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Zürcher Bibel

Davids Freundschaft mit Jehonatan. Sauls Eifersucht

1 Und nachdem er mit Saul geredet hatte, fühlte Jehonatan sich David innig verbunden, und Jehonatan liebte ihn wie sein eigenes Leben.
2 Und Saul holte ihn an jenem Tag und liess ihn nicht zurückkehren in das Haus seines Vaters.
3 Und Jehonatan und David schlossen einen Bund, denn er liebte ihn wie sein eigenes Leben.
4 Und Jehonatan zog das Obergewand aus, das er trug, und gab es David, dazu seine Gewänder und sogar sein Schwert, seinen Bogen und seinen Gürtel.
5 Und wenn David ausrückte, und wohin immer Saul ihn sandte, hatte er Erfolg, und Saul setzte ihn über die Krieger. Und er gefiel dem ganzen Volk und auch den Dienern Sauls.
6 Und als sie heimkamen, als David vom Schlag gegen die Philister zurückkehrte, zogen die Frauen singend und im Reigen tanzend aus allen Städten Israels Saul, dem König, entgegen mit Trommeln, mit Freudenrufen und mit Leiern1.
7 Und die tanzenden Frauen sangen dazu: Saul hat seine Tausende erschlagen und David seine Zehntausende.
8 Da wurde Saul sehr zornig, und dieses Wort missfiel ihm, und er sagte: Sie haben David Zehntausende gegeben, und mir haben sie die Tausende gegeben, und sie werden ihm auch noch das Königtum geben!
9 Und von jenem Tag an betrachtete Saul David mit Argwohn.
10 Und am folgenden Tag durchdrang böser Gottesgeist Saul, und er gebärdete sich mitten im Haus wie ein Prophet, während David wie jeden Tag in die Saiten griff. Saul aber hatte den Speer in der Hand.
11 Und Saul schleuderte den Speer und dachte: Ich werde David an die Wand nageln. David aber wich ihm zweimal aus.
12 Und Saul fürchtete sich vor David, denn der HERR war mit ihm, von Saul aber war er gewichen.
13 Und Saul entfernte ihn aus seiner Umgebung und setzte ihn für sich ein als Anführer über tausend. Und vor dem Volk rückte er aus und rückte er ein.
14 Und auf allen seinen Wegen war David erfolgreich, und der HERR war mit ihm.
15 Und Saul sah, dass er sehr erfolgreich war, und ihm graute vor David.2
16 Ganz Israel und Juda aber liebte David, denn ihnen voran rückte er aus und rückte er ein.
17 Und Saul sagte zu David: Sieh, hier ist meine älteste Tochter Merab, ich werde sie dir zur Frau geben. Sei aber tüchtig in meinem Dienst und führe die Kriege des HERRN. Saul aber dachte: Nicht meine Hand soll gegen ihn sein, sondern die Hand der Philister soll gegen ihn sein.
18 David aber sagte zu Saul: Wer bin ich? Und was ist mein Leben, die Sippe meines Vaters in Israel, dass ich des Königs Schwiegersohn werden soll?
19 Als aber die Zeit gekommen war, Merab, die Tochter Sauls, David zu geben, wurde sie Adriel, dem Mecholatiter, zur Frau gegeben.
20 Michal aber, die Tochter Sauls, liebte David, und man berichtete Saul davon, und die Sache war in seinen Augen recht.
21 Und Saul dachte: Ich will sie ihm geben, damit sie ihm zum Fallstrick wird und die Hand der Philister gegen ihn ist. Und Saul sagte zu David: Ein zweites Mal3 kannst du heute mein Schwiegersohn werden.
22 Und Saul gebot seinen Dienern: Redet heimlich mit David, und sagt: Sieh, der König hat Gefallen an dir gefunden, und alle seine Diener lieben dich, und nun werde du des Königs Schwiegersohn.
23 Und die Diener Sauls trugen David diese Worte vor, David aber sagte: Ist es in euren Augen ein Geringes, des Königs Schwiegersohn zu werden? Ich bin ein armer Mann und werde gering geachtet.
24 Und die Diener Sauls berichteten ihm dies und sagten: So hat David geredet.
25 Saul aber sagte: So sollt ihr zu David sagen: Dem König liegt nichts an Brautgeld, sondern an hundert Vorhäuten der Philister, um Rache zu nehmen an den Feinden des Königs. Saul aber hatte vor, David durch die Philister zu Fall zu bringen.
26 Und seine Diener berichteten David diese Worte, und in Davids Augen war es recht, des Königs Schwiegersohn zu werden. Die Zeit aber war noch nicht gekommen.
27 Da machte sich David auf, und er ging mit seinen Männern, und er erschlug von den Philistern zweihundert Mann. Und David brachte ihre Vorhäute, und man legte sie dem König vollzählig vor, damit er des Königs Schwiegersohn würde. Da gab Saul ihm Michal, seine Tochter, zur Frau.
28 Und Saul sah und erkannte, dass der HERR mit David war und dass Michal, die Tochter Sauls, ihn liebte.
29 Da fürchtete Saul sich noch mehr vor David, und Saul wurde David für alle Zeit feind.
30 Und die Fürsten der Philister zogen aus, und sooft sie auszogen, hatte David mehr Erfolg als alle Diener Sauls. Und sein Name wurde hoch geehrt.
1 Die genaue Bedeutung des mit 'Leiern' wiedergegebenen hebräischen Worts ist unklar; es könnte sich auch um eine Art Rassel handeln.
2 Wörtlich: "..., und ihm graute vor ihm."
3 Die Übersetzung des mit "Ein zweites Mal" wiedergegebenen hebräischen Worts ist unsicher.
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