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Zürcher Bibel

Die Spaltung des Reichs

1 Und Rehabeam ging nach Schechem, denn ganz Israel war nach Schechem gekommen, um ihn zum König zu machen.
2 Und als Jerobeam, der Sohn des Nebat, davon hörte - er war noch in Ägypten, wohin er vor König Salomo geflohen war -, blieb Jerobeam in Ägypten.1
3 Und man sandte hin und rief ihn. Und Jerobeam und die ganze Versammlung Israels kamen, und sie sprachen zu Rehabeam:
4 Dein Vater hat unser Joch hart gemacht, und nun mach du die harte Arbeit leichter, die wir für deinen Vater leisten mussten, und das schwere Joch, das er uns aufgebürdet hat, dann werden wir dir dienen.
5 Da sagte er zu ihnen: Entfernt euch, in drei Tagen aber, dann kehrt zu mir zurück! Und das Volk entfernte sich.
6 Und König Rehabeam beriet sich mit den Alten, die vor Salomo, seinem Vater, zu dessen Lebzeiten gedient hatten, und sagte: Was ratet ihr, diesem Volk zu antworten?
7 Und sie sprachen zu ihm: Wenn du dich heute als Diener dieses Volkes erweist, ihnen dienst und ihnen antwortest und ihnen gute Worte sagst, werden sie immer deine Diener sein.
8 Er aber verwarf den Rat, den die Alten ihm gaben, und beriet sich mit den Jungen, die mit ihm aufgewachsen waren, die ihm dienten.
9 Und er sagte zu ihnen: Was ratet ihr, was wir diesem Volk antworten sollen, das zu mir gesagt hat: Mach das Joch leichter, das dein Vater uns aufgebürdet hat?
10 Und die Jungen, die mit ihm aufgewachsen waren, sagten zu ihm: So sollst du zu diesem Volk sprechen, das zu dir gesagt hat: Dein Vater hat unser Joch schwer gemacht, mach du es uns leichter. So sollst du zu ihnen sprechen: Mein kleiner Finger ist dicker als die Lenden meines Vaters!
11 Und hat nun mein Vater euch ein schweres Joch aufgeladen, so werde ich euer Joch noch schwerer machen; hat mein Vater euch mit Peitschen gezüchtigt, so werde ich euch mit Skorpionen züchtigen.
12 Und am dritten Tag kamen Jerobeam und das ganze Volk zu Rehabeam, wie der König es gesagt hatte: Kommt am dritten Tag zurück zu mir.
13 Und der König gab dem Volk eine harte Antwort und verwarf den Rat, den die Alten ihm gegeben hatten,
14 und so wie die Jungen es geraten hatten, sprach er zu ihnen: Hat mein Vater euer Joch schwer gemacht, so werde ich euer Joch noch schwerer machen; hat mein Vater euch mit Peitschen gezüchtigt, so werde ich euch mit Skorpionen züchtigen.
15 Und der König hörte nicht auf das Volk, denn so war es vom HERRN gefügt, damit er sein Wort erfüllte, das der HERR durch Achija, den Schiloniter, zu Jerobeam, dem Sohn des Nebat, gesprochen hatte.
16 Und ganz Israel sah, dass der König nicht auf sie hörte; da gab das Volk dem König zur Antwort: Welchen Anteil haben wir an David? Und am Sohn Isais haben wir keinen Erbbesitz! Zu deinen Zelten, Israel! Nun sieh du selbst nach deinem Haus, David! Dann ging Israel zu seinen Zelten.
17 Über die Israeliten aber, die in den Städten Judas wohnten, wurde Rehabeam König.
18 Und König Rehabeam sandte Adoram, der den Fronpflichtigen vorstand. Da steinigte ihn ganz Israel, und er starb. König Rehabeam aber war es gelungen, den Wagen zu besteigen und nach Jerusalem zu fliehen.
19 Und Israel brach mit dem Haus David, und so ist es bis auf den heutigen Tag.
20 Und als ganz Israel hörte, dass Jerobeam zurückgekommen war, sandten sie hin, riefen ihn in die Gemeinde und machten ihn zum König über ganz Israel. Niemand hielt zum Haus David, ausser allein dem Stamm Juda.
21 Und Rehabeam kam nach Jerusalem und versammelte das ganze Haus Juda und den Stamm Benjamin, hundertachtzigtausend Ausgewählte, die Krieg führen sollten, um gegen das Haus Israel zu kämpfen und für Rehabeam, den Sohn Salomos, das Königtum zurückzugewinnen.
22 Da aber erging das Wort Gottes an Schemaja, den Gottesmann:
23 Sprich zu Rehabeam, dem Sohn Salomos, dem König von Juda, und zum ganzen Haus Juda und Benjamin und zum übrigen Volk:
24 So spricht der HERR: Zieht nicht hinauf, und kämpft nicht gegen eure Brüder, die Israeliten. Ein jeder soll zurückkehren in sein Haus, denn dies ist so von mir gefügt worden. Und sie hörten das Wort des HERRN, und sie kehrten zurück und gingen, dem Wort des HERRN gemäss.
25 Jerobeam aber baute Schechem aus auf dem Gebirge Efraim und liess sich dort nieder, und von dort zog er aus und baute Penuel aus.
26 Und Jerobeam dachte in seinem Herzen: Nun wird das Königtum zurückfallen an das Haus David;
27 wenn dieses Volk hinaufzieht, um Schlachtopfer darzubringen im Haus des HERRN in Jerusalem, wird das Herz dieses Volks zurückkehren zu ihrem Herrn, zu Rehabeam, dem König von Juda, mich aber werden sie umbringen, und sie werden zurückkehren zu Rehabeam, dem König von Juda.
28 Und der König liess sich beraten und fertigte zwei goldene Kälber an. Dann sprach er zu ihnen: Lange genug seid ihr nach Jerusalem hinaufgezogen! Sieh, Israel, das sind deine Götter, die dich heraufgeführt haben aus dem Land Ägypten.
29 Und das eine stellte er in Bet-El auf, und das andere brachte er nach Dan.
30 Dies aber war eine Sünde. Und bis nach Dan zog das Volk vor dem einen her.
31 Und er baute auch ein Kulthöhenhaus, und aus allen Teilen des Volks machte er solche zu Priestern, die nicht von den Leviten abstammten.
32 Und im achten Monat, am fünfzehnten Tag des Monats, stiftete Jerobeam ein Fest wie das Fest, das es in Juda gab. Und er stieg hinauf zum Altar. So machte er es in Bet-El, um den Kälbern zu opfern, die er angefertigt hatte. Und die er zu Priestern der Kulthöhen gemacht hatte, liess er in Bet-El ihren Dienst antreten.
33 Und am fünfzehnten Tag des achten Monats, des Festmonats, den er sich selbst erdacht hatte, stieg er hinauf zum Altar, den er in Bet-El gemacht hatte. Und er stiftete ein Fest für die Israeliten und stieg hinauf zum Altar, um Rauchopfer darzubringen.
1 In manchen Textzeugen lautet der Text: "... war -, kehrte Jerobeam aus Ägypten zurück."
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