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Zürcher Bibel

Das Gottesurteil auf dem Karmel

1 Und nach längerer Zeit, im dritten Jahr, erging das Wort des HERRN an Elija: Geh, zeige dich Achab, denn ich will regnen lassen auf den Erdboden.
2 Und Elija ging, um sich Achab zu zeigen. Der Hunger aber war gross in Samaria.
3 Und Achab rief Obadjahu, der dem Haus vorstand. Obadjahu aber hatte grosse Ehrfurcht vor dem HERRN,
4 und als Isebel die Propheten des HERRN ausrotten wollte, hatte Obadjahu hundert Propheten genommen und sie versteckt, je fünfzig Mann in einer Höhle, und er hatte sie mit Brot versorgt und mit Wasser.
5 Und Achab sprach zu Obadjahu: Geh zu allen Wasserquellen und zu allen Bächen im Land. Vielleicht findet sich Gras, und wir können Pferde und Maultiere am Leben erhalten und müssen keines der Tiere töten.
6 Dann teilten sie sich das Land auf, um es zu durchziehen. Auf dem einen Weg zog Achab allein, und auf dem anderen Weg zog Obadjahu allein.
7 Und als Obadjahu auf dem Weg war, sieh, da kam ihm Elija entgegen, und er erkannte ihn und fiel nieder auf sein Angesicht und sagte: Bist du es, mein Herr Elija?
8 Und dieser sprach zu ihm: Ich bin es. Geh, sag deinem Herrn: Sieh, Elija ist da!
9 Er aber sagte: Was habe ich mir zuschulden kommen lassen, dass du deinen Diener in die Hand Achabs gibst und dieser mich töten kann?
10 So wahr der HERR, dein Gott, lebt: Es gibt keine Nation und kein Königreich, zu dem mein Herr nicht gesandt hätte, um dich zu suchen. Sagten sie dann: Er ist nicht da!, so liess er das Königreich oder die Nation schwören, dass man dich nicht finden könne.
11 Und nun sagst du: Geh, sag deinem Herrn: Sieh, Elija ist da!
12 Wenn ich nun wegginge von dir, könnte der Geist des HERRN dich forttragen, ich aber wüsste nicht, wohin. Käme ich dann zu Achab, um es ihm auszurichten, und er fände dich nicht, so würde er mich umbringen. Dabei hat dein Diener den HERRN gefürchtet von seiner Jugend auf!
13 Ist meinem Herrn nicht berichtet worden, was ich getan habe, als Isebel die Propheten des HERRN umgebracht hat? Dass ich von den Propheten des HERRN hundert versteckt habe, je fünfzig in einer Höhle, und sie mit Brot versorgt habe und mit Wasser?
14 Und nun sagst du: Geh, sag deinem Herrn: Sieh, Elija ist da! - Er würde mich umbringen.
15 Elija aber sprach: So wahr der HERR der Heerscharen lebt, vor dem ich diene: Noch heute werde ich mich ihm zeigen.
16 Da ging Obadjahu Achab entgegen und richtete ihm alles aus. Und Achab ging Elija entgegen,
17 und als Achab Elija erblickte, sprach Achab zu ihm: Bist du es, der du Israel ins Unglück stürzt?
18 Er aber sprach: Nicht ich habe Israel ins Unglück gestürzt, sondern du und das Haus deines Vaters, da ihr die Gebote des HERRN verlassen habt und da du den Baalen nachgelaufen bist.
19 Nun aber sende hin, versammle ganz Israel bei mir auf dem Berg Karmel und dazu die vierhundertfünfzig Propheten des Baal und die vierhundert Propheten der Aschera, die am Tisch Isebels essen.
20 Und Achab sandte zu allen Israeliten und versammelte die Propheten auf dem Berg Karmel.
21 Und Elija trat vor das ganze Volk und sprach: Wie lange wollt ihr auf zwei Krücken hinken? Wenn der HERR Gott ist, so folgt ihm, wenn aber Baal, so folgt ihm. Das Volk aber gab ihm keine Antwort.
22 Da sprach Elija zum Volk: Ich allein bin übrig geblieben als Prophet des HERRN, die Propheten des Baal aber sind vierhundertfünfzig Mann.
23 So gebe man uns zwei Stiere. Dann sollen sie sich einen Stier auswählen, ihn zerlegen und auf das Holz legen, das Feuer aber sollen sie nicht entzünden. Dann werde ich den anderen Stier herrichten und auf das Holz legen, das Feuer aber werde ich nicht entzünden.
24 Dann sollt ihr den Namen eures Gottes anrufen, ich aber werde den Namen des HERRN anrufen. Und der Gott, der mit Feuer antwortet, der ist Gott. Daraufhin sagte das ganze Volk: Das Wort ist gut!
25 Dann sprach Elija zu den Propheten des Baal: Wählt euch einen Stier aus, und dann richtet ihr ihn als Erste her, denn ihr seid viele. Dann ruft den Namen eures Gottes an, das Feuer aber sollt ihr nicht entzünden.
26 Und sie nahmen den Stier, den er ihnen gegeben hatte, und richteten ihn her, und vom Morgen bis zum Mittag riefen sie den Namen Baals an und sprachen: Baal, antworte uns! Aber nichts war zu hören, niemand gab Antwort. Und sie hinkten um den Altar, den man gemacht hatte.
27 Und als es Mittag wurde, verhöhnte Elija sie und sprach: Ruft mit lauter Stimme, denn er ist ein Gott. Sicher ist er gerade beschäftigt, oder er ist weggegangen1 und ist nun unterwegs; vielleicht schläft er auch und muss erst aufwachen.
28 Da riefen sie mit lauter Stimme, und ihrem Brauch gemäss machten sie sich Einschnitte mit Schwertern und mit Speeren, bis Blut an ihnen herunterlief.
29 Und als der Mittag vorbei war, gebärdeten sie sich wie Propheten, bis um die Zeit, da man das Speiseopfer darbringt. Aber nichts war zu hören, niemand gab Antwort, und niemand merkte auf.
30 Da sprach Elija zum ganzen Volk: Tretet her zu mir! Und alles Volk trat zu ihm, und er baute den Altar des HERRN wieder auf, der niedergerissen worden war.
31 Und Elija nahm zwölf Steine, nach der Zahl der Stämme der Söhne Jakobs, an den dieses Wort des HERRN ergangen war: Dein Name soll Israel sein.
32 Und aus den Steinen baute er einen Altar im Namen des HERRN, und rings um den Altar zog er einen Graben, zwei Sea Aussaat eingrenzend.
33 Dann schichtete er das Holz auf, zerlegte den Stier und legte ihn auf das Holz.
34 Und er sagte: Füllt vier Krüge mit Wasser und giesst es auf das Brandopfer und auf das Holz. Dann sagte er: Macht es noch einmal. Und sie machten es noch einmal. Er aber sagte: Macht es ein drittes Mal. Und sie machten es ein drittes Mal.
35 Da lief das Wasser rings um den Altar, und auch den Graben füllte er mit Wasser.
36 Um die Zeit aber, da man das Speiseopfer darbringt, trat Elija, der Prophet, heran und sprach: HERR, Gott Abrahams, Isaaks und Israels, heute soll bekannt werden, dass du Gott bist in Israel und dass ich dein Diener bin und all dies auf dein Wort hin getan habe.
37 Antworte mir, HERR, antworte mir, damit dieses Volk erkennt, dass du, HERR, Gott bist und dass du ihr Herz zurückwendest.
38 Da fiel das Feuer des HERRN herab und verzehrte das Brandopfer und das Holz und die Steine und die Erde, und auch das Wasser, das im Graben war, leckte es auf.
39 Und das ganze Volk sah es, und sie fielen nieder auf ihr Angesicht und sprachen: Der HERR, er ist Gott! Der HERR, er ist Gott!
40 Und Elija sprach zu ihnen: Ergreift die Propheten des Baal! Keiner von ihnen soll entrinnen! Und man ergriff sie, und Elija führte sie hinab an das Bachtal des Kischon, und dort schlachtete er sie.
41 Und Elija sprach zu Achab: Geh hinauf, iss und trink, denn schon hört man das Rauschen des Regens.
42 Und Achab ging hinauf, um zu essen und zu trinken, Elija aber stieg auf den Gipfel des Karmel, beugte sich zur Erde nieder und vergrub sein Angesicht zwischen seinen Knien.
43 Dann sagte er zu seinem Burschen: Geh hinauf, halte Ausschau gegen das Meer hin. Und dieser ging hinauf, hielt Ausschau und sagte: Dort ist nichts. Er aber sagte: Geh noch einmal hinauf! Und dies sieben Mal.
44 Beim siebten Mal aber sagte er: Sieh, eine Wolke, klein wie die Hand eines Mannes, steigt auf aus dem Meer. Da sprach er: Geh hinauf, sprich zu Achab: Spann an und fahr hinab, und der Regen soll dich nicht davon abhalten.
45 Unterdessen aber hatte der Himmel sich verfinstert mit Wolken und mit Sturm, und ein gewaltiger Regen setzte ein. Da stieg Achab auf und fuhr nach Jesreel.
46 Die Hand des HERRN aber war auf Elija, und er gürtete seine Hüften, und bis da, wo es nach Jesreel geht, lief er vor Achab her.
1 Möglich ist auch die Übersetzung: "... Sicher ist er gerade in Gedanken, oder er ist ausgetreten, oder er ist gerade unterwegs; ..."
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