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Zürcher Bibel

1 Rachel aber sah, dass sie Jakob keine Kinder gebar, und Rachel wurde eifersüchtig auf ihre Schwester, und sie sprach zu Jakob: Schaffe mir Söhne, sonst sterbe ich.
2 Da entbrannte der Zorn Jakobs über Rachel, und er sprach: Bin ich denn an Gottes Statt, der dir Leibesfrucht versagt hat?
3 Darauf sprach sie: Da hast du meine Magd Bilha. Geh zu ihr! Sie soll auf meinen Knien gebären, und durch sie komme auch ich zu Kindern.
4 Und sie gab ihm ihre Magd Bilha zur Frau, und Jakob ging zu ihr.
5 Und Bilha wurde schwanger und gebar Jakob einen Sohn.
6 Da sprach Rachel: Gott hat mir Recht verschafft, und er hat auch mich erhört und mir einen Sohn gegeben. Darum nannte sie ihn Dan.1
7 Und Bilha, Rachels Magd, wurde wieder schwanger und gebar Jakob einen zweiten Sohn.
8 Da sprach Rachel: Gotteskämpfe habe ich mit meiner Schwester gekämpft, und ich habe auch gesiegt. Und sie nannte ihn Naftali.2
9 Lea aber sah, dass sie aufgehört hatte zu gebären. Da nahm sie ihre Magd Silpa und gab sie Jakob zur Frau.
10 Und Silpa, Leas Magd, gebar Jakob einen Sohn.
11 Da sprach Lea: Welch ein Glück! Und sie nannte ihn Gad.
12 Und Silpa, Leas Magd, gebar Jakob einen zweiten Sohn.
13 Da sprach Lea: Ich Glückliche! Ja, die Töchter werden mich glücklich preisen. Und sie nannte ihn Asser.
14 Ruben aber ging einst zur Zeit der Weizenernte weg und fand auf dem Feld Liebesäpfel, und er brachte sie seiner Mutter Lea. Da sagte Rachel zu Lea: Gib mir doch ein paar von den Liebesäpfeln deines Sohns.
15 Sie aber sagte zu ihr: Ist es dir nicht genug, mir meinen Mann zu nehmen, dass du auch noch die Liebesäpfel meines Sohns nehmen willst? Da sagte Rachel: Nun, so mag er für die Liebesäpfel deines Sohns heute nacht bei dir schlafen.
16 Und am Abend kam Jakob vom Feld, und Lea ging ihm entgegen und sprach: Zu mir musst du kommen, denn ich habe dich erworben um den Preis der Liebesäpfel meines Sohns. Also schlief er jene Nacht bei ihr.
17 Und Gott erhörte Lea, und sie wurde schwanger und gebar Jakob einen fünften Sohn.
18 Da sprach Lea: Gott hat es mir gelohnt, dass ich meinem Mann meine Magd gegeben habe. Und sie nannte ihn Issaschar.
19 Und Lea wurde wieder schwanger und gebar Jakob einen sechsten Sohn.
20 Da sprach Lea: Gott hat mich mit einem schönen Geschenk bedacht; nunmehr wird mein Mann mich als seine Frau ehren, denn ich habe ihm sechs Söhne geboren. Und sie nannte ihn Sebulon.
21 Danach gebar sie eine Tochter und nannte sie Dina.
22 Gott aber dachte an Rachel. Gott erhörte sie und öffnete ihren Schoss.
23 Und sie wurde schwanger und gebar einen Sohn, und sie sprach: Gott hat meine Schmach von mir genommen.
24 Und sie nannte ihn Josef und sprach: Der HERR möge mir noch einen Sohn dazu geben.

Jakobs Reichtum

25 Als Rachel Josef geboren hatte, sprach Jakob zu Laban: Lass mich ziehen, ich will an meinen Ort und in mein Land gehen.
26 Gib mir meine Frauen und meine Kinder, um die ich dir gedient habe, damit ich gehen kann. Du weisst ja selbst, welchen Dienst ich bei dir geleistet habe.
27 Laban sprach zu ihm: Lass mich Gnade finden in deinen Augen. Ich habe unter guten Vorzeichen gestanden, und um deinetwillen hat mich der HERR gesegnet.
28 Und er sprach: Bestimme den Lohn, den du von mir haben willst. Ich will ihn dir geben.
29 Er sprach zu ihm: Du weisst selbst, wie ich dir gedient habe und was aus deinem Vieh unter meiner Obhut geworden ist.
30 Das wenige, das du vor meiner Zeit hattest, hat sich gewaltig vermehrt, und der HERR hat dich gesegnet, wo immer ich meinen Fuss hinsetzte. Wann werde nun auch ich für mein Haus etwas tun können?
31 Da sagte er: Was soll ich dir geben? Jakob sagte: Du sollst mir gar nichts geben. Wenn du mir dies eine gewährst, so will ich wieder deine Schafe weiden und hüten:
32 Ich will heute durch deine ganze Herde gehen und aus ihr alle gesprenkelten und gefleckten und alle schwarzen Lämmer aussondern, ebenso was unter den Ziegen gefleckt und gesprenkelt ist. Das soll mein Lohn sein.
33 Und meine Redlichkeit wird dann für mich sprechen, wenn du kommst, um meinen Lohn nachzuprüfen: Alles, was unter den Ziegen nicht gesprenkelt oder gefleckt und unter den Lämmern nicht schwarz ist, das soll als von mir gestohlen gelten.
34 Da sprach Laban: Gut, es soll geschehen, wie du gesagt hast.
35 Und er sonderte noch am selben Tag die gestreiften und gefleckten Ziegenböcke und alle gesprenkelten und gefleckten Ziegen aus, alles, an dem etwas weiss war, und alles, was schwarz war unter den Lämmern, und übergab sie seinen Söhnen.
36 Und er legte einen Abstand von drei Tagereisen zwischen sich und Jakob, während Jakob die übrige Herde Labans weidete.
37 Nun nahm Jakob frische Ruten von Weisspappeln, Mandelbäumen und Platanen und schälte daran weisse Streifen heraus, so dass das Weisse an den Ruten blossgelegt wurde.
38 Dann stellte er die Ruten, die er geschält hatte, in die Tröge, in die Wasserrinnen, zu denen die Herden zum Trinken kamen, gerade vor die Tiere hin. Und sie paarten sich, wenn sie zum Trinken kamen.
39 So paarten sich die Tiere vor den Ruten, und die Tiere warfen Gestreifte, Gesprenkelte und Gefleckte.
40 Die Lämmer aber schied Jakob aus, und er richtete den Blick der Tiere auf das Gestreifte und alles Schwarze in der Herde Labans. So legte er sich eigene Herden zu, die er nicht zu den Tieren Labans tat.
41 Und sooft die kräftigen Tiere sich paarten, stellte Jakob die Ruten vor die Tiere in die Tränkrinnen, damit sie sich vor den Ruten paarten.
42 Wenn aber die Tiere schwächlich waren, stellte er sie nicht hin. Daher fielen die schwächlichen Tiere Laban zu, die kräftigen aber Jakob.
43 So breitete sich der Mann über die Massen aus, und er kam zu vielen Schafen und Ziegen, Mägden und Knechten, Kamelen und Eseln.
1 Im Namen Dan klingt hebräisch 'Recht schaffen' an.
2 Im Namen Naftali hörte man einen Anklang an hebräisch 'kämpfen'.
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