Hilfe

Neues Leben. Die Bibel

Der Tag des Herrn kommt unaufhaltsam

1 Blast die Trompeten1 in Zion! Erhebt eure Stimme auf meinem heiligen Berg! Alle Bewohner des Landes sollen zittern vor Furcht, denn der Tag des Herrn ist nahe.
2 Es ist ein Tag voll Finsternis und Dunkelheit, ein Tag voll dunkelster Wolken. Es kommt über uns wie sonst die ersten Sonnenstrahlen über die Berge: ein mächtiges Heer, ein so riesiges hat noch niemand gesehen, und auch später wird es so etwas niemals mehr geben - bis in die fernsten Generationen.
3 Seine Vorboten sind Feuer und es hinterlässt verbrannte Erde. Wo früher fruchtbares Land wie in Eden war, bleiben nur wüste Felder zurück; nichts und niemand kann entkommen.
4 Sie sehen aus wie Pferde und sind auch so schnell wie diese.
5 Es klingt wie das Rasseln von Kampfwagen, wenn sie die Berge überziehen, wie das Prasseln des Feuers, das das Gras verzehrt. Sie sind wie ein mächtiges Heer mit klirrenden Waffen, bereit zum Kampf.
6 Ganze Völker erzittern vor ihnen, sie versetzen die Menschen in glühende Angst.
7 Wie wilde Krieger erstürmen sie Mauern, durch nichts lassen sie sich beirren. Unaufhaltsam rücken sie vor, man kann sich ihnen nicht in den Weg stellen.
8 Sie drängeln nicht, sie gehen geordnet und stetig ihren furchtbaren Gang. Sie durchbrechen jede Abwehr und ihr Zug nimmt kein Ende.
9 Sie überrennen die Stadt und klettern über ihre Mauern. Wie ein schleichender Dieb dringen sie durch die Fenster in die Häuser ein.
10 Das Land erzittert vor ihnen und der Himmel bebt. Die Sonne wird finster, der Mond wird nicht mehr leuchten und die Sterne nicht mehr strahlen.
11 Mit donnernder Stimme befehligt Gott sein Heer. Es ist mächtig und groß; es führt den Willen des Herrn aus. Seine Kriegsmacht ist gewaltig, denn der Tag des Herrn ist ein furchtbarer, schrecklicher Tag. Wer kann ihn ertragen?

Aufruf zur Buße

12 Doch auch jetzt noch spricht der Herr: »Kommt zu mir zurück! Schenkt mir eure Herzen, kommt zu mir mit Fasten, Weinen und Klagen!
13 Aber zerreißt nicht nur äußerlich eure Kleider, sondern zerreißt eure Herzen!« Kehrt zum Herrn, eurem Gott, zurück, denn er ist gnädig und barmherzig. Er gerät nicht schnell in Wut und ist voller Liebe. Es tut ihm Leid, wenn er jemanden bestraft.
14 Wer weiß? Vielleicht lässt er sich erneut erweichen und bringt den Segen zurück statt des Unheils. Vielleicht wird er euch so viel geben, dass ihr dem Herrn, eurem Gott, wie früher Korn und Wein darbringen könnt!
15 Blast die Trompeten in Zion! Ordnet ein heiliges Fasten an und ruft die Einwohner des Landes zu einer Gebetsversammlung zusammen!
16 Holt die Alten und die Kinder und sogar die Säuglinge vom Stillen. Ruft die Eheleute aus ihren Zimmern, selbst wenn sie Hochzeitsnacht feiern!
17 Die Priester, die in der Gegenwart des Herrn Dienst tun, sollen weinend zwischen dem Volk und dem Altar stehen und beten: »Verschone dein Volk, Herr! Lass nicht zu, dass dein Eigentum zum Gespött der Heiden wird. Verhindere, dass sie höhnen: `Wo ist nun euer Gott?´«

Gottes Zusage

18 Da erfasste den Herrn Leidenschaft für sein Land und er erbarmte sich seines Volkes.
19 Er antwortete seinem Volk: »Seht her! Ich bin es, der euch Korn, Wein und Öl gibt. Ihr sollt satt werden! Dem Spott der Völker werde ich euch nicht weiter aussetzen.
20 Ich werde den Feind aus dem Norden vertreiben und ihn in ein dürres Land verstoßen, seine Vorboten lasse ich im Toten Meer und seine Nachhut im Mittelmeer ertrinken2. Sie sollen verfaulen und stinken. Ihr Gestank soll über dem Land liegen, denn sie haben Furchtbares getan.«
21 Fürchte dich nicht, Ackerland! Sei froh und freue dich, denn der Herr hat Großes getan.
22 Fürchtet euch nicht, ihr Tiere des Feldes! Eure Weiden werden bald wieder grün sein. Die Bäume werden wieder Früchte tragen, Feigenbäume und Weinstöcke geben wieder vollen Ertrag.
23 Freut euch, ihr Einwohner von Jerusalem! Freut euch am Herrn, eurem Gott! Denn er schickt euch den Regen nach seiner Gerechtigkeit3. Herbstregen und Frühjahrsregen werden wieder einsetzen.
24 Auf den Dreschplätzen wird sich das Korn wieder häufen, die Keltern werden von Wein und Olivenöl überfließen.
25 Der Herr spricht: »Ich will euch zurückgeben, was die Heuschrecken, die Grashüpfer, die Raupen und Käfer gefressen haben4. Ich selbst habe euch dieses große Heer geschickt.
26 Ihr sollt wieder essen und satt werden und ihr werdet den Herrn, euren Gott, der diese Wunder für euch tut, loben. Nie mehr soll mein Volk sich schämen müssen.
27 Dann werdet ihr erkennen, dass ich mitten unter meinem Volk Israel wohne und dass ich allein der Herr, euer Gott, bin. Nie wieder soll mein Volk sich schämen müssen.«
1 2,1 Hebr. das (Widder)horn.
2 2,20 Hebr. im östlichen Meer ... im westlichen Meer
3 2,23 O. Er gab euch einen Lehrer für Gerechtigkeit.
4 2,25 Die genaue Spezifikation der vier hier genannten Heuschreckenarten ist unklar.
© 2017 ERF Medien