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Zürcher Bibel

Achabs Krieg gegen die Aramäer. Sein Bund mit König Ben-Hadad

1 Ben-Hadad aber, der König von Aram, hatte sein ganzes Heer versammelt, und bei ihm waren zweiunddreissig Könige mit Pferden und Wagen, und er zog herauf, belagerte Samaria und bekämpfte es.
2 Und er sandte Boten in die Stadt zu Achab, dem König von Israel,
3 und sagte zu ihm: So spricht Ben-Hadad: Dein Silber und dein Gold gehören mir, und auch deine Frauen und deine besten Söhne gehören mir.
4 Und der König von Israel antwortete und sagte: Wie du befiehlst, mein Herr und König: Ich und was mir gehört, all das ist dein.
5 Die Boten aber kehrten zurück und sprachen: So spricht Ben-Hadad: Ich habe doch zu dir gesandt und gesagt, dass du mir dein Silber, dein Gold, deine Frauen und deine Kinder geben sollst!
6 Wenn ich morgen um diese Zeit meine Diener zu dir schicke, werden sie dein Haus und auch die Häuser deiner Diener durchsuchen, und alles, was dir lieb ist, werden sie an sich nehmen und forttragen.
7 Da rief der König von Israel alle Ältesten des Landes und sprach: Erkennt doch und seht, dass dieser Böses vorhat! Denn meiner Frauen, meiner Kinder, meines Silbers und meines Goldes wegen hat er zu mir gesandt, und nichts davon habe ich ihm verweigert.
8 Und die Ältesten und das ganze Volk sprachen zu ihm: Hör nicht hin und willige nicht ein!
9 Und so sprach er zu den Boten Ben-Hadads: Sagt meinem Herrn, dem König: Ich will alles tun, was du anfangs von deinem Diener gefordert hast; dies aber kann ich nicht tun. Und die Boten gingen und überbrachten dies als Antwort.
10 Da sandte Ben-Hadad zu ihm und sprach: Die Götter sollen mir antun, was immer sie wollen, wenn der Schutt von Samaria ausreicht für all die leeren Hände in dem Volk, das mir folgt.
11 Daraufhin sprach der König von Israel: Sagt ihm: Wer Waffen anlegt, rühme sich nicht wie einer, der sie ablegt.
12 Und als Ben-Hadad1 dieses Wort hörte, während er in den Hütten mit den Königen zechte, sprach er zu seinen Dienern: Greift an! Da griffen sie die Stadt an.
13 Und sieh, ein Prophet war zu Achab getreten, dem König von Israel und sprach: So spricht der HERR: Hast du diese ganze gewaltige Menge gesehen? Sieh, heute gebe ich sie in deine Hand, und du wirst erkennen, dass ich der HERR bin.
14 Achab aber sagte: Durch wen? Und er sprach: So spricht der HERR: Durch die Gefolgsleute der Statthalter. Er aber sagte: Wer soll die Schlacht beginnen? Da sprach er: Du.
15 Und Achab2 musterte die Gefolgsleute der Statthalter, und es waren zweihundertzweiunddreissig; und nach ihnen musterte er das ganze Volk, alle Israeliten, siebentausend.
16 Und am Mittag rückten sie aus, während Ben-Hadad in den Hütten zechte und betrunken war, er und die zweiunddreissig Könige, die ihm halfen.
17 Und die Gefolgsleute der Statthalter rückten als Erste aus. Und man sandte zu Ben-Hadad3 und berichtete ihm: Aus Samaria sind Männer ausgerückt.
18 Er aber sprach: Wenn sie in friedlicher Absicht ausgezogen sind, sollt ihr sie lebend ergreifen, aber auch wenn sie in kriegerischer Absicht ausgezogen sind, sollt ihr sie lebend ergreifen.
19 Als diese aber aus der Stadt ausgerückt waren, die Gefolgsleute der Statthalter und das Heer, das ihnen folgte,
20 da schlug jeder seinen Gegner, und Aram floh, und Israel verfolgte sie. Ben-Hadad aber, der König von Aram, entkam auf einem Pferd, und bei ihm waren Reiter.
21 Und der König von Israel zog aus, schlug Pferde und Wagen und brachte Aram eine schwere Niederlage bei.
22 Da trat der Prophet zum König von Israel und sprach zu ihm: Geh, fasse Mut, erkenne und sieh, was du zu tun hast, denn zur Jahreswende wird der König von Aram wieder gegen dich heraufziehen.
23 Zum König von Aram aber sprachen dessen Diener: Ihr Gott ist ein Gott der Berge, deshalb waren sie stärker als wir. Kämpfen wir aber in der Ebene gegen sie, werden wir stärker sein als sie.
24 Dies musst du tun: Entferne die Könige, einen jeden von seinem Posten, und setze Statthalter ein an ihrer Statt.
25 Dann stell du dir ein Heer zusammen, wie das Heer, das du verloren hast, und Pferde wie die Pferde, die du verloren hast, und Wagen wie die Wagen, die du verloren hast. Dann lasst uns in der Ebene gegen sie kämpfen, so werden wir stärker sein als sie. Und er hörte auf ihre Stimme und machte es so.
26 Und zur Jahreswende musterte Ben-Hadad Aram und zog hinauf nach Afek, um gegen Israel zu kämpfen.
27 Die Israeliten aber waren gemustert und mit Speise versorgt worden und zogen ihnen entgegen, und die Israeliten lagerten ihnen gegenüber, wie zwei zu früh geworfene Zicklein, das Land aber war voll von Aramäern.
28 Da trat der Gottesmann zum König von Israel und sprach und sagte: So spricht der HERR: Weil Aram gesagt hat, dass der HERR ein Gott der Berge ist, aber nicht ein Gott der Ebenen, werde ich diese ganze gewaltige Menge in deine Hand geben, und ihr werdet wissen, dass ich der HERR bin.
29 Und so lagerten sie sieben Tage lang einander gegenüber. Am siebten Tag aber kam es zur Schlacht, und die Israeliten erschlugen Aram, hunderttausend Mann Fussvolk an einem einzigen Tag.
30 Und die übrig geblieben waren, flohen nach Afek in die Stadt. Da aber stürzte die Mauer auf siebenundzwanzigtausend Mann, die übrig geblieben waren. Auch Ben-Hadad war geflohen und in die Stadt gekommen, und nun lief er von einer Kammer in die andere.
31 Da sagten seine Diener zu ihm: Sieh doch, wir haben gehört, dass die Könige des Hauses Israel gnädige Könige sind. Lasst uns Trauergewänder um unsere Hüften legen und Stricke um unsere Köpfe binden und hinausgehen zum König von Israel! Vielleicht wird er dich am Leben lassen.
32 Und sie gürteten Trauergewänder um ihre Hüften und banden Stricke um ihre Köpfe und kamen zum König von Israel und sprachen: Dein Diener Ben-Hadad hat gesprochen: Lass mich doch am Leben! Er aber sprach: Er lebt noch? Er ist mein Bruder!
33 Darin aber sahen die Männer ein gutes Zeichen, nahmen es sogleich als Zusage und sprachen: Ben-Hadad ist dein Bruder! Und er sagte: Geht, holt ihn. Da kam Ben-Hadad heraus zu ihm, und er liess ihn auf den Wagen steigen.
34 Und dieser sprach zu ihm: Ich werde die Städte zurückgeben, die mein Vater deinem Vater abgenommen hat, und in Damaskus kannst du dir Strassen anlegen, wie mein Vater sie in Samaria angelegt hat. - Und ich4 werde dich ziehen lassen, nachdem wir einen Bund geschlossen haben. Dann schloss er einen Bund mit ihm und liess ihn ziehen.
35 Auf das Wort des HERRN hin aber sprach einer von den Jüngern der Propheten zu seinem Gefährten: Schlag mich! Dieser aber weigerte sich, ihn zu schlagen.
36 Da sprach er zu ihm: Weil du nicht auf die Stimme des HERRN gehört hast, sieh, deshalb wird ein Löwe dich erschlagen, wenn du fortgegangen bist von mir. Und er ging fort von ihm, und der Löwe fand ihn und erschlug ihn.
37 Dann traf er einen anderen Mann und sagte: Schlag mich! Und der Mann schlug ihn so heftig, dass er ihn verletzte.
38 Und der Prophet ging, stellte sich dem König in den Weg und machte sich mit einer Binde über seinen Augen unkenntlich.
39 Und als der König vorüberging, schrie er dem König zu und sagte: Dein Diener war mit in die Schlacht gezogen; und sieh, da kam einer und brachte einen Mann zu mir und sagte: Bewache diesen Mann! Wenn er nicht mehr da sein sollte, haftest du mit deinem Leben für sein Leben, oder du musst ein Kikkar Silber zahlen.
40 Während aber dein Diener da und dort zu tun hatte, war jener plötzlich nicht mehr da. Da sprach der König von Israel zu ihm: Damit hast du dir selbst das Urteil gesprochen.
41 Da riss er sich die Binde von den Augen, und der König von Israel erkannte, dass er einer von den Propheten war.
42 Dieser aber sprach zu ihm: So spricht der HERR: Weil du den Mann aus der Hand gegeben hast, der mir zur Vernichtung geweiht war, haftest du mit deinem Leben für sein Leben, und dein Volk für sein Volk.
43 Da ging der König von Israel missmutig und wütend in sein Haus und kam nach Samaria.
1 Wörtlich: "Und als er dieses Wort hörte, ..."
2 Wörtlich: "Und er musterte ..."
3 Die Übersetzung "Und man sandte zu Ben-Hadad" beruht auf der griechischen Überlieferung; der Massoretische Text lautet übersetzt: "Da schickte Ben-Hadad".
4 "... - Und ich ...": An dieser Stelle spricht wieder Achab.
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