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Zürcher Bibel

Jehoschafat und Achab, König von Israel. Michajehus Prophezeiung

1 Und als Jehoschafat viel Reichtum und Ehre erlangt hatte, verschwägerte er sich mit Achab.
2 Und einige Jahre später zog er hinab zu Achab nach Samaria. Und Achab schlachtete für ihn und für das Volk, das mit ihm kam, eine Menge von Schafen und Rindern und verleitete ihn, gegen Ramot-Gilead hinaufzuziehen.
3 Und Achab, der König von Israel, sprach zu Jehoschafat, dem König von Juda: Wirst du mit mir ziehen nach Ramot-Gilead? Und er sprach zu ihm: Wie ich, so du; und wie dein Volk, so mein Volk: mit dir in den Kampf!
4 Dann aber sagte Jehoschafat zum König von Israel: Hole doch zuvor das Wort des HERRN ein.
5 Und so versammelte der König von Israel die Propheten, vierhundert, und sagte zu ihnen: Sollen wir in die Schlacht ziehen gegen Ramot-Gilead, oder soll ich es nicht tun? Da sagten sie: Zieh hinauf, damit Gott es in die Hand des Königs gibt!
6 Jehoschafat aber sagte: Gibt es hier sonst keinen Propheten des HERRN, den wir befragen könnten?
7 Und der König von Israel sagte zu Jehoschafat: Einen gibt es noch, um den HERRN zu befragen. Aber ich hasse ihn, denn er weissagt mir nicht zum Guten, sondern immer nur zum Unheil: Es ist Michajehu, der Sohn des Jimla. Jehoschafat aber sagte: So sollte der König nicht reden!
8 Da rief der König von Israel einen Kämmerer und sprach: Rasch, hole Michajehu, den Sohn des Jimla!
9 Und während der König von Israel und Jehoschafat, der König von Juda, beide in vollem Ornat auf ihren Thronen sassen, während sie auf dem Dreschplatz am Eingang des Tors von Samaria sassen und alle Propheten sich vor ihnen als Propheten gebärdeten,
10 da machte sich Zidkijahu, der Sohn des Kenaana, Hörner aus Eisen und sprach: So spricht der HERR: Mit solchen wirst du Aram niederstossen, bis du sie gänzlich vernichtet hast.
11 Und ebenso weissagten alle Propheten, und sie sprachen: Zieh hinauf nach Ramot-Gilead, und sei erfolgreich! Der HERR wird es in die Hand des Königs geben.
12 Und der Bote, der gegangen war, um Michajehu zu rufen, sagte zu diesem: Sieh, die Worte der Propheten verkünden einstimmig Gutes für den König. Und auch dein Wort soll sein wie eins von ihnen: Sag Gutes an!
13 Michajehu aber sprach: So wahr der HERR lebt: Was mein Gott zu mir spricht, das werde ich sagen!
14 Und er kam zum König, und der König sagte zu ihm: Micha, sollen wir in die Schlacht ziehen nach Ramot-Gilead, oder soll ich es nicht tun? Da sprach er: Zieht hinauf, und seid erfolgreich! Sie werden in eure Hand gegeben werden.
15 Da aber sprach der König zu ihm: Wie oft muss ich dich beschwören, mir im Namen des HERRN nichts als die Wahrheit zu sagen?
16 Da sprach er: Ganz Israel sah ich auf den Bergen zerstreut, wie Schafe, die keinen Hirten haben. Und der HERR sprach: Diese haben keinen Herrn; es kehre jeder in Frieden zurück in sein Haus!
17 Da sprach der König von Israel zu Jehoschafat: Habe ich dir nicht gesagt, dass er mir nie Gutes weissagt, sondern immer nur zum Unheil!
18 Dieser aber sprach: Deshalb hört das Wort des HERRN! Ich sah den HERRN auf seinem Thron sitzen, und zu seiner Rechten und zu seiner Linken stand das ganze Heer des Himmels.
19 Und der HERR sprach: Wer könnte Achab, den König von Israel, überreden, dass er hinaufzieht - damit er Ramot-Gilead fällt? Da sagte einer dies, und ein anderer sagte das.
20 Dann aber trat der Geist vor, stellte sich vor den HERRN und sprach: Ich werde ihn überreden. Und der HERR sprach zu ihm: Womit?
21 Und er sprach: Ich werde hinausgehen, und ich werde zum Lügengeist im Mund aller seiner Propheten. Da sprach er: Überrede ihn, du kannst es! Geh hinaus und mach es so!
22 Und nun sieh, diesen deinen Propheten hat der HERR einen Lügengeist in den Mund gelegt: Der HERR hat Unheil angesagt über dich!
23 Da trat Zidkijahu, der Sohn des Kenaana, heran, schlug Michajehu ins Gesicht und sagte: Auf welchem Weg sollte denn der Geist des HERRN von mir gewichen sein, um mit dir zu reden?
24 Und Michajehu sprach: Sieh, du wirst es sehen an jenem Tag, da du von Kammer zu Kammer läufst, um dich zu verstecken.
25 Da sprach der König von Israel: Nehmt Michajehu und bringt ihn zurück zu Amon, dem Obersten der Stadt, und zu Joasch, dem Königssohn,
26 und sprecht: So spricht der König: Werft diesen in den Kerker! Und bis ich wohlbehalten zurückkehre, sollt ihr ihm nur wenig zu essen und wenig zu trinken geben.
27 Michajehu aber sagte: Wenn du wirklich wohlbehalten zurückkommst, so hat der HERR nicht durch mich geredet. Dann sprach er: Hört her, ihr Völker alle!

Jehoschafats Rettung. Achabs Tod

28 Der König von Israel aber und Jehoschafat, der König von Juda, zogen hinauf nach Ramot-Gilead.
29 Und der König von Israel sprach zu Jehoschafat: Ich werde mich verkleiden und so in die Schlacht ziehen; du aber sollst deine eigenen Kleider tragen. Und der König von Israel verkleidete sich, und so zogen sie in die Schlacht.
30 Der König von Aram aber hatte den Obersten über die Wagen, die zu ihm gehörten, geboten: Weder die Kleinen noch die Grossen sollt ihr angreifen, sondern nur den König von Israel!
31 Als dann die Obersten über die Wagen Jehoschafat sahen, sagten sie: Das ist der König von Israel! Und sie kreisten ihn ein, um ihn anzugreifen, Jehoschafat aber schrie auf. Und der HERR half ihm, und Gott lenkte sie ab von ihm.
32 Und als die Obersten über die Wagen sahen, dass es nicht der König von Israel war, liessen sie ab von ihm.
33 Irgendeiner aber hatte ahnungslos den Bogen gespannt und traf den König von Israel zwischen dem Schuppenpanzer und den Gurten. Da sprach er zum Wagenlenker: Wende, und führe mich heraus aus dem Heer, denn ich bin schwer verwundet.
34 Und an jenem Tag tobte die Schlacht immer heftiger, aber bis zum Abend hielt der König von Israel sich gegenüber Aram aufrecht im Wagen. Als aber die Sonne unterging, starb er.
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