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Zürcher Bibel

1 Einen älteren Mann sollst du nicht anfahren, sondern ihn ermahnen wie einen Vater, jüngeren Männern aber begegne wie Brüdern,
2 älteren Frauen wie Müttern, jüngeren wie Schwestern, in aller Lauterkeit.

Der Stand der Witwen

3 Unterstütze die Witwen, die alleinstehend sind.1
4 Wenn eine Witwe aber Kinder oder Enkel hat, sollen diese zuerst lernen, für das eigene Haus gewissenhaft zu sorgen und der älteren Generation Empfangenes zu vergelten. So nämlich gefällt es Gott.
5 Die Witwe aber, die ganz allein dasteht und niemanden mehr hat, die hat ihre ganze Hoffnung auf Gott gesetzt und verharrt Tag und Nacht in Fürbitte und Gebet.
6 Die aber, die es sich gut gehen lässt, ist lebendig tot.
7 Das schärfe ihnen ein, damit sie unbescholten seien.
8 Wer aber nicht für die Seinen, ja nicht einmal für die eigenen Hausgenossen zu sorgen weiss, der hat den Glauben verleugnet und ist schlimmer als ein Ungläubiger.
9 Das Witwenamt sollst du nur einer Frau übertragen, die über sechzig Jahre alt ist, nur mit einem Mann verheiratet war
10 und sich durch gute Werke ausgezeichnet hat, sei es, dass sie Kinder aufgezogen, die Gastfreundschaft gepflegt, den Heiligen die Füsse gewaschen und sich um die Bedrängten gekümmert hat oder ganz allgemein guten Werken nachgegangen ist.
11 Jüngere Witwen aber weise ab! Wenn nämlich ihre Sinneslust sie Christus abspenstig macht, wollen sie heiraten
12 und ziehen sich so das Urteil zu, die erste Treue gebrochen zu haben.
13 Zugleich gewöhnen sie sich daran, müssig von Haus zu Haus zu ziehen - und nicht nur müssig sind sie, nein, auch geschwätzig und vorlaut und reden lauter unnützes Zeug.
14 Darum will ich, dass die jüngeren heiraten, Kinder gebären, ihren Haushalt führen und dem Widersacher keinen Anlass zu übler Nachrede geben.
15 Denn schon manche haben sich abgewandt und folgen nun dem Satan.
16 Wenn eine gläubige Frau Witwen in ihrer Familie hat, dann soll sie sich um sie kümmern; die Gemeinde soll nicht belastet werden, damit sie sich um die alleinstehenden Witwen kümmern kann.

Anweisungen für die Ältesten

17 Die Ältesten, die ihr Amt gut versehen, seien doppelter Anerkennung wert,2 besonders die, die in Verkündigung und Lehre ihr Bestes geben.
18 Denn die Schrift sagt: Dem Ochsen, der da drischt, sollst du das Maul nicht zubinden, und: Der Arbeiter ist seines Lohnes wert.
19 Nimm keine Klage gegen einen Ältesten entgegen, es sei denn, sie stütze sich auf zwei oder drei Zeugen.
20 Hat aber einer einen Fehler gemacht, dann weise ihn vor allen zurecht, damit auch die anderen sich fürchten.
21 Ich beschwöre dich bei Gott und Christus Jesus und den auserwählten Engeln: Halte dich an all das, ohne Vorurteil und ohne jemanden zu begünstigen.
22 Leg niemandem vorschnell die Hände auf! Lass dich nicht in anderer Leute Verfehlungen hineinziehen; achte darauf, lauter zu bleiben.
23 Trink nicht mehr bloss Wasser, sondern nimm ein wenig Wein zu dir wegen des Magens und wegen deiner häufigen Krankheiten.
24 Die Verfehlungen mancher Menschen sind ganz offenkundig; sie gehen ihnen voraus ins Gericht, anderen aber folgen sie auch nach.
25 So sind auch die guten Werke offenkundig, und auch die, mit denen es sich anders verhält, können nicht verborgen bleiben.
1 Der griechische Text ist äusserst knapp formuliert: "Unterstütze die Witwen, die wirklich Witwen sind." Die Übersetzung richtet sich, wie in V. 16, nach dem aus dem gesamten Abschnitt zu erschliessenden Sachverhalt.
2 Andere Übersetzungsmöglichkeit: "..., seien doppelter Entlöhnung wert, ..."
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