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Neues Leben. Die Bibel

Die Versuchung

1 Vom Heiligen Geist erfüllt, verließ Jesus den Jordan. Der Geist brachte ihn in die Wüste,
2 wo der Teufel ihn vierzig Tage lang in Versuchung führte. Während dieser ganzen Zeit aß er nichts, sodass er schließlich sehr hungrig war.
3 Da sagte der Teufel zu ihm: »Wenn du der Sohn Gottes bist, verwandle doch diesen Stein in Brot.«
4 Aber Jesus erwiderte: »Nein! In der Schrift steht: `Der Mensch braucht mehr als nur Brot zum Leben.´1«
5 Da führte der Teufel ihn auf die Höhe und zeigte ihm alle Königreiche der Welt in einem Augenblick.
6 Und er sagte zu ihm: »Ich will dir Macht über diese Länder und all ihre Reichtümer geben, denn ich verfüge über sie und kann sie geben, wem ich will.
7 Das alles werde ich dir schenken, wenn du niederkniest und mich anbetest.«
8 Jesus erwiderte: »In der Schrift steht: `Du sollst den Herrn, deinen Gott, anbeten und nur ihm allein dienen.´2«
9 Da versetzte der Teufel ihn nach Jerusalem auf den höchsten Punkt des Tempels und sagte: »Wenn du der Sohn Gottes bist, spring hier hinunter!
10 Denn in der Schrift steht: `Er befiehlt seinen Engeln, dich zu beschützen und zu bewahren.
11 Sie werden dich auf ihren Händen tragen, damit deine Füße niemals stolpern.´3«
12 Jesus erwiderte: »In der Schrift steht auch: `Fordere den Herrn, deinen Gott, nicht heraus.´4«
13 Als der Teufel aufgehört hatte, Jesus zu versuchen, verließ er ihn für einige Zeit5.

Jesus wird in Nazareth abgelehnt

14 Danach kehrte Jesus, von der Kraft des Heiligen Geistes erfüllt, nach Galiläa zurück. Schnell wurde er in der ganzen Gegend bekannt.
15 Er lehrte in ihren Synagogen und wurde von allen verehrt.
16 Als er nach Nazareth kam, wo er seine Kindheit verbracht hatte, ging er wie gewohnt am Sabbat in die Synagoge und stand auf, um aus der Schrift vorzulesen.
17 Man reichte ihm die Schriftrolle des Propheten Jesaja, und als er sie aufrollte, fand er die Stelle, an der steht:
18 »Der Geist des Herrn ruht auf mir, denn er hat mich gesalbt, um den Armen die gute Botschaft zu verkünden. Er hat mich gesandt, Gefangenen zu verkünden, dass sie freigelassen werden, Blinden, dass sie sehen werden, Unterdrückten, dass sie befreit werden
19 und dass die Zeit der Gnade des Herrn gekommen ist.6«
20 Er rollte die Schriftrolle zusammen, gab sie dem Synagogendiener zurück und setzte sich. Alle in der Synagoge sahen ihn an.
21 Und er sagte: »Heute ist dieses Wort vor euren Augen und Ohren Wirklichkeit geworden!«
22 Alle Anwesenden äußerten sich anerkennend über ihn und wunderten sich zugleich über seine Worte. »Wie kann das sein?«, fragten sie. »Ist das nicht Josefs Sohn?«
23 Da sagte er: »Bestimmt werdet ihr mir das Sprichwort vorhalten: `Arzt, hilf dir selbst´ - und damit meinen: `Warum tust du hier in deiner Heimatstadt keine Wunder wie in Kapernaum?´
24 Wahrhaftig, kein Prophet gilt etwas in seiner Heimatstadt.
25 Zur Zeit Elias gab es in Israel bestimmt viele hilfsbedürftige Witwen, als es dreieinhalb Jahre lang nicht regnete und Hunger im Land herrschte.
26 Dennoch wurde Elia zu keiner von ihnen geschickt, sondern nur zu einer Witwe aus Sarepta - einer Fremden im Gebiet von Sidon.
27 Oder denkt an den Propheten Elisa, der den Syrer Naaman heilte und nicht die vielen Aussätzigen in Israel.«
28 Als die Leute in der Synagoge das hörten, wurden sie zornig.
29 Sie sprangen auf und trieben ihn hinaus an einen steilen Abhang des Berges, auf dem die Stadt erbaut war. Sie wollten ihn hinunterstürzen,
30 doch er schritt mitten durch sie hindurch und ging fort.

Jesus treibt einen Dämon aus

31 Danach zog Jesus nach Kapernaum in Galiläa und lehrte dort jeden Sabbat in der Synagoge.
32 Auch hier waren die Leute von seiner Lehre überwältigt, denn er sprach mit Vollmacht.
33 Einmal, als er in der Synagoge war, fing ein Mann, der von einem Dämon besessen war, an zu schreien:
34 »Was willst du von uns, Jesus von Nazareth? Bist du gekommen, um uns zu vernichten? Ich weiß, wer du bist - der Heilige Gottes, den er gesandt hat.«
35 »Sei still!«, gebot Jesus dem Dämon. »Fahre aus dem Mann aus!« Der Dämon warf den Mann vor den Augen der Menge zu Boden; dann fuhr er aus ihm aus, ohne ihn weiter zu verletzen.
36 Voll Staunen riefen die Leute: »Welche Vollmacht und Kraft in den Worten dieses Mannes liegen! Selbst böse Geister gehorchen ihm und weichen, wenn er es befiehlt!«
37 Diese Geschichte von Jesus sprach sich in kürzester Zeit in der ganzen Gegend herum.

Jesus heilt viele Menschen

38 Nachdem Jesus die Synagoge an jenem Tag verlassen hatte, ging er zum Haus Simons und fand dort Simons Schwiegermutter mit hohem Fieber vor. »Bitte, mach sie gesund«, baten alle.
39 Er stellte sich neben ihr Bett, befahl dem Fieber zu weichen, und augenblicklich fiel das Fieber. Sofort stand sie auf und machte ihnen etwas zu essen.
40 Als die Sonne an diesem Abend unterging, brachten die Dorfbewohner ihre kranken Angehörigen zu Jesus. Welche Krankheiten sie auch hatten: Er legte ihnen die Hände auf und heilte sie alle.
41 Einige waren auch von Dämonen besessen; auf seinen Befehl fuhren die Dämonen aus ihnen aus und schrien dabei: »Du bist der Sohn Gottes.« Doch weil sie wussten, dass er der Christus war, verbot er ihnen zu reden.

Jesus predigt weiter

42 Früh am nächsten Morgen ging Jesus an einen einsamen Ort. Die Menschen suchten ihn überall. Als sie ihn schließlich fanden, baten sie ihn, sie nicht zu verlassen.
43 Doch er erwiderte: »Ich muss die Botschaft vom Reich Gottes auch an anderen Orten verkünden, denn dazu bin ich gesandt worden.«
44 Und so zog er weiter umher und predigte überall in Judäa in den Synagogen.7
1 4,4 5. Mose 8,3. Griech. heißt es der Mensch wird nicht von Brot allein leben.
2 4,8 5. Mose 6,13.
3 4,10-11 Psalm 91,11-12.
4 4,12 5. Mose 6,16.
5 4,13 Griech. Und nachdem er vollendet hatte jede Versuchung, entfernte sich der Teufel von ihm zu gelegener Zeit.
6 4,18-19 O. das angenehme Jahr des Herrn auszurufen; Jesaja 61,1-2.
7 4,44 In einigen Handschriften steht in Galiläa.
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