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Zürcher Bibel

Jerobeam und der ungehorsame Gottesmann

1 Und sieh, als Jerobeam am Altar stand, um Rauchopfer darzubringen, kam auf das Wort des HERRN hin aus Juda ein Gottesmann nach Bet-El.
2 Und auf das Wort des HERRN hin rief er gegen den Altar und sprach: Altar, Altar! So spricht der HERR: Sieh, dem Haus David wird ein Sohn geboren, sein Name ist Joschijahu. Und er wird auf dir die Priester der Kulthöhen schlachten, die auf dir Rauchopfer darbringen, und Menschenknochen wird man auf dir verbrennen.
3 An jenem Tag kündigte er ein Wunder an und sprach: Dies ist das Wunder, das der HERR angekündigt hat: Seht, der Altar wird auseinander brechen, und die Asche, die darauf ist, wird verstreut werden.
4 Und als der König das Wort hörte, das der Gottesmann gegen den Altar in Bet-El rief, streckte Jerobeam vom Altar herab seine Hand aus und sprach: Ergreift ihn! Da vertrocknete seine Hand, die er gegen ihn ausgestreckt hatte, und er konnte sie nicht zu sich zurückziehen.
5 Der Altar aber brach auseinander, und die Asche auf dem Altar wurde verschüttet, wie es der Gottesmann auf das Wort des HERRN hin als Wunder angekündigt hatte.
6 Daraufhin sagte der König zu dem Gottesmann: Besänftige doch das Angesicht des HERRN, deines Gottes, und bete für mich, dass ich meine Hand zurückziehen kann zu mir!1 Und der Gottesmann besänftigte das Angesicht des HERRN, und der König konnte seine Hand zu sich zurückziehen, und sie wurde wie zuvor.
7 Da sagte der König zum Gottesmann: Komm mit mir ins Haus und stärke dich, und ich will dir ein Geschenk geben.
8 Der Gottesmann aber sprach zum König: Und würdest du mir die Hälfte deines Hauses geben - ich werde nicht mit dir kommen, und ich werde an diesem Ort nichts essen und auch nichts trinken2.
9 Denn so ist es mir durch das Wort des HERRN geboten worden: Du sollst nichts essen und nichts trinken, und du sollst nicht auf dem Weg zurückkehren, auf dem du gekommen bist.
10 Und er ging einen anderen Weg und kehrte nicht auf dem Weg zurück, auf dem er nach Bet-El gekommen war.
11 In Bet-El aber wohnte ein alter Prophet, und seine Söhne kamen zu ihm und erzählten ihm von all dem, was der Gottesmann an jenem Tag in Bet-El getan hatte, auch von den Worten, die er zum König gesprochen hatte. Und sie erzählten es ihrem Vater,
12 und ihr Vater sagte zu ihnen: Welchen Weg ist er gegangen? Und seine Söhne zeigten ihm den Weg,3 den der Gottesmann, der aus Juda gekommen war, gegangen war.
13 Da sprach er zu seinen Söhnen: Sattelt mir den Esel. Und sie sattelten ihm den Esel, und er sass auf,
14 ritt dem Gottesmann nach und fand ihn, als dieser unter einer Terebinthe sass. Und er sagte zu ihm: Bist du der Gottesmann, der aus Juda gekommen ist? Und dieser sagte: Ich bin es.
15 Da sagte er zu ihm: Komm mit mir in das Haus und iss.
16 Er aber sprach: Ich kann nicht mit dir zurückkehren und mit dir kommen, und ich kann mit dir an diesem Ort auch nichts essen oder trinken,
17 denn auf das Wort des HERRN hin ist ein Wort an mich ergangen: Du sollst nichts essen und dort nichts trinken, du sollst nicht auf dem Weg zurückkehren, auf dem du gekommen bist.
18 Da sagte er zu ihm: Auch ich bin ein Prophet wie du, und auf das Wort des HERRN hin hat ein Bote zu mir gesprochen: Bring ihn zurück mit dir in dein Haus, damit er isst und trinkt. Er belog ihn.
19 Da kehrte er mit ihm zurück, und in seinem Haus ass er und trank er.
20 Als sie aber bei Tisch sassen, erging das Wort des HERRN an den Propheten, der ihn zurückgeholt hatte,
21 und dieser rief dem Gottesmann zu, der aus Juda gekommen war: So spricht der HERR: Weil du widerspenstig warst gegen den Befehl des HERRN und das Gebot nicht gehalten hast, das der HERR, dein Gott, dir gegeben hat,
22 und zurückgekehrt bist und gegessen und getrunken hast an dem Ort, von dem er dir gesagt hat, dass du dort nichts essen und nichts trinken sollst, darum wird dein Leichnam nicht in das Grab deiner Vorfahren kommen.
23 Und nachdem er gegessen und getrunken hatte, sattelte man ihm den Esel, der dem Propheten gehörte, der ihn zurückgebracht hatte,
24 und er zog fort. Auf dem Weg aber traf ein Löwe auf ihn und tötete ihn. Und sein Leichnam lag hingestreckt auf dem Weg, und der Esel stand neben ihm, und auch der Löwe blieb neben dem Leichnam stehen.
25 Und sieh, als einige Männer vorübergingen, sahen sie den Leichnam hinstreckt auf dem Weg liegen und den Löwen neben dem Leichnam stehen. Und als sie in die Stadt kamen, wo der alte Prophet wohnte, erzählten sie davon.
26 Und der Prophet, der ihn zurückgebracht hatte vom Weg, hörte es und sprach: Das ist der Gottesmann, der widerspenstig war gegen den Befehl des HERRN. Und der HERR hat ihn dem Löwen preisgegeben, und nach dem Wort, das der HERR zu ihm gesprochen hat, hat dieser ihn zerrissen und getötet.
27 Und zu seinen Söhnen sagte er: Sattelt mir den Esel. Und sie sattelten ihn.
28 Und er ritt hin und fand seinen Leichnam hingestreckt auf dem Weg liegen, der Esel und der Löwe aber standen neben dem Leichnam. Der Löwe hatte den Leichnam nicht gefressen und den Esel nicht zerrissen.
29 Da hob der Prophet den Leichnam des Gottesmannes auf, legte ihn auf den Esel und brachte ihn zurück, und er kam in die Stadt des alten Propheten, um die Totenklage zu halten und ihn zu begraben.
30 Und er legte den Leichnam in sein eigenes Grab, und man klagte um ihn: Ach, mein Bruder!
31 Und nachdem er ihn begraben hatte, sprach er zu seinen Söhnen: Wenn ich sterbe, sollt ihr mich in dem Grab begraben, in dem der Gottesmann begraben ist. Legt meine Gebeine neben seine Gebeine.
32 Denn das Wort wird sich erfüllen, das er auf das Wort des HERRN hin gerufen hat gegen den Altar, der in Bet-El ist, und gegen all die Häuser auf den Kulthöhen, die in den Städten Samarias sind!
33 Auch nach dieser Begebenheit kehrte Jerobeam nicht zurück von seinem bösen Weg, und weiterhin setzte er Priester der Kulthöhen ein aus allen Teilen des Volks. Wer es wollte, dem füllte er die Hand, so dass er einer der Priester der Kulthöhen wurde.
34 Und dies war die Sünde des Hauses Jerobeam und der Grund dafür, dass es ausgetilgt und vom Erdboden ausgerottet wurde.
1 Wörtlich: "..., dass meine Hand zurückkehrt zu mir! ..."
2 Im vorliegenden Zusammenhang findet sich im Hebräischen stets 'Brot essen' und 'Wasser trinken'.
3 Die Übersetzung "Und seine Söhne zeigten ihm den Weg" beruht auf den antiken Übersetzungen; der Massoretische Text lautet übersetzt: "Und seine Söhne sahen den Weg".
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