten. Biete deine Hand nicht einem, der Unrecht tut, indem du als Zeuge Gewalt deckst.
2 Du sollst nicht den Vielen folgen und Böses tun, und bei einer Aussage in einem Rechtsstreit sollst du dich nicht nach den Vielen richten und das Recht beugen.
3 Auch einen Geringen sollst du in seinem Rechtsstreit nicht begünstigen.
4 Wenn du dem verirrten Rind oder Esel deines Feindes begegnest, sollst du das Tier sogleich zu ihm zurückführen.
5 Wenn du siehst, dass der Esel deines Gegners unter seiner Last zusammengebrochen ist, dann lass ihn nicht allein ...1
6 Du sollst das Recht deines Armen in seinem Rechtsstreit nicht beugen.
7 Von betrügerischer Sache halte dich fern. Und wer unschuldig und im Recht ist, den töte nicht, denn einen Schuldigen spreche ich nicht frei.
8 Bestechungsgeld sollst du nicht annehmen, denn das Bestechungsgeld macht Sehende blind und verdreht die Sache derer, die im Recht sind.
9 Einen Fremden sollst du nicht quälen. Denn ihr wisst, wie dem Fremden zumute ist, seid ihr doch selbst Fremde gewesen im Land Ägypten.

Sabbatjahr und Sabbat

10 Sechs Jahre sollst du dein Land besäen und seinen Ertrag einsammeln.
11 Im siebten aber sollst du es brachliegen lassen und nicht bestellen, und die Armen deines Volks sollen davon essen. Und was sie übrig lassen, sollen die Tiere des Feldes fressen. So sollst du auch mit deinem Weinberg und mit deinen Ölbäumen verfahren.
12 Sechs Tage sollst du deine Arbeit tun, am siebten Tag aber sollst du ruhen, damit dein Rind und dein Esel ausruhen und der Sohn deiner Magd und der Fremde aufatmen können.
13 Und ihr sollt achtsam sein bei allem, was ich euch gesagt habe. Den Namen anderer Götter sollt ihr nicht nennen, er soll nicht gehört werden aus deinem Mund.

Jahresfeste

14 Dreimal im Jahr sollst du mir ein Fest feiern:
15 Das Fest der ungesäuerten Brote sollst du halten; sieben Tage sollst du ungesäuerte Brote essen, wie ich es dir geboten habe, zur festgesetzten Zeit im Ährenmonat, denn in diesem bist du aus Ägypten ausgezogen. Und nicht mit leeren Händen soll man vor meinem Angesicht erscheinen.
16 Sodann das Fest der Ernte, der Erstlingsfrüchte deiner Arbeit, dessen, was du aussäst auf dem Feld. Und das Fest der Lese am Ausgang des Jahres, wenn du den Ertrag deiner Arbeit einsammelst vom Feld.
17 Dreimal im Jahr sollen all deine Männer vor Gott dem HERRN erscheinen.
18 Du sollst das Blut meines Schlachtopfers nicht zusammen mit Gesäuertem opfern, und das Fett meines Festopfers soll nicht über Nacht liegenbleiben bis zum Morgen.
19 Das Beste von den Erstlingsfrüchten deines Ackers sollst du in das Haus des HERRN, deines Gottes, bringen. Ein Böcklein sollst du nicht in der Milch seiner Mutter kochen.

Mahnung und Verheissung

20 Sieh, ich sende einen Boten vor dir her, dich auf dem Weg zu behüten und dich an die Stätte zu bringen, die ich bereitet habe.
21 Sei achtsam vor ihm, und höre auf seine Stimme, verbittere ihn nicht. Er wird eure Missetat nicht vergeben, denn mein Name ist in ihm.
22 Wenn du aber auf seine Stimme hörst und alles tust, was ich sage, werde ich der Feind deiner Feinde sein und der Bedränger deiner Bedränger.
23 Denn mein Bote wird vor dir hergehen und dich zu den Amoritern und den Hetitern und den Perissitern und den Kanaanitern und den Chiwwitern und den Jebusitern bringen, und ich werde sie austilgen.
24 Du sollst dich nicht niederwerfen vor ihren Göttern und ihnen nicht dienen, und du sollst es nicht machen, wie jene es machen, sondern du sollst sie niederreissen und ihre Malsteine zerschlagen.
25 Dem HERRN, eurem Gott, sollt ihr dienen, so wird er dein Brot und dein Wasser segnen, und hinwegnehmen werde ich alle Krankheit aus deiner Mitte.
26 In deinem Land wird es weder Fehlgeburt noch Unfruchtbarkeit geben. Die volle Zahl deiner Tage werde ich dir gewähren.
27 Meinen Schrecken werde ich vor dir her senden und jedes Volk, zu dem du kommst, in Verwirrung bringen, und ich werde dir den Nacken aller deiner Feinde preisgeben.
28 Und ich werde die Hornissen2 vor dir her senden, und sie werden die Chiwwiter, die Kanaaniter und die Hetiter vor dir vertreiben.
29 Ich will sie aber nicht in einem Jahr vor dir vertreiben, damit das Land nicht zur Öde wird und die Tiere des Feldes nicht zu deinem Schaden überhandnehmen.
30 Nach und nach will ich sie vor dir vertreiben, bis du so fruchtbar geworden bist, dass du das Land in Besitz nehmen kannst.
31 Und ich lege deine Grenze fest vom Schilfmeer bis zum Meer der Philister und von der Wüste bis zum Strom. Denn die Bewohner des Landes werde ich in eure Hand geben, und du wirst sie vor dir vertreiben.
32 Du sollst mit ihnen und ihren Göttern keinen Bund schliessen.
33 Sie sollen nicht in deinem Land wohnen bleiben, damit sie dich nicht zur Sünde gegen mich verführen. Denn wenn du ihren Göttern dienst, wird dir das zum Fallstrick werden.
1 Das Versende im Massoretischen Text ist unverständlich.
2 Die Bedeutung des mit 'Hornissen' wiedergegebenen hebräischen Worts ist umstritten; andere übersetzen: "Ich werde die Angst vor dir her senden, und sie wird ... vertreiben."
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